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Sondersitzung gegen die Verspätung, Termin in 14 Monaten
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Tagesordnungspunkt 9)

Einstimmig für dringlich erklärt. Nächster freier Termin: in vierzehn Monaten. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Verkehrsausschuss hat eine Sondersitzung zur Verspätung beschlossen. Einstimmig, und mit 14 Monaten Vorlauf.
Tagen will man unverzüglich. Der nächste freie Termin ist im Oktober 2027.
„Die Lage erfordert eine unverzügliche Befassung“, sagt Ausschussvorsitzender Reinhard Geschäftsordnung. Unverzüglich heißt hier: übernächstes Jahr.
Das Wort unverzüglich steht dreimal im Antrag. Es ist der schärfste Begriff des Betriebs, und dann kommt der Kalender.
Über den Termin entscheidet die Terminplanung. Die ist von der Dringlichkeit unabhängig, aus Prinzip.
Die Dringlichkeit steht im Antrag. Der Kalender interessiert sich nicht dafür, er hat andere Sorgen.
Bis Oktober 2027 gibt es sieben ordentliche Sitzungen. In keiner steht die Pünktlichkeit auf der Tagesordnung.
Man hätte sie also längst besprechen können. Aber besprochen wird, was einen Sondertermin hat, und der ist in 14 Monaten.
Der Ausschuss hat die Verspätung zur Chefsache gemacht. Chefsache heißt: liegt oben auf, ganz unten im Stapel.
Beschlossen wurde einstimmig. Einstimmigkeit ist billig, wenn der Termin so weit weg ist, dass ihn keiner erlebt.
Der Vorstand der Bahn ist eingeladen. Er hat zugesagt, für 2027, falls dann noch im Amt.
Bis dahin fallen weiter Züge aus. Jeder Ausfall wird sorgfältig gesammelt, für die große Sitzung.
Die Sitzung wird dann drei Stunden dauern. Danach gibt es eine Erklärung, dass man das Thema ernst nehme.
Ernst nimmt man es seit Jahren. So ernst, dass man erst 2027 darüber redet.
Der Minister begrüßt die Initiative des Parlaments. Initiative heißt hier, einen Termin zu finden, der weit genug weg ist.
Herr Adam pendelt heute, nicht 2027. Seine Verspätung ist unverzüglich, jeden Morgen.
Er hat dem Ausschuss geschrieben. Die Antwort war eine Eingangsbestätigung, fristgerecht, inhaltslos.
Zur Sitzung 2027 ist er als Zuschauer zugelassen. Wenn sein Zug ihn hinbringt, was niemand garantiert.
Bis dahin bleibt die Verspätung, was sie ist: dringend, unverzüglich, und ohne Termin.
Nichts ist so dringend wie die Verspätung. Deshalb bespricht man sie erst übernächstes Jahr.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Antrag auf kurzfristige Einberufung lag mit Unterschriften vor und wurde mit Mehrheit abgelehnt +++
+++ Termin in 14 Monaten, verhandelt werden dann 18 Monate alte Zahlen +++
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