197 Tage kein Zug, voll bezahlt, der Bus zählt als Zug

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197 Tage kein Zug, voll bezahlt, der Bus zählt als Zug

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Pönale ab 41)

Sperrdauer Vergütung Satire: Waschbär sitzt neben einem Bauzaun vor einem aufgerissenen Gleisbett

Vierzig Tage Sperrung. Die Pönale beginnt am einundvierzigsten. Foto: wpa (Symbolbild)

Hannover (wpa) – Der Konzern hat das perfekte Geschäft entdeckt. Er lässt sich den Ersatzbus bezahlen wie den Zug, den er streicht.

Der Aufgabenträger vergütet je Zugkilometer 9,40 Euro. Ob ein Zug fährt oder ein Bus hinterherkriecht, kassiert wird derselbe Satz.

„Der Ersatzverkehr ist vertraglich gleichgestellt“, sagt Vertragsvorstand Harald Zugkilometer und lächelt wie ein Croupier.

Fällt der Zug aus, tritt der Bus an, angerechnet mit Faktor 1,0. Der Bus zählt wie der Zug, den er ersetzt.

Ein Bombengeschäft. Sperren kostet nichts, es bringt genauso viel wie Fahren.

197 Tage war die Strecke gesperrt. 197 Tage floss das volle Zuggeld, für Busse.

Eine Strafe war vorgesehen, eine Pönale. Sie ist so gebaut, dass sie nie greift.

Sie greift erst nach zusammenhängender Sperrung. Also sperrt man 40 Tage, fährt zwei, sperrt wieder 40.

Zwei Tage Betrieb setzen die Uhr zurück. Die Pönale sieht nie eine volle Sperrung und schläft weiter.

Geschrieben hat den Vertrag das Land selbst. Es zahlt jetzt für Züge, bekommt Busse und nennt es Vertragserfüllung.

Erfüllt ist der Vertrag, nur eben nicht der Zweck. Der Zweck war ein Zug, kein Bus im Stau.

Der Faktor 1,0 stammt aus 2018. Damals galt Ersatzverkehr als Ausnahme, heute ist er der Betrieb.

Die Ausnahme wurde zur Regel, der Faktor blieb. Niemand hat ihn angefasst, es lief ja so gut.

Für den Betreiber ist die Sperrung neutral. Für den Fahrgast dauert dieselbe Strecke 28 Minuten länger.

Neutral fürs Konto, teuer für die Lebenszeit. 28 Minuten, jeden Tag, gezahlt in Wartezeit.

Der Minister lobt die verlässliche Ersatzverkehrslösung. Verlässlich ist nur, dass der Bus im selben Stau steht.

Frau Peters pendelt über die gesperrte Strecke. Sie kennt jeden Bus und jede rote Ampel dazwischen.

Ihr Arbeitgeber kennt ihre 28 Minuten nicht als Grund. Zu spät ist zu spät, der Faktor 1,0 steht nicht in ihrem Vertrag.

So verdient der Konzern am Stillstand. Je länger gesperrt, desto ruhiger die Kasse.

Am besten fährt der Konzern, wenn gar kein Zug fährt. Dann klingelt es am zuverlässigsten.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Pönale ab dem 41. Sperrtag, angekündigte Sperrdauer 40 Tage +++

+++ 197 Sperrtage im Jahr, angefallene Pönale: keine +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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