Jahreskarte gilt überall, nur nicht im eigenen Verbund

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Jahreskarte gilt überall, nur nicht im eigenen Verbund

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Geltungsbereich prüfen)

Jahreskarte Satire: Waschbär steht mit einer Karte in der Pfote vor einem Streckennetzplan

Die Karte gilt. Nur nicht hier. Foto: wpa (Symbolbild)

Erfurt (wpa) – Der Verkehrsverbund Mittelthüringen hat seine Jahreskarte neu zugeschnitten. Sie gilt künftig überall außer im eigenen Verbundgebiet.

Begründet wird das mit der Auslastung. Die Züge im Verbund seien voll.

„Wir lenken die Nachfrage“, sagt Verbundsprecherin Ina Geltungsbereich. Und zwar nach außen.

Nach außen gelenkt wird der Kunde, der drinnen wohnt. Seine Fahrt zur Arbeit deckt die Karte nicht mehr.

Betroffen sind 40.000 Kunden. Die meisten fahren täglich zur Arbeit.

Diese Fahrten liegen im Verbundgebiet. Abgedeckt sind sie nicht mehr.

Für sie braucht es ein Einzelticket. 4,20 Euro.

Bei 220 Arbeitstagen sind das 1.848 Euro. Die Jahreskarte kostet 690.

Aus 690 Euro werden 1.848, für dieselbe Strecke. Entlastet wird der Zug nicht, belastet der Pendler.

Herr Plessner fährt jeden Tag im Verbundgebiet zur Arbeit. Seine Jahreskarte gilt jetzt überall, nur nicht dort.

Er könnte damit ans Meer fahren, umsonst. Zur Arbeit zahlt er 4,20 Euro, zweimal am Tag.

Der Vorstand nennt die Regelung eine Nachfragesteuerung. Gesteuert wird die Nachfrage in die eigene Kasse.

Eine Jahreskarte, die zu Hause nicht gilt, ist ein Reisegutschein für die Ferne. Der Alltag ist nicht enthalten.

Der Minister lobt die innovative Tarifgestaltung des Verbunds. Innovativ ist, das Kerngebiet auszunehmen.

Gemessen wird die Auslastung, nicht die Belastung. Entlastet werden soll der Zug, gezahlt wird vom Pendler.

Die vollen Züge werden nicht leerer, nur teurer. Wer trotzdem fährt, kauft jetzt einzeln.

Für die Arbeitswege gibt es kein neues Angebot. Es gibt die alte Strecke zum neuen Preis.

So lenkt ein Verbund die Nachfrage, indem er das eigene Gebiet aus der Karte streicht. Gültig ist sie überall, wo man selten hinfährt.

690 Euro Karte, 1.848 Euro Alltag, ein ausgenommenes Gebiet. Das ist der neue Zuschnitt.

Der Thüringer Verbund lässt seine Jahreskarte überall gelten außer im eigenen Gebiet, wo die 40.000 Pendler zur Arbeit fahren. Sie zahlen jetzt 1.848 statt 690 Euro, und Herr Plessner käme mit der Karte gratis ans Meer, nur nicht ins Büro.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Der eigene Wohnort ist ausgenommen, weil dort die Nachfrage am höchsten ist – Tarifvorlage, Abschnitt Ertragssicherung +++

+++ 1.848 Euro zusätzlich im Jahr bei vier Stationen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen
QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal 📷 Scannen & folgen
🦝 Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.
Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →