Bahn elektrifiziert nur Strecken, die längst Strom haben

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Bahn elektrifiziert nur Strecken, die längst Strom haben

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (61 Prozent davon)

Elektrifizierung Förderrichtlinie Satire: Waschbär sitzt auf einem Prellbock am Ende einer Strecke ohne Oberleitung

Hier endet die Oberleitung. Hier endet auch die Förderfähigkeit. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Der Bund legt ein Elektrifizierungsprogramm auf, 1,8 Milliarden Euro. Fördern darf man damit nur Strecken, die längst einen Fahrdraht haben.

Antragsberechtigt sind alle. Bekommen tut nur, wer schon Strom hat.

„Wir treiben die Elektrifizierung entschlossen voran“, sagt Fahrdrahtvorstand Reinhold Oberleitung, unter einer Oberleitung, die seit 1974 hängt.

Der Haken steckt in Absatz drei der Richtlinie. Gefördert werden Maßnahmen an Strecken mit vorhandener Oberleitung.

Elektrifizieren darf man nur, wo schon elektrifiziert ist. Ein Programm, das sein eigenes Ziel meidet.

Förderfähig sind damit 61 Prozent des Netzes. Exakt die 61 Prozent, die längst am Draht hängen.

Die anderen 39 Prozent fahren Diesel. Sie bekommen eine Absage mit Verweis auf die Richtlinie.

Wer Strom hat, bekommt Geld für Strom. Wer Diesel hat, bekommt ein Formular.

Auf einer schon elektrischen Strecke wurden 17 Kilometer gefördert. Sie waren elektrifiziert und werden es jetzt nochmal.

Zweimal derselbe Draht, doppelt bezahlt. Das nennt das Ministerium Bestandsförderung.

Der Diesel nennt es gar nicht. Er läuft, tuckert, rußt und wartet auf ein Programm, das ihn nicht meint.

Für den Vorstand ist das Programm ein Erfolg. Die Mittel fließen ab, das ist die einzige Kennzahl, die zählt.

Abgeflossen sind sie dorthin, wo es am wenigsten nötig war. Hauptsache, die Zahl unter dem Strich ist grün.

Der Minister eröffnet die nachelektrifizierte Strecke. Zwei Bänder, ein Draht, der schon da war.

Frau Buchholz pendelt auf einer Dieselstrecke. Ihr Zug qualmt seit dreißig Jahren durch dasselbe Tal.

Sie hat vom Milliardenprogramm gelesen und Hoffnung geschöpft. Die Absage kam vier Wochen später.

Begründung: keine vorhandene Oberleitung. Genau deshalb hatte sie ja beantragt.

Der Draht kommt nicht, weil kein Draht da ist. Und ein Draht kommt nur, wo schon einer hängt.

So bleibt das Netz geteilt: die einen doppelt am Strom, die anderen ewig am Diesel.

Elektrifiziert wird nur, wo schon Strom fließt. Der Rest darf weiter atmen, was die anderen nicht mehr messen.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 41 Millionen reichen für 17 Kilometer, nicht elektrifiziert sind 13.000 +++

+++ Die Fortschrittsmeldung nennt 82 Prozent Zielerreichung, bezogen auf die bereits elektrifizierten Strecken +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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