Studienreise zum Bau, neun Jahre nach der Eröffnung

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Studienreise zum Bau, neun Jahre nach der Eröffnung

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (320 km/h)

Waschbär steht auf einem hellen modernen Bahnsteig in warmem Licht

Der Chefredakteur ist angekommen. Überpünktlich. Foto: wpa (Symbolbild)

Tanger (wpa) – Eine deutsche Fachdelegation hat die marokkanische Schnellstrecke besichtigt. Neun Jahre nach ihrer Eröffnung.

Die Strecke ging 2018 in Betrieb, gebaut in rund sieben Jahren. Marokko baute schneller, als Deutschland reiste.

Der Antrag für die Studienreise kam 2017. Bewilligt wurde er 2019.

Zwischen Antrag und Bewilligung lagen zwei Jahre. In der Zeit wurde die Strecke eröffnet.

Durchgeführt wurde die Reise 2026. Zwischen Bewilligung und Reise lagen weitere sieben Jahre.

„Wir informieren uns vor Ort“, sagt Reisekoordinator Egon Dienstreiseantrag. Vor Ort ist die Strecke längst Alltag.

Besichtigt wurde ein fertiger Bau, kein Vorbild mehr, ein Denkmal. Die Erkenntnis kam neun Jahre zu spät.

In den neun Jahren hätte Deutschland selbst bauen können. Stattdessen füllte man ein Antragsformular.

Das Formular reiste schneller nicht. Es lag, wurde geprüft, fachlich begleitet, bewilligt.

Der Vorstand nennt die Reise Erfahrungsaustausch. Ausgetauscht wurde nichts, besichtigt wurde Vergangenheit.

Marokko baut die nächste Strecke schon. Deutschland stellt den Antrag für die nächste Reise.

Herr Loos pendelt über eine deutsche Strecke, die seit Jahren geplant ist. Geplant, nicht gebaut, siehe Fonds.

Er las, eine Delegation sei nach Marokko gereist. Um zu lernen, wie man baut.

Gelernt hat man es dort 2018. Gereist ist man 2026, gebaut hat man daheim nichts.

Die Reisekosten stehen in einem Bericht. Der Nutzen steht nicht daneben, er fehlt.

Der Minister lobt den Blick über den Tellerrand. Der Tellerrand ist neun Jahre alt.

Fotografiert wurde die Strecke, gelächelt vor dem Bahnhof. Das Foto ist das Ergebnis der Reise.

Für die nächste Besichtigung ist Japan im Gespräch. Der Antrag läuft, mit etwas Glück reist man 2035.

So besichtigt Deutschland die Zukunft anderer. Immer dann, wenn sie dort schon Vergangenheit ist.

Man reiste zum Bau, neun Jahre nach der Eröffnung. So lange dauerte die Reisegenehmigung, gebaut hat Deutschland derweil nichts.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Antrag 2017 gestellt, 2019 bewilligt, gereist 2026 – die Strecke fährt seit 2018 +++

+++ Auf Seite neun des Berichts steht, der Bauablauf sei nicht mehr nachvollziehbar gewesen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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