Gratis in Luxemburg, 8,40 Euro elf Kilometer weiter

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Gratis in Luxemburg, 8,40 Euro elf Kilometer weiter

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Fahrschein entfällt)

Waschbär steht an einer modernen Straßenbahnhaltestelle in einer sauberen Innenstadt

Der Chefredakteur sucht den Automaten. Auf dieser Seite gibt es keinen. Foto: wpa (Symbolbild)

Luxemburg (wpa) – In Luxemburg ist der Nahverkehr gratis, seit 2020, im ganzen Land. Elf Kilometer weiter, hinter der Grenze, kostet er 8,40 Euro.

An der deutschen Grenze endet die Freiheit. Dort beginnt der Tarif eines Verkehrsverbunds.

Der Verbund führt den Grenzbereich als Zone 3. Eine Einzelfahrt kostet dort 8,40 Euro.

Zone 1 und 2 liegen jenseits der Grenze. Befahren werden sie nicht.

Man zahlt also für Zonen, durch die man nie fährt. Zone 3 ohne Zone 1 und 2, ein Tarif aus dem Nichts.

„Das ist die geltende Tarifsystematik“, sagt Tarifreferent Bruno Zonengrenze. Systematisch teuer, gleich hinter der Schranke.

Von der Grenze bis Trier sind es elf Kilometer. Die luxemburgische Seite ist auch elf Kilometer lang.

Elf Kilometer gratis, elf Kilometer für 8,40 Euro. Der Unterschied ist ein Grenzstein.

Der Grenzstein trennt zwei Philosophien. Dort fährt man, damit alle fahren. Hier zahlt man, damit die Kasse stimmt.

Der Vorstand nennt das kostendeckende Bepreisung. Gedeckt werden Kosten, nicht Wege.

Frau Wolf pendelt über die Grenze zur Arbeit. Elf Kilometer umsonst, elf Kilometer für 8,40 Euro.

Sie steigt an der Grenze aus dem Gratis in den Tarif. Ein Schritt, ein Preis, dieselbe Schiene.

Sie fragte, warum die deutsche Seite so teuer sei. Man verwies auf Zone 3, und auf Zonen, die sie nie sieht.

Gesehen hat sie nur den Grenzstein. Davor die Freiheit, dahinter die Zone.

Der Minister lobt die gute Zusammenarbeit im Grenzraum. Zusammengearbeitet wird bis zum Grenzstein, dann trennt der Tarif.

Luxemburg zahlt den Nahverkehr aus Steuern. Deutschland zahlt ihn aus den Fahrgästen, einzeln.

Ein kleines Land macht es vor, ein großes rechnet dagegen. 8,40 Euro sind die Antwort auf gratis.

Für nächstes Jahr prüft man einen Übergangstarif. Er soll günstiger werden, sagt man, seit Jahren.

So endet die Freiheit am Fluss. Auf der einen Seite fährt man, auf der anderen bezahlt man.

In Luxemburg ist der Zug gratis, elf Kilometer weiter kostet er 8,40 Euro. Dazwischen liegt nur ein Grenzstein, und eine andere Idee vom Fahren.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 8,40 Euro für elf Kilometer oder null Euro für dieselbe Strecke – die Differenz ergibt sich aus dem Tarifgebiet +++

+++ Am Automaten in Trier ist die Verbindung nicht buchbar +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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