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Stadt bucht Verspätungsminuten als Haushaltsposten, 9,2 Millionen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Haushalt gesperrt)

Position 1.4.7: Wartezeit. Foto: wpa (Symbolbild)
Gelsenkirchen (wpa) – Die Stadt Gelsenkirchen führt Verspätungsminuten als eigenen Haushaltsposten. Nummer 1.4.7.
Er heißt Mindereinnahmen aus Erreichbarkeit. Geführt seit 2024.
Erfasst wird die Zeit, die städtische Beschäftigte auf Bahn und Bus warten. Bewertet mit dem Stundensatz.
Erfasst werden außerdem entgangene Gewerbesteuer, Schülerbeförderung und Ersatzverkehre. Alles, was die Verspätung kostet.
„Es sind Arbeitskosten wie andere auch“, sagt Kämmerer Hartmut Haushaltsposten. Bewertet werden sie wie andere auch.
Zum ersten Mal steht die Verspätung im Haushalt einer Stadt. Nicht als Klage, als Zahl.
Für dieses Jahr ergibt das 9,2 Millionen Euro. Betroffen sind 6.000 Beschäftigte.
Der Betrag entspricht dem Etat für Straßenunterhaltung. Der wurde im Gegenzug gekürzt.
Die Verspätung frisst die Straße, im Haushalt der Stadt. Was auf dem Bahnsteig verloren geht, fehlt beim Asphalt.
Herr Rebbe arbeitet im Bauamt und pendelt mit dem Bus. Seine Wartezeit steht jetzt in Zeile 1.4.7.
Er verliert die Minuten, die Stadt bucht sie. Erfasst ist der Ärger, behoben ist er nicht.
Der Vorstand der Bahn wird in dem Posten nicht genannt. Sein Verschulden steht dort als Summe.
9,2 Millionen sind kein kleiner Betrag für eine Stadt. Sie stehen für Zeit, die woanders entstand.
Der Minister lobt die transparente kommunale Buchführung. Transparent ist der Schaden, verursacht anderswo.
Gemessen wird die Verspätung in Euro, nicht in Minuten. In Euro tut sie der Stadt am meisten weh.
Andere Städte prüfen den Posten jetzt auch. Die Verspätung könnte bald bundesweit im Haushalt stehen.
Für die Straßenunterhaltung fehlt das Geld, das die Bahn kostet. Eine Baustelle zahlt für die andere.
So macht eine Stadt die Verspätung sichtbar, indem sie sie verbucht. 9,2 Millionen, Zeile 1.4.7.
Die Wartezeit von 6.000 Menschen, in einer Zahl, gegen den Straßenetat gerechnet. Das ist der Preis der Unpünktlichkeit.
Gelsenkirchen bucht die Verspätungsminuten seiner 6.000 Beschäftigten als Haushaltsposten, 9,2 Millionen, so viel wie der gekürzte Straßenetat. Erfasst ist der Schaden der Bahn, bezahlt wird er von der Stadt, in Zeile 1.4.7.
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