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Kommunen führen Verspätungsminuten als Haushaltsposten ein
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Haushalt gesperrt)

Position 1.4.7: Wartezeit. Foto: wpa (Symbolbild)
Gelsenkirchen (wpa) – Die Stadt Gelsenkirchen verbucht Verspätungsminuten künftig als eigenen Haushaltsposten. Er trägt die Nummer 1.4.7.
Erfasst wird die Zeit, die städtische Beschäftigte auf Bahn und Bus warten. Sie wird mit dem Stundensatz bewertet.
„Es sind Arbeitskosten wie andere auch“, erklärte der Kämmerer.
Für das laufende Jahr ergibt das 9,2 Millionen Euro. Betroffen sind 6.000 Beschäftigte.
Der Betrag entspricht dem Etat für Straßenunterhaltung. Dieser wurde im Gegenzug gekürzt.
Die Stadt hat die Summe beim Land angemeldet. Eine Erstattung wurde nicht in Aussicht gestellt.
Das Land verweist auf den Bund. Der Bund verweist auf die Bahn.
Die Bahn verweist auf die Fahrgastrechte. Diese gelten je Fahrt und nicht je Arbeitgeber.
Damit ist der Vorgang abgeschlossen. Die Buchung bleibt bestehen.
Andere Kommunen prüfen eine Übernahme. Interesse haben bisher 40 Städte bekundet.
Der Städtetag hält das Verfahren für sinnvoll. Kosten müssten sichtbar werden.
Sichtbar werden sie allerdings nur im eigenen Haushalt. Verursacht werden sie anderswo.
Fachleute nennen das eine externe Wirkung. In der Betriebswirtschaft ist der Begriff bekannt.
In der Verwaltung ist er neu. Ein Verfahren zur Weiterverrechnung fehlt.
Erarbeitet werden soll es bis 2029. Beteiligt sind vier Ministerien.
Bis dahin bleibt die Buchung eine Feststellung. Zahlen muss sie die Stadt.
Der Kämmerer sieht darin dennoch einen Wert. Man wisse jetzt, worüber man spricht.
Vorher habe es geheißen, die Lage sei schwierig. Nun stehe eine Zahl dahinter.
Diese Zahl steigt seit drei Jahren. Im ersten Jahr lag sie bei 4 Millionen.
Die Stadt hat daraufhin die Gleitzeit ausgeweitet. Der Effekt war messbar.
Er betrug 400.000 Euro. Der Rest blieb bestehen.
Für 2027 rechnet die Stadt mit 11 Millionen und hat den Posten eingeplant. Eingeplant ist damit das Defizit, nicht seine Beseitigung. Das schafft Planungssicherheit für alle, die nichts ändern wollen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Stadt bucht Wartezeit als Kosten – die Summe liegt bei 9 Millionen +++
+++ Kämmerer beantragt Erstattung, zuständig fühlt sich niemand +++
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