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Steuerschätzung bekommt einen Hinweis: ist geschätzt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Zahlen vorläufig)

Die Kurve steigt. Vermutlich. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Steuerschätzung des Bundes trägt künftig einen Hinweis. Er sagt, dass es sich um eine Schätzung handelt.
Angebracht wurde er nach einer Abweichung von 14 Milliarden Euro. Sie betraf das laufende Jahr.
„Wir schaffen Klarheit über den Charakter der Zahlen“, sagt Ministeriumssprecher Kurt Näherungswert. Der Hinweis steht auf Seite eins.
Er umfasst zwei Sätze. Formuliert nach einem Vorbild aus dem Verkehrsbereich.
Dort heißt es, Zeiten seien Näherungswerte. Die Bahn schreibt es unter jeden Fahrplan.
Was die Bahn mit der Ankunftszeit tut, tut der Bund mit der Steuer. Beide schätzen und weisen darauf hin.
Der Arbeitskreis Steuerschätzungen tagt zweimal im Jahr. 32 Fachleute.
Ihre Prognosen wichen zuletzt im Schnitt um 4 Prozent ab. Das sind 38 Milliarden Euro.
38 Milliarden Abweichung sind kein Näherungswert mehr. Sie sind ein Haushalt für sich.
Frau Kobelt plant als Kämmerin mit den Zahlen des Bundes. Jetzt weiß sie, dass sie geschätzt sind, es steht drauf.
Gewusst hat sie es vorher, gedruckt steht es jetzt. Geplant wird weiter mit Schätzungen.
Der Vorstand der Bahn darf sich bestätigt fühlen. Sein Kleingedrucktes ist jetzt Vorbild für den Bund.
Ein Hinweis ändert die Abweichung nicht. Er nennt sie nur beim Namen: Schätzung.
Der Minister lobt die ehrliche Kennzeichnung der Prognosen. Ehrlich ist der Hinweis, ungenau bleibt die Zahl.
Gemessen wird die Klarheit, nicht die Treffsicherheit. Klar ist, dass es geschätzt ist.
Zwei Sätze auf Seite eins schützen vor keiner Fehlplanung. Sie erklären sie im Voraus.
Für die 38 Milliarden Abweichung gibt es keine Korrektur, nur den Hinweis. Er gilt bis zur nächsten Schätzung.
So schafft der Bund Klarheit, indem er seine Zahlen für ungefähr erklärt, nach Bahnvorbild. Geschätzt, gekennzeichnet, verfehlt.
14 Milliarden Anlass, 38 Milliarden Abweichung, zwei Sätze Hinweis. Das ist die neue Ehrlichkeit.
Nach 14 Milliarden Abweichung trägt die Steuerschätzung künftig den Hinweis, dass sie geschätzt ist, formuliert nach dem Vorbild der Bahn, deren Fahrplan auch nur ein Näherungswert ist. Zuletzt lag sie um 38 Milliarden daneben.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Abweichung 14 Milliarden, investiert wurde in den Warnhinweis, nicht in die Methodik +++
+++ Gestaltung des Hinweises 41.000 Euro +++
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