⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.
Amtshilfe geleistet: Japan schickt einen Fahrplanexperten, er wartet seit Mai in Fulda
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (20 Sekunden)

Der Chefredakteur wartet auf den Experten. Der wartet in Fulda. Foto: wpa (Symbolbild)
Tokio (wpa) – Die japanische Eisenbahngesellschaft hat einen Fachmann nach Deutschland entsandt. Er ist Spezialist für Taktknoten.
Vorgesehen war ein Aufenthalt von vier Wochen. Er dauert inzwischen fünf Monate.
Geplant waren Besuche an elf Standorten. Erreicht hat er vier.
Die übrigen sieben entfielen oder wurden verschoben. Als Grund nennt sein Bericht die Anreise.
„Ich habe die Situation gründlich studiert“, sagt er. Studiert hat er sie überwiegend im Sitzen.
Sein Zwischenbericht umfasst eine Seite. Sie besteht aus einer Verspätungstabelle.
Erfasst sind darin 61 eigene Fahrten. Pünktlich waren neun.
In Japan gilt ein Zug ab einer Minute als verspätet. In Deutschland ab sechs.
Nach japanischer Definition wären alle 61 Fahrten verspätet gewesen. Auch das steht in der Tabelle.
Die Tabelle wurde dem Ministerium übergeben. Sie wurde zur Kenntnis genommen.
Sein Fachgebiet ist die Anschlusssicherung an Knotenbahnhöfen. Fulda ist ein solcher Knoten.
In Fulda treffen sich stündlich mehrere Linien. Der Übergang ist mit zwei Minuten bemessen.
Zwei Minuten reichen bei Gleiswechsel nicht. Ein Gleiswechsel kommt an jedem dritten Tag vor.
Sein Vorschlag lautet, die Übergangszeit auf sechs Minuten zu erhöhen. Das würde die Reisezeit verlängern.
Eine längere Reisezeit verkauft sich schlechter. Deshalb bleibt sie bei zwei.
Diesen Zusammenhang hat er in seinem Bericht beschrieben. Er umfasst vier Sätze.
In Japan wird die Reisezeit ebenfalls beworben. Sie wird aber eingehalten.
Eingehalten wird sie, weil die Infrastruktur dafür ausgelegt ist. Ausgelegt wurde sie beim Bau.
Gebaut wurde in Japan seit 1964. In Deutschland wurde in derselben Zeit zurückgebaut.
Beide Entscheidungen waren politisch. Beide sind dokumentiert.
Der Experte reist im Dezember zurück. Sein Rückflug geht ab Frankfurt.
Die Anreise zum Flughafen ist mit drei Stunden Puffer geplant. Geplant hat sie er selbst.
Er sagt, er habe viel gelernt. Er sagt auch, er habe die meiste Zeit auf Bahnsteigen verbracht.
In Fulda kennt ihn inzwischen das Personal.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Aufenthalt von vier Wochen auf fünf Monate verlängert, unfreiwillig +++
+++ Sein Zwischenbericht umfasst eine Seite, sie ist eine Verspätungstabelle +++
Mehr Satire-Ersatzverkehr:
Alle Meldungen der Waschbär-Presseagentur
Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgen