Indien bietet Beratung an, Deutschland winkt höflich ab

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Indien bietet Beratung an, Deutschland winkt höflich ab

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Maßstabsfrage)

Waschbär steht auf einem sehr belebten Bahnsteig mit vielen wartenden Menschen

Der Chefredakteur sucht Platz. Es findet sich einer. Foto: wpa (Symbolbild)

Neu-Delhi (wpa) – Die indische Eisenbahn hat Deutschland Beratung angeboten. Thema: die Abwicklung großer Fahrgastzahlen.

Indien befördert täglich rund 24 Millionen Menschen. Das Netz ist etwa 68.000 Kilometer lang.

Anlass war ein Bericht über überfüllte Bahnsteige in deutschen Großstädten. Er erschien im Frühjahr.

Das Angebot kam im April. Beantwortet wurde es nach elf Wochen.

„Wir danken für das Interesse“, heißt es in der Antwort. Freundlich formuliert, klar abgewunken.

„Man kennt die Lage im eigenen Haus“, sagt Auslandsreferent Reinhard Dankschreiben. Kennen und Können sind zweierlei.

Wer 24 Millionen am Tag bewegt, weiß etwas über Gedränge. Wer es an einem Bahnsteig nicht schafft, hört lieber weg.

Angeboten wurde Hilfe, gekommen ist Stolz. Stolz ist billiger als Lernen.

Elf Wochen dauerte die höfliche Absage. Elf Wochen für zwei Sätze Dank.

Der Vorstand nennt das souveränes Auftreten. Souverän lehnt ab, wer nichts dazulernen will.

Frau Otto stand im Frühjahr auf einem dieser Bahnsteige. Kein Durchkommen, kein Zug, kein Platz.

Sie las später, Indien habe Hilfe angeboten. Und Deutschland habe gedankt und abgelehnt.

Auf ihrem Bahnsteig änderte sich nichts. Es blieb eng, es blieb spät, es blieb deutsch.

Indien baut Bahnsteige für Millionen. Deutschland baut Kommissionen für die Frage, ob man fragt.

Gefragt wurde nicht, gedankt wurde reichlich. Dank ist die deutsche Form der Ablehnung.

Der Minister lobt die gute internationale Zusammenarbeit. Zusammengearbeitet wurde an einem Höflichkeitsschreiben.

Das Schreiben ist ein Musterbeispiel. Für Form ohne Inhalt, elf Wochen lang gefeilt.

Für nächstes Jahr ist keine Beratung geplant. Man weiß ja selbst am besten, wie es nicht geht.

So bleibt das Wissen in Delhi und das Gedränge in Köln. Getrennt durch einen freundlichen Brief.

Indien bewegt 24 Millionen am Tag und bot Hilfe an. Deutschland dankte höflich und blieb bei seinem vollen Bahnsteig.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Angebot eines Betreibers mit täglich 24 Millionen Fahrgästen, abgelehnt wegen nicht vergleichbarer Rahmenbedingungen +++

+++ Für dieselbe Frage wurde 2024 eine Beratung für 1,4 Millionen Euro beauftragt +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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