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Amtshilfe angeboten: Indische Bahn bietet Beratung bei Massenverkehr an, Deutschland dankt höflich
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Maßstabsfrage)

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Neu-Delhi (wpa) – Die indische Eisenbahn hat Deutschland Beratung angeboten. Beraten werden sollte zur Abwicklung großer Fahrgastzahlen.
Indien befördert täglich rund 13 Millionen Menschen. Das Netz umfasst etwa 68.000 Kilometer.
Anlass war ein Bericht über überfüllte Bahnsteige in deutschen Großstädten. Er erschien im Frühjahr.
Das Angebot wurde im April übermittelt. Beantwortet wurde es nach elf Wochen.
„Wir danken für das Interesse“, heißt es in der Antwort. Sie ist freundlich formuliert.
Angenommen wurde das Angebot nicht. Als Grund werden unterschiedliche Rahmenbedingungen genannt.
Die Rahmenbedingungen sind tatsächlich verschieden. Löhne, Standards und Dichte unterscheiden sich erheblich.
Vergleichbar ist die Frage, wie 40.000 Menschen einen Bahnsteig verlassen. Sie stellt sich in beiden Ländern.
In Indien wird sie über Wegeführung gelöst. Getrennt werden ankommende und abfahrende Ströme.
In Deutschland teilen sich beide Ströme dieselbe Treppe. Das ist historisch gewachsen.
Gewachsen ist es aus Bahnhöfen des 19. Jahrhunderts. Umgebaut wurden sie selten.
Ein Umbau kostet dreistellige Millionenbeträge. Er dauert Jahre.
Genau deshalb wäre Beratung zur Wegeführung nützlich. Sie ändert die Nutzung ohne Umbau.
Solche Konzepte gibt es in Indien seit den Achtzigern. Sie sind dokumentiert und veröffentlicht.
Die Veröffentlichungen sind auf Englisch. Sie sind frei abrufbar.
Abgerufen wurden sie nach Auskunft des Ministeriums nicht. Bekannt waren sie dort nicht.
Die indische Pünktlichkeit ist auf vielen Strecken schlechter als die deutsche. Auf anderen ist sie besser.
Beeindruckend ist nicht die Qualität. Beeindruckend ist, dass das System überhaupt läuft.
Es läuft, weil es als Grundversorgung verstanden wird. Ein Zug fährt, auch wenn er sich nicht rechnet.
Hierzulande wird ein Zug gestrichen, wenn er sich nicht rechnet. Das ist eine andere Grundannahme.
Herr Sharma pendelt in Mumbai täglich 45 Minuten in einem Vorortzug. Er steht dabei fast immer.
Er sagt, der Zug komme meistens. Er sagt auch, er wisse, dass es besser ginge.
Er hat von dem Angebot in der Zeitung gelesen. Er fand es naheliegend.
Die Antwort hat er nicht gelesen. Sie wurde nicht veröffentlicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Angebot betraf die Abwicklung von 13 Millionen Fahrgästen täglich +++
+++ Antwort kam nach elf Wochen, sie war freundlich formuliert +++
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