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Fürsorge geregelt: Bahn gewährt Lokführern Hitzefrei, sobald der Zug ohnehin steht
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (35 Grad)

Der Chefredakteur hat frei. Der Zug steht. Foto: wpa (Symbolbild)
Mannheim (wpa) – Die Deutsche Bahn hat eine Hitzeregelung für Lokführer eingeführt. Sie gilt ab 35 Grad im Führerstand.
Gemessen wird im Stand. Während der Fahrt wird nicht gemessen.
Im Stand ist es im Führerstand am heißesten. Die Klimatisierung hängt an der Fahrt.
Sie hängt daran, weil sie über die Zugsammelschiene versorgt wird. Im Stand ohne Oberleitungsanschluss fällt sie aus.
„Wir schützen unsere Beschäftigten in der kritischsten Phase“, erklärt Personalvorständin Ingrid Abstellgleis. Kritisch ist der Stillstand.
Steht ein Zug im Sommer länger, steigt die Temperatur im Führerstand um bis zu zwölf Grad. Das ist gemessen.
Gemessen wurde es in einer Untersuchung von 2022. Die Untersuchung liegt vor.
Sie empfiehlt eine netzunabhängige Klimatisierung. Die Nachrüstung kostet 14.000 Euro je Fahrzeug.
Bei 4.100 Fahrzeugen ergibt das 57 Millionen Euro. Vorgesehen ist die Nachrüstung ab 2031.
Bis dahin gilt die Hitzeregelung. Sie kostet nichts.
Greift sie, wird der Lokführer abgelöst. Die Ablösung erfolgt am nächsten Betriebsbahnhof.
Der nächste Betriebsbahnhof ist im Schnitt 41 Kilometer entfernt. Bis dorthin muss gefahren werden.
Gefahren wird mit dem Zug, der wegen der Hitze steht. Er steht, weil die Gleise sich verzogen haben.
Verzogene Gleise erlauben maximal 40 Stundenkilometer. Bei 41 Kilometern sind das gut eine Stunde.
In dieser Stunde gilt die Hitzeregelung nicht. Sie gilt nur im Stand.
Aufgefallen ist das dem Betriebsrat. Er hat im Juli eine Nachbesserung gefordert.
Die Forderung wird geprüft. Geprüft wird sie von der Fachabteilung.
Für Fahrgäste gilt keine Regelung. Für sie gibt es eine Empfehlung.
Empfohlen wird, ausreichend zu trinken. Die Empfehlung wird per Durchsage verbreitet.
Getränke gibt es im Bordbistro. Es fährt an 41 Prozent der Fahrten nicht mit.
Im Juli standen bundesweit 340 Züge wegen Hitze. Betroffen waren rund 90.000 Reisende.
Für sie wurde die Klimaanlage abgeschaltet. Sie hängt an derselben Versorgung wie der Führerstand.
Herr Ferreira ist Lokführer und war im Juli zweimal betroffen. Er hat beide Male weitergefahren.
Er sagt, die Regelung sei gut gemeint. Er sagt auch, im Stand sei er noch nie ausgestiegen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Regelung greift ab 35 Grad, gemessen wird im Stand +++
+++ Im Stand fällt die Klimatisierung aus, sie hängt an der Fahrt +++
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