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Hitzefrei nur im Stand, wo die Klimaanlage ausfällt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (35 Grad)

Der Chefredakteur hat frei. Der Zug steht. Foto: wpa (Symbolbild)
Mannheim (wpa) – Die Bahn hat eine Hitzeregelung für Lokführer eingeführt. Sie gilt ab 35 Grad im Führerstand.
Gemessen wird im Stand. Während der Fahrt wird nicht gemessen.
Im Stand ist es im Führerstand am heißesten. Die Klimatisierung hängt an der Fahrt.
Sie läuft über die Zugsammelschiene. Im Stand ohne Oberleitungsanschluss fällt sie aus.
„Wir schützen unsere Beschäftigten in der kritischsten Phase“, sagt Personalvorständin Ingrid Standtemperatur. Kritisch ist der Stillstand, den man nicht kühlt.
Geschützt wird ab 35 Grad, gemessen genau dort, wo die Kühlung nicht läuft. Die Regelung greift, wenn der Schutz schon weg ist.
Steht ein Zug im Sommer länger, steigt die Temperatur im Führerstand um bis zu zwölf Grad. Das ist gemessen.
Gemessen in einer Untersuchung von 2022. Sie liegt vor, seit drei Jahren.
Drei Jahre lag sie im Haus, jetzt wird sie zur Regelung. Die Regelung ändert die Klimaanlage nicht.
Herr Perner fährt seit zwanzig Jahren Lok. Im Stand sitzt er bei 47 Grad, mit einer Regelung, die bei 35 beginnt.
Erreicht die Regelung ihren Schwellenwert, darf er pausieren. Pausieren kann er nur, wenn er den Zug verlässt, den er bewachen soll.
Die Kühlung käme zurück, wenn er führe. Fahren darf er nicht, es steht ja ein Signal.
Der Vorstand nennt die Regelung einen Meilenstein im Gesundheitsschutz. Der Meilenstein steht im Stand und schwitzt.
Geschützt wird auf dem Papier ab 35 Grad. Auf dem Führerstand sind es dann längst mehr.
Der Minister lobt den vorbildlichen Arbeitsschutz der Bahn. Vorbildlich ist eine Grenze, die dort greift, wo nichts mehr hilft.
Gemessen wird der Schwellenwert, nicht die Abhilfe. Erreicht ist die Grenze, ausgefallen die Kühlung.
Eine Klimaanlage, die nur bei Fahrt läuft, hilft im Stau nicht. Im Stau steht der Zug, und der Lokführer gart.
Für den nächsten Sommer ist eine Prüfung geplant. Geprüft wird, ob man die Klimaanlage vom Fahren löst.
So schützt man die Beschäftigten, indem man den Schwellenwert dort setzt, wo der Schutz endet. Die Regelung ist heiß, die Luft auch.
Die Bahn führt Hitzefrei ab 35 Grad ein, gemessen im Stand, wo die Klimaanlage ausfällt, weil sie an der Fahrt hängt. Geschützt wird der Lokführer genau in dem Moment, in dem der Schutz selbst nicht funktioniert.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Temperaturfühler in 41 Prozent der Fahrzeuge verbaut – wo nicht gemessen wird, gibt es kein Hitzefrei +++
+++ Hitzefrei heißt aussteigen dürfen, nicht abgelöst werden +++
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