Zukunftsberuf vorgestellt: Bahn bildet Lokführer für Strecken aus, auf denen nichts mehr fährt

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Zukunftsberuf vorgestellt: Bahn bildet Lokführer für Strecken aus, auf denen nichts mehr fährt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Streckenkunde)

Waschbär steht in einem Führerstand und blickt auf eine leere Strecke

Der Chefredakteur kennt die Strecke. Sie kennt ihn nicht. Foto: wpa (Symbolbild)

Nürnberg (wpa) – Die Bahn bildet erstmals Lokführer ausschließlich für stillgelegte Strecken aus. Der Kurs läuft seit Februar.

Er dauert neun Monate. Abgeschlossen wird er mit einer Prüfung im Stand.

Geprüft wird Streckenkenntnis. Streckenkenntnis heißt zu wissen, wo eine Kurve war.

„Das Wissen darf nicht verloren gehen“, erklärt Ausbildungsleiter Werner Bremsweg. Verloren gegangen ist bereits die Strecke.

Eingestellt wurden 140 Absolventen. Zugeteilt sind sie 22 Streckenabschnitten.

Auf diesen Abschnitten fuhr zuletzt 2019 ein Zug. Danach wurde die Oberleitung abgebaut.

Die Absolventen fahren dort nicht. Sie halten die Kenntnis vor.

Vorhalten ist ein betrieblicher Fachbegriff. Er beschreibt Bereitschaft ohne Anlass.

Bezahlt wird nach Tarif. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 38.000 Euro im Jahr.

Für 140 Personen ergibt das 5,3 Millionen Euro jährlich. Gefahren wird dafür kein Kilometer.

Der Konzern verweist auf die Reaktivierungspläne. Diese sehen 22 Strecken bis 2031 vor.

2031 wären die ersten Absolventen fünf Jahre im Dienst. Ihre Streckenkenntnis wäre dann fünf Jahre alt.

Streckenkenntnis verfällt nach drei Jahren ohne Befahrung. So steht es in der Vorschrift.

Die Vorschrift stammt aus dem eigenen Regelwerk. Geändert wurde sie nicht.

Damit verfällt die Kenntnis, bevor die Strecke kommt. Beides ist im selben Haus geplant worden.

Zur Auffrischung fahren die Absolventen zweimal jährlich mit dem Auto ab. Sie notieren, was sich verändert hat.

Verändert hat sich vor allem der Bewuchs. In Abschnitt 14 steht inzwischen ein Wald.

Der Wald ist elf Jahre alt und gehört der Bahn. Gefällt werden darf er nicht.

Er wurde 2021 als Ausgleichsfläche angemeldet. Ausgeglichen wurde damit ein Neubau an anderer Stelle.

Der Neubau ist nicht gekommen. Die Ausgleichsfläche ist geblieben.

Herr Sadowski hat 22 Jahre Kesselwagen gefahren und den Kurs im Juli bestanden. Er ist Jahrgangsbester.

Er kennt jede Steigung zwischen Nürnberg und Regensburg. Befahren hat er sie seit 2019 nicht.

Er sagt, er könne die Strecke im Schlaf. Er sagt auch, genau das mache er inzwischen.

Sein Zeugnis hängt gerahmt im Flur. Darunter steht der Abschnitt, für den er zuständig ist.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Prüfung erfolgreich abgelegt, bewertet wurde die Streckenkenntnis im Stand +++

+++ Erster Jahrgang wartet auf Einsatz, der Fahrplan ist für 2031 vorgesehen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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