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Vier geplante Ausfalltage im Jahr, damit die Ausfälle nicht als Verspätung zählen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (planmäßiger Ausfall)

Der Chefredakteur fährt am Streiktag. Der Zug auch. Foto: wpa (Symbolbild)
Paris (wpa) – Die Deutsche Bahn führt ab 2027 planmäßige Ausfalltage ein. Vier Tage im Jahr.
An diesen Tagen fallen Züge nach Plan aus. Angekündigt sechs Wochen vorher.
Planmäßige Ausfälle gehen nicht in die Verspätungsstatistik ein. Das ist der erklärte Zweck.
„Wir schaffen Planbarkeit“, sagt Qualitätsvorständin Anke Planbarkeit. Planbar ist der Ausfall.
Ein Zug, der planmäßig ausfällt, verspätet sich nicht. Er fällt aus, und die Quote bleibt sauber.
Vier Tage im Jahr verschwinden so aus der Statistik. Angekündigt, geplant, nicht gezählt.
Vorbild ist nach eigener Angabe Frankreich. Dort wird regelmäßig gestreikt.
An französischen Streiktagen fahren rund 60 Prozent der Züge. Ein Mindestangebot ist gesetzlich vorgeschrieben.
Sechzig Prozent sind mehr als die deutsche Fernverkehrspünktlichkeit. Die liegt bei 52,6.
Das Vorbild fährt im Streik besser als das Original im Regelbetrieb. Kopiert wird der Ausfall, nicht das Mindestangebot.
Frau Treptow steht an einem der vier Tage am Gleis. Ihr Zug fällt aus, planmäßig, aus der Statistik gehalten.
Sie ist nicht verspätet, sie ist eingeplant weg. Das ist der Unterschied für die Quote, nicht für sie.
Der Vorstand nennt die Ausfalltage einen Beitrag zur Ehrlichkeit. Ehrlich fällt der Zug aus, sauber bleibt die Zahl.
Vier angekündigte Ausfälle heben die Pünktlichkeit der übrigen Tage. Gestrichen wird, was sonst zu spät käme.
Der Minister lobt die transparente Kommunikation der Ausfälle. Transparent ist der Ausfall, verschwunden die Verspätung.
Gemessen wird die Verspätung, nicht der geplante Ausfall. Verspätet ist keiner, gefahren wird an vier Tagen nichts.
Für 2028 sind womöglich sechs Ausfalltage denkbar. Je mehr geplant ausfällt, desto besser die Statistik.
So verbessert die Bahn ihre Pünktlichkeit, indem sie an vier Tagen gar nicht fährt. Kein Zug, keine Verspätung.
Vier Tage Stillstand für eine schönere Zahl. Angekündigt, geplant, aus der Statistik.
Ab 2027 fallen an vier Tagen im Jahr Züge planmäßig aus, damit die Ausfälle nicht als Verspätung zählen, nach französischem Vorbild, das im Streik besser fährt als die Bahn im Alltag. Frau Treptow steht am Gleis, eingeplant weg.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Vier planmäßige Ausfalltage im Jahr, sie zählen nicht als Ausfall +++
+++ An französischen Streiktagen fahren 60 Prozent der Züge +++
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