1,2 Millionen für Radplätze, die kein Rad erreicht

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1,2 Millionen für Radplätze, die kein Rad erreicht

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (zuzüglich Treppe)

Fahrradstellplätze Zuwegung Satire: Waschbär sitzt am Fuß einer langen Treppe, oben stehen leere Fahrradbügel

Vierhundert Plätze. Zweiundzwanzig Stufen. Sechs Prozent Auslastung. Foto: wpa (Symbolbild)

Bielefeld (wpa) – Am Bahnhof stehen 400 neue Fahrradstellplätze. Sie kosten 1,2 Millionen Euro und sind über 22 Stufen erreichbar, also für ein Fahrrad so gut wie gar nicht.

Trocken sind sie, beleuchtet und diebstahlsicher. Nur hinkommt man nicht, jedenfalls nicht mit dem, was man abstellen will.

Die Förderquote lag bei 75 Prozent. Jede Bedingung wurde erfüllt, außer der einen, die keiner aufgeschrieben hat.

Gefordert waren überdachte, sichere Plätze in Bahnhofsnähe. Dass man mit dem Rad auch hinkommt, hat schlicht niemand verlangt.

„Alle Förderkriterien sind erfüllt“, sagt Fördermittelvorstand Reinhold Treppenwitz, und lacht nicht mal dabei.

Eine Rampe gibt es nicht, keine Schieberinne, nichts. Man trägt sein Rad in den Keller, um es sicher abzustellen, das ist der Komfort.

22 Stufen mit einem Rad im Arm, hin und zurück. Wer das zweimal macht, lässt es beim dritten Mal am Geländer.

Am Geländer wird es abgeschlossen und dann abgeschleppt. Ordnungswidrig, sagt der Konzern, der die Rampe vergessen hat.

Belegt ist die Anlage zu vier Prozent. Sechzehn von 400 Plätzen, der Rest steht leer, sauber und sinnlos.

Für den Vorstand ist das ein Erfolg. Er zählt Plätze, nicht Räder, und 400 ist eine schöne Zahl.

Der Bund meldet 400 neue Stellplätze für die Verkehrswende. Die Verkehrswende steht im Keller und kommt nicht hoch.

Geplant hat das ein Büro, das nach Fläche bezahlt wird. Fläche gab es unten billig, Zuwegung kostet, also ließ man sie weg.

Kontrolliert hat es keiner. Eine Prüfung der Erreichbarkeit stand in keinem Formular, und was nicht im Formular steht, gibt es nicht.

Der Minister durchschnitt ein Band. Oben, wo die Kameras standen, nicht unten, wo die Räder scheitern.

Herr Wieland fährt täglich mit dem Rad zum Zug. Er hat die 22 Stufen dreimal probiert und dann aufgegeben.

Jetzt kettet er das Rad an einen Laternenmast. Der ist erreichbar, das ist schon der ganze Vorteil.

Zweimal wurde es ihm aufgebrochen. Der sichere Keller stand derweil leer, hinter 22 Stufen.

Umgebaut wird die Anlage nicht. Eine Rampe wäre eine Änderung, und Änderungen kosten, anders als Versprechen.

Für den nächsten Bahnhof ist schon die nächste Anlage geplant. Die Förderbedingungen dafür stehen noch nicht fest.

Sicher steht dort nur eins: kein Fahrrad. Das ist der einzige Diebstahlschutz, der funktioniert.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Gefördert wird der Bau, nicht die Erreichbarkeit – die Anlage liegt hinter 22 Stufen +++

+++ Eine Rampe wäre kein Stellplatz, sondern ein Zuweg, und damit nicht förderfähig +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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