Neun Prozent gespart, elf Prozent weniger gefahren

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Neun Prozent gespart, elf Prozent weniger gefahren

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (je Zugkilometer mehr)

Energieverbrauch Verkehrsleistung Satire: Waschbär sitzt auf einem breiten leeren Bahnsteig neben mehreren leeren Gleisen

Weniger Verbrauch, weniger Züge. Die zweite Zahl steht auf Seite 64. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Bahn hat ihren Energieverbrauch um neun Prozent gesenkt, die Zahl ist geprüft und richtig. Gesenkt hat sie ihn, indem sie schlicht weniger fährt.

Sie steht im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite elf, ausgewiesen als Effizienzerfolg. Effizienz nennt man hier, was in Wahrheit Angebotsabbau ist.

Auf Seite 64 steht die Verkehrsleistung, die Zugkilometer sind um elf Prozent gesunken. Elf Prozent weniger Zug, neun Prozent weniger Strom, das ist keine Kunst, das ist Schrumpfung.

Wer weniger fährt, verbraucht weniger, Effizienz wäre etwas völlig anderes. Ein abgestellter Zug ist der sparsamste von allen, das schafft jeder.

Je Zugkilometer ist der Verbrauch sogar gestiegen, um 2,2 Prozent. Pro gefahrenem Kilometer schluckt die Bahn mehr, nicht weniger, das ist das Gegenteil des Erfolgs.

Diese Kennzahl steht im Bericht nicht, sie lässt sich nur aus den beiden anderen bilden. Man liefert die Bausteine der Wahrheit und baut sie sorgsam nicht zusammen.

Der Grund für die Steigerung ist bekannt, Umleitungen sind länger und langsamer. Der eigene Baustellenstau treibt den Verbrauch, verbucht wird trotzdem ein Sparerfolg.

Langsamere Fahrten mit mehr Halten verbrauchen mehr, auch das ist Physik. Gegen die Physik hilft kein Nachhaltigkeitsbericht, nur das Weglassen der Zahl.

Die Zahl der Baustellen ist im Berichtsjahr um 31 Prozent gestiegen, auch das steht im Bericht. Nur eben in einem anderen Kapitel, weit weg von der Verbrauchszahl.

Es steht in einem anderen Kapitel, die Kapitel haben verschiedene Verfasser. Getrennte Kapitel, getrennte Autoren, und die unbequeme Verbindung zieht keiner.

Umweltreferent Klaus Verbrauchsminderung nennt das Ergebnis „einen Beleg für den eingeschlagenen Weg“. Der Weg ist eingeschlagen, er ist nur um elf Prozent kürzer geworden.

Der Weg ist eingeschlagen, er ist nur kürzer geworden. Man spart Sprit, indem man die Fahrgäste stehen lässt.

Für das kommende Jahr wird eine weitere Senkung erwartet, im Ausblick beziffert. Der Fortschritt für nächstes Jahr ist schon gebucht, und wieder heißt er weniger fahren.

Der Ausblick nennt minus sieben Prozent, die geplante Verkehrsleistung sinkt um acht. Auch die nächste Sparmeldung ist in Wahrheit die nächste Kürzung.

Der Verbrauch sank um neun Prozent, gefahren wurde elf Prozent weniger. Wer diese zwei Zahlen nebeneinanderlegt, sieht den Trick sofort.

Neun Prozent weniger Verbrauch bei elf Prozent weniger Leistung sind zwei Prozent mehr je Zugkilometer. Der gefeierte Erfolg ist rechnerisch eine Verschlechterung.

Zwei Prozent mehr je Zugkilometer sind eine Verschlechterung, ausgewiesen wird die Senkung. Man zeigt die Zahl, die schmeichelt, und versteckt die, die stimmt.

Ausgewiesen wird sie absolut, weil das Klimaziel absolut formuliert ist, das ist korrekt. Korrekt und praktisch, denn absolut sinkt alles, wenn man nur genug streicht.

Korrekt ist auch, dass die Verschlechterung je Kilometer im Bericht steht, auf Seite 118. Ganz hinten, wo die Nachhaltigkeit niemanden mehr stört.

Verschlechtert hat sich der Wert, weil ältere Fahrzeuge länger fahren, die Neubeschaffung verzögert sich. Die alten Stromfresser bleiben, weil die neuen nicht kommen, und das nennt man grün.

Bei fortgesetzter Angebotskürzung wird das absolute Ziel erreicht. Man erreicht das Klimaziel, indem man die Bahn abschafft, Stück für Stück.

Damit ist das Ziel erreichbar.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Verbrauch minus neun Prozent, Leistung minus elf – je Zugkilometer plus zwei +++

+++ Die Verschlechterung je Kilometer steht auf Seite 118 +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen

QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal📷 Scannen & folgen
🦝Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.

Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →