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Angriff abgewehrt: Hacker verschlüsseln den Fahrplan, aufgefallen ist es nach elf Tagen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Systemstörung)

Der Chefredakteur liest die Tafel. Sie ist wie immer. Foto: wpa (Symbolbild)
Duisburg (wpa) – Unbekannte haben am 3. Juli das Fahrplaninformationssystem der Bahn verschlüsselt. Aufgefallen ist der Angriff am 14. Juli.
In den elf Tagen dazwischen liefen die Anzeigen weiter. Sie zeigten die zuletzt gespeicherten Daten.
Reisende meldeten keine Veränderung. Das ist in der internen Auswertung vermerkt.
„Die Auswirkungen waren begrenzt“, teilt der Konzern mit. Begrenzt waren sie auf null.
Aufgefallen ist der Angriff einem Mitarbeiter der IT. Er wollte eine Baustelle einpflegen.
Das Einpflegen war nicht möglich. Die Fehlermeldung war eindeutig.
Er hat den Vorgang gemeldet. Die Meldung ging an die Sicherheitsstelle.
Die Sicherheitsstelle hat innerhalb von vier Stunden reagiert. Das gilt als guter Wert.
Gefordert wurde ein Lösegeld in Kryptowährung. Es betrug umgerechnet 4,1 Millionen Euro.
Gezahlt wurde nicht. Wiederhergestellt wurde aus einem Backup.
Das Backup stammt vom 28. Juni. Es ist damit fünf Tage älter als der Angriff.
Die Daten der fünf Tage waren verloren. Betroffen waren 190 Fahrplanänderungen.
Sie mussten neu eingepflegt werden. Das dauerte drei Wochen.
In diesen drei Wochen zeigten die Anzeigen erneut veraltete Daten. Reisende meldeten keine Veränderung.
Der Vorfall wurde dem Bundesamt gemeldet. Die Meldung erfolgte fristgerecht.
Fristgerecht heißt binnen 24 Stunden nach Kenntnis. Kenntnis bestand ab dem 14. Juli.
Die elf Tage davor sind keine Kenntnis. Das ist rechtlich unstrittig.
Der Konzern hat anschließend seine Erkennungssysteme überprüft. Die Überprüfung dauerte zwei Monate.
Festgestellt wurde, dass die Systeme funktionierten. Sie hatten den Vorgang protokolliert.
Protokolliert wurde er in einer Logdatei. Gelesen wird sie bei Bedarf.
Bedarf entsteht nach einer Meldung. Eine Meldung kam am 14. Juli.
Für die Zukunft ist eine automatische Auswertung vorgesehen. Sie ist für 2029 geplant.
Herr Kowalczyk arbeitet in der Duisburger Bahnhofsmission und beobachtet die Tafel täglich. Er hat nichts bemerkt.
Er sagt, die Tafel stimme ohnehin selten. Er sagt auch, das habe er nie als Angriff verstanden.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Elf Tage unbemerkt, die Anzeigen liefen wie gewohnt +++
+++ Lösegeld nicht gezahlt, die Daten waren älter als das Backup +++
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