⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.
Cargo behält die Wagen und wirft die Ladung raus
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (ohne Ladung)

Der Chefredakteur zählt die Wagen. Er kommt weit. Foto: wpa (Symbolbild)
Mainz (wpa) – DB Cargo trennt sich vom Güterverkehr. Behalten werden die Güterwagen.
Der Beschluss fiel am Dienstag. Verkauft wurde er als Fokussierung.
Fokussiert wird auf den Wagen. Die Ladung gilt ab jetzt als Störfaktor.
„Der Wagen war nie das Problem“, sagt Spartenchef Bernhard Kupplung. Problem sei immer das gewesen, was man reinlegt.
Leer wiegt ein Güterwagen 22 Tonnen. Beladen bis zu 90.
Damit erklärt der Konzern jeden Verschleiß der letzten dreißig Jahre. Nachgerechnet hat es keiner.
Nachrechnen war auch nicht nötig. Die Zahl stand in einer Präsentation.
Die Sparte schafft erstmals 100 Prozent Pünktlichkeit. Gefahren wird nicht mehr.
Auch die Schadensquote fällt auf null. Wo nichts fährt, geht nichts kaputt.
Beide Zahlen stehen im Konzernbericht. Beide sind korrekt erhoben.
Aufgegeben wurde der Einzelwagenverkehr in der Fläche. Er war defizitär.
Defizitär, weil die Fixkosten auf wenige Sendungen entfielen. Stimmt betriebswirtschaftlich.
Stimmt auch: es kamen weniger Sendungen, seit weniger Anschlüsse bedient wurden.
2015 waren es 2.400. Heute 610.
Jeder gestrichene Anschluss schiebt seine Ladung auf die Straße. Zurück kommt sie nicht.
Die 6.200 Beschäftigten werden umgesetzt. Sie betreuen künftig den Bestand.
Betreuen heißt nachsehen, ob noch alle da sind. Bisher waren immer alle da.
In Maschen stehen 14.000 Wagen in einer Reihe. Elf Kilometer lang.
Die Flächen sind gemietet. Die Wagen längst abgeschrieben.
Gezählt wird zweimal im Jahr. Das dauert vier Tage.
Gezählt wird zu Fuß. Das elektronische System wurde 2019 abgeschaltet.
Es hatte zu viele Wagen gemeldet. Zu viele Wagen zu melden gilt als Datenfehler.
Zu wenig Güter zu fahren gilt dagegen als Marktlage. Der Unterschied liegt in der Zuständigkeit.
Die Kunden wurden schriftlich informiert. Zwei Sätze.
Im ersten dankt man für das Vertrauen. Im zweiten steht, wohin man sich künftig wenden möge.
Gemeint ist die Straße. Genannt wird sie nicht.
Eine Sägerei im Sauerland fragte, ob sie ihre zwei Wagen behalten dürfe. Antwort: ja.
Behalten darf sie die Wagen. Bewegen darf sie sie nicht.
Herr Wenzel hat 31 Jahre im Rangierdienst in Maschen gearbeitet. Jetzt zählt er die Reihe.
Er sagt, es sei sehr ruhig geworden. Er sagt auch, er habe den Beruf wegen des Lärms gelernt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Bediente Gleisanschlüsse von 2.400 auf 610 gesunken +++
+++ 14.000 abgestellte Wagen auf angemieteten Flächen +++
Mehr Satire-Ersatzverkehr:
Alle Meldungen der Waschbär-Presseagentur
Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgen