Cargo behält die Wagen und wirft die Ladung raus

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Cargo behält die Wagen und wirft die Ladung raus

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (ohne Ladung)

Waschbär steht vor einer langen Reihe abgestellter Güterwagen auf einem stillgelegten Rangiergleis

Der Chefredakteur zählt die Wagen. Er kommt weit. Foto: wpa (Symbolbild)

Mainz (wpa) – DB Cargo trennt sich vom Güterverkehr. Behalten werden die Güterwagen, weg soll die Ladung.

Der Beschluss fiel am Dienstag. Verkauft wurde er als Fokussierung.

Fokussiert wird auf den Wagen. Die Ladung gilt ab jetzt als Störfaktor.

„Der Wagen war nie das Problem“, sagt Spartenchef Bernhard Kupplung. Problem sei immer das gewesen, was man reinlegt.

Leer wiegt ein Güterwagen 22 Tonnen. Beladen bis zu 90, das ist die Last, im doppelten Sinn.

Ohne Ladung rollt der Wagen leichter. Er verspätet sich nie, er transportiert ja nichts.

Ein leerer Wagen ist pünktlich, sauber, pflegeleicht. Ein voller macht Arbeit, Termine, Ärger.

Also konzentriert man sich aufs Rollmaterial. Das Material rollt, der Zweck bleibt liegen.

Der Vorstand nennt das eine strategische Neuausrichtung. Ausgerichtet wird auf das Leere.

Herr Faust wollte Stahl verladen, wie seit Jahren. Man sagte ihm, Ladung sei nicht mehr das Geschäft.

Das Geschäft sei der Wagen, nicht die Fracht. Er solle es woanders versuchen, mit dem Lkw.

Also fährt sein Stahl jetzt über die Straße. Die Schiene behält den Wagen, leer und pünktlich.

Der Minister lobt die Verlagerung auf die Schiene. Verlagert wurde die Ladung auf die Straße.

Gemessen wird die Pünktlichkeit der Wagen. Leere Wagen sind zu 100 Prozent pünktlich.

Ein Güterverkehr ohne Güter ist ein Widerspruch. Für die Statistik ist er eine Wohltat.

Denn die Ladung war das Problem, sagt der Chef. Ohne sie läuft alles wie am Schnürchen, ins Leere.

Für nächstes Jahr sind noch leichtere Wagen geplant. Noch weniger Last, noch mehr Pünktlichkeit.

So rollt die Bahn ihrem Zweck davon. Der Wagen bleibt, die Fracht geht, die Straße gewinnt.

22 Tonnen leer, null Tonnen Ladung, hundert Prozent pünktlich. Das ist der neue Güterverkehr.

DB Cargo behält die Wagen und wirft die Ladung raus. Der Wagen war nie das Problem, sagt der Chef, das Problem war, wofür es ihn gibt.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Bediente Gleisanschlüsse von 2.400 auf 610 gesunken +++

+++ 14.000 abgestellte Wagen auf angemieteten Flächen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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