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Bürgeramt verlost seine Termine, gewinnen sechs Prozent, ankommen die Pünktlichen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ziehung monatlich)

Der Chefredakteur hat sich beworben. Die Ziehung ist am Ersten. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Ein Berliner Bürgeramt vergibt seine Termine seit Juli im Losverfahren. Gezogen wird am Ersten des Monats.
Zur Verfügung stehen 900 Termine. Im ersten Monat bewarben sich 14.000 Menschen.
Die Trefferquote beträgt 6 Prozent. Wer nicht gezogen wird, bewirbt sich erneut.
„Das Verfahren ist gerecht“, sagt Amtssprecher Kurt Terminlos. Gerecht ist der Zufall.
Vorher galt das Prinzip der schnellsten Anmeldung. Termine waren binnen Sekunden weg.
Vergeben wurden sie überwiegend an Nutzer mit Skripten. Das war der Anlass für die Umstellung.
Skripte sind jetzt wirkungslos. Das ist der erklärte Erfolg.
Gelöst wurde das Problem der Skripte, nicht der Termine. 900 für 14.000 bleiben 900 für 14.000.
Sechs Prozent gewinnen, 94 bewerben sich neu. Verlost wird der Mangel, gerecht.
Herr Kannenberg gewann einen Termin, nach drei Monaten Losen. Erreichen musste er ihn mit der Bahn.
Sein Zug hatte Verspätung, er kam zu spät, der Termin verfiel. Gewonnen hatte er, angekommen nicht.
Der Zufall gab ihm den Termin, die Bahn nahm ihn wieder. Zwei Lotterien, eine Enttäuschung.
Der Vorstand der Bahn taucht in dem Verfahren nicht auf. Sein Beitrag ist die Verspätung zum gewonnenen Termin.
Der Minister lobt die faire Neuordnung der Terminvergabe. Fair verlost, unpünktlich erreicht.
Gemessen wird die Wirkungslosigkeit der Skripte, nicht die Zahl der Termine. Gelöst ist das Skript, geblieben der Mangel.
Wer gewinnt, braucht dann noch einen pünktlichen Zug. Der ist die zweite Lotterie, mit schlechterer Quote.
Für mehr Termine bräuchte es mehr Personal. Verlost wird stattdessen, das kostet nichts.
So macht ein Amt seine Vergabe gerecht, indem es den Mangel verlost. 900 Lose, 14.000 Hände, ein Zufall.
Sechs Prozent Trefferquote, ein verfallener Termin, eine verspätete Bahn. Das ist der Weg zum Amt.
Ein Berliner Bürgeramt verlost seine 900 Termine unter 14.000 Bewerbern, gerecht per Zufall, doch wer gewinnt, muss den Termin noch mit der Bahn erreichen. Herr Kannenberg zog einen und kam zu spät, sein Zug hatte Verspätung.
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