Bürgeramt verlost Termine, der Zug kommt zu spät

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Bürgeramt verlost Termine, der Zug kommt zu spät

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ziehung monatlich)

Bürgeramt Satire: Waschbär steht in einem leeren Behördenflur vor einer Reihe geschlossener Türen

Der Chefredakteur hat sich beworben. Die Ziehung ist am Ersten. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Ein Berliner Bürgeramt vergibt seine Termine seit Juli im Losverfahren. Gezogen wird am Ersten des Monats.

Zur Verfügung stehen 900 Termine. Im ersten Monat bewarben sich 14.000 Menschen.

Die Trefferquote beträgt 6 Prozent. Wer nicht gezogen wird, bewirbt sich erneut.

„Das Verfahren ist gerecht“, teilt das Amt mit. Gerecht ist der Zufall.

Vorher galt das Prinzip der schnellsten Anmeldung. Termine waren binnen Sekunden weg.

Vergeben wurden sie überwiegend an Nutzer mit Skripten. Das war der Anlass für die Umstellung.

Skripte sind jetzt wirkungslos. Das ist der erklärte Erfolg.

Die Zahl der Termine ist unverändert. Unverändert ist auch der Bedarf.

Der Bedarf kommt aus Anmeldungen, Ausweisen und Führungszeugnissen. Rund 14.000 im Monat.

Bearbeitet werden können 900. Die Differenz ist die eigentliche Zahl.

Am Losverfahren hat sie sich nicht verändert. Verändert hat sich die Verteilung.

Jeder hat jetzt dieselbe Chance. Dieselbe Chance ist nicht dieselbe Voraussetzung.

Ein Termin um 8:10 Uhr ist für den erreichbar, der ein Auto hat. Wer mit dem Zug kommt, ist um 8:40 Uhr da.

Der Termin verfällt nach zehn Minuten. Verfallene Termine erscheinen als Nichterscheinen.

Nichterscheinen lag im Vorjahr bei 14 Prozent. Gilt als Problem der Terminverlässlichkeit.

Zur Verbesserung kam eine Erinnerungs-SMS. Sie kostet 41.000 Euro im Jahr.

Die SMS kommt am Vorabend und nennt die Uhrzeit.

Die Uhrzeit war nie das Problem.

Das Amt hat 22 Stellen. Sieben davon unbesetzt.

Unbesetzt seit über einem Jahr. Ausgeschrieben werden sie halbjährlich.

Eine Aufstockung wäre möglich. Rund 490.000 Euro im Jahr.

Der Bezirkshaushalt weist einen Fehlbetrag aus. 14 Millionen Euro.

Wer dringend einen Termin braucht, kann eine Härtefallprüfung beantragen. Schriftlich.

Bearbeitet wird sie in vier Wochen. Anerkannt wurden im Juli elf von 340 Anträgen.

Berlinweit werden monatlich rund 12.000 Termine verlost. Beworben haben sich 190.000 Menschen.

Herr Özdemir braucht einen neuen Personalausweis. Der alte ist im Mai abgelaufen.

Ein abgelaufener Ausweis ist eine Ordnungswidrigkeit. Bußgeld bis zu 3.000 Euro.

Er hat sich viermal beworben. Beim fünften Versuch wurde er gezogen.

Sein Termin liegt um 8:10 Uhr. Sein erster Zug kommt um 8:40.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Nichterscheinen bei 14 Prozent, gewertet als Problem der Terminverlässlichkeit +++

+++ Erinnerungs-SMS für 41.000 Euro im Jahr nennt die Uhrzeit +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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