Halte rund um Homburg: Zollbahnhof West, Eichelscheid und Beeden
Rund um Homburg liegen drei Orte, an denen Züge nicht mehr halten: der Zollbahnhof West, der Bahnhof Eichelscheid und der Haltepunkt Beeden. Alle drei hängen mit der Grenze des Saargebiets oder der Strecke nach Zweibrücken zusammen.


Orte: Zollbahnhof Homburg (Saar) West, Bahnhof Eichelscheid, Haltepunkt Homburg-Beeden. Status: an allen dreien gibt es keinen regulären Personenverkehr mehr, Beeden soll mit der Strecke nach Zweibrücken reaktiviert werden. Heute: Das Gelände des Zollbahnhofs ist gewidmetes Bahnbetriebsgelände.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte der Abschnitt von Homburg nach Saarbrücken zum neu geschaffenen Saargebiet.
In diese Zeit fallen die Bahnanlagen, um die es hier geht.
Dieser Beitrag behandelt den Zollbahnhof Homburg (Saar) West, den Bahnhof Eichelscheid und den Haltepunkt Homburg-Beeden.
An allen dreien halten keine Personenzüge mehr, die Strecken selbst sind aber nicht alle stillgelegt: Die Magistrale Mannheim–Saarbrücken ist in Betrieb, die Strecke nach Zweibrücken soll reaktiviert werden.
Der Bahnhof Jägersburg an der Glantalbahn hat bereits einen eigenen Beitrag.
Freie Fotos des Zollbahnhofs und des Bahnhofs Eichelscheid gibt es auf Wikimedia Commons nicht, deshalb zeigen die Bilder nur Beeden und die Strecke nach Zweibrücken.
Zollbahnhof Homburg (Saar) West
Der Zollbahnhof Homburg (Saar) West geht auf das 1920 neu geschaffene Saargebiet zurück.
Er entstand nördlich der seit 1904 bestehenden Strecke Homburg–Rohrbach auf den Gemarkungen von Homburg, Limbach und Altstadt.
Verbindungskurven führten zu den Strecken nach Neunkirchen und nach Zweibrücken.
Der Zollbahnhof war für den Güterverkehr zuständig.
Entlang der Hauptstrecke gab es auf Höhe des Zollbahnhofs den Haltepunkt Homburg West, der den dort Beschäftigten diente.
Auch Anwohner der nahen Orte Beeden und Altstadt nutzten ihn.
In den 1960er Jahren wurde der Haltepunkt geschlossen.
Das Gelände umfasst 50 Hektar und liegt auf der Gemarkung des Kirkeler Ortsteils Altstadt, nördlich der Landstraße 119 zwischen Limbach und Homburg.
Die Eisenbahn nutzte die Fläche nur knapp 30 Jahre lang.
Vom Schwarzen Woog zum Gleisfeld
An der Stelle des Zollbahnhofs lag ursprünglich ein größerer See, der Schwarze Woog.
Er wird in einer Urkunde vom 29. April 1434 erwähnt, in der die Hälfte des Sees den Wörschweiler Klosterbrüdern zugesprochen wurde.
1808 ließ Napoleon den Weiher trockenlegen, damit die Kaiserstraße von Metz nach Mainz geradlinig durch das Gebiet verlaufen konnte.
Die Bauern, denen das Land gehörte, protestierten dagegen vergeblich.
Nach dem Ende des Sees nutzten sie den ehemaligen Seegrund als Ackerland.
Noch heute heißt der Wasserlauf, der das Gebiet zur Blies hin entwässert, Schwarzweihergraben.
Für den Zollbahnhof wurde der weiche Untergrund mit Hochofenschlacke und Abraum aus den Kohlegruben befestigt.
Am westlichen Rand musste ein Einschnitt gesprengt werden, um die Gleise der Hauptstrecke wieder anzuschließen.
Vom Zollbahnhof zum Naturschutzgebiet
Mit der Rückgliederung des Saargebiets an das Deutsche Reich 1935 verlor der Zollbahnhof seine Aufgabe.
Danach diente er als Verschiebebahnhof für Truppen und Material.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland erneut abgetrennt, und Homburg war wieder Zollbahnhof.
Spätestens mit dem 6. Juli 1959, der wirtschaftlichen Eingliederung des Saarlandes, war die Aufgabe des Zollbahnhofs überholt.
Seit Beginn der 1950er Jahre wurden die Anlagen nach und nach aufgegeben.
Danach etablierte sich hier der Gleisbauhof Homburg der Deutschen Bundesbahn.
Weite Teile des Geländes fielen brach, und Pflanzen und Tiere konnten sich ungestört entwickeln.
Biologische Gutachten wiesen hier das größte zusammenhängende Gebiet mit Trockenrasen im Südwesten nach.
Die Mauereidechse kam in einer Population vor, die als größte in Südwestdeutschland galt.
Nachgewiesen wurden mindestens 69 Vogelarten, darunter Nachtigall, Neuntöter und Wiedehopf.
Mitte der 1980er Jahre wollten die Saarbergwerke auf dem Areal eine Kohlehalde anlegen.
Einwohner von Altstadt und Kommunalpolitiker protestierten dagegen, und Gutachten belegten die besondere Bedeutung des Geländes.
Auch die Deutsche Bahn verwarf ihren Plan, eine Trasse für Hochgeschwindigkeitszüge diagonal durch den Zollbahnhof zu führen.
2004 erhielt das Gebiet im Landesentwicklungsplan Umwelt des Saarlandes den Status Vorranggebiet für Naturschutz.
Es ist dennoch weiterhin gewidmetes Bahnbetriebsgelände.
Teile des Geländes werden industriell genutzt, unter anderem für Gleisbau und Lagerplätze.
Ab 2005 siedelte sich auf dem Areal das Eisenbahnverkehrsunternehmen Bahnlog an, das Schotterverkehre, Aufbereitung und Baustellenlogistik übernimmt.
Anfang November 2008 gründete sich eine Bürgerinitiative aus Altstadt, Lappentascherhof, Beeden und Limbach, die sich gegen Staub, Lärm und Abwasser wendet.
Naturschutzbund und BUND kritisierten die Zerstörung von Biotopen.
Eichelscheid: ein Grenzbahnhof ohne Halt
In Eichelscheid gab es von 1892 bis 1959 einen Bahnhof.
Er lag auf der Gemarkung des Homburger Stadtteils Bruchhof-Sanddorf und hieß zunächst Eichelscheid-Lambsborn.
Im Personenverkehr diente er vor allem Einwohnern von Bechhofen, Lambsborn, Rosenkopf und Wiesbach, für die er der nächste Bahnhof war.
Dem Bahnhof war ein Güterbahnhof angeschlossen.
Dort wurden vor allem Dünger, Saatgut und landwirtschaftliche Maschinen umgeschlagen, besonders für den Eichelscheiderhof.
Nach dem Ersten Weltkrieg fanden im Personenverkehr in Eichelscheid und in Homburg Zollkontrollen statt.
Auch der Grenzübergang der Kaiserstraße befand sich hier.
Zur Dauer der Grenzfunktion gehen die Angaben auseinander: Nach einer Darstellung war der Bahnhof von 1920 bis 1935 und von 1945 bis Ende 1956 Grenzstation, nach einer anderen erhielt er ab 1947 die Funktion eines Zollbahnhofs.
Nach der erneuten Abtrennung des Saarlandes verkehrten zwischen Bruchmühlbach und Eichelscheid nur wenige Züge über die Grenze.
Sie dienten den Arbeitern, die im Saarland beschäftigt waren.
Mit der wirtschaftlichen Eingliederung des Saarlandes 1959 ließ die Bundesbahn den Bahnhof auf.
Westlich des aufgelassenen Bahnhofs befand sich zeitweise die Überleitstelle Bruchhof.
Durch Bruchhof verläuft die Strecke Mannheim–Saarbrücken weiterhin, eine Haltestelle gibt es dort nicht mehr.
Homburg-Beeden: der Haltepunkt an der Strecke nach Zweibrücken
Die Strecke Homburg–Zweibrücken wurde am 7. Mai 1857 eröffnet.
In ihren ersten Jahrzehnten gab es in Beeden keinen Haltepunkt.
Im August 1934, zur Zeit der Saareisenbahnen, entstand zwischen Homburg und Schwarzenacker der Haltepunkt Homburg-Beeden.
Er erschloss den gleichnamigen Homburger Stadtteil und lag am nordöstlichen Rand von Beeden.
Es gab ein kleines Empfangsgebäude.
Nach dem Ersten Weltkrieg lagen bis auf Zweibrücken alle Orte entlang der Strecke im Saargebiet, deshalb verlor die Verbindung an Bedeutung.
Am 26. Mai 1989 wurde der Personenverkehr zwischen Schwarzenacker und Einöd eingestellt.
Am 31. Mai 1991 endete der Verkehr zwischen Homburg und Schwarzenacker sowie auf der anschließenden Strecke durch das Bliestal.
1996 folgte zwischen Homburg und Einöd die Stilllegung.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen, die Strecke zu reaktivieren.
Die Haltepunkte Homburg-Beeden und Schwarzenacker sollen dabei wieder in Betrieb gehen.
Am 22. August 2022 erging der Planfeststellungsbeschluss für die Maßnahmen in Rheinland-Pfalz, das Verfahren auf saarländischer Seite wurde im Oktober 2023 abgeschlossen.
Nach Angaben der Deutschen Bahn vom 17. November 2025 ist der Abschnitt Homburg–Einöd etwa 6,3 Kilometer lang.
Für Rodungsarbeiten zwischen Homburg und Einöd war der Zeitraum vom 20. November 2025 bis zum 28. Februar 2026 vorgesehen.
Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2028 geplant.
Vorgesehen sind außerdem eine Elektrifizierung und ein neues elektronisches Stellwerk in Homburg-Einöd.
Jägersburg: nur ein Hinweis
Auch der Bahnhof Jägersburg an der Glantalbahn gehört zu den früheren Grenzorten rund um Homburg.
Dort fanden im Bahnhof, der ab 1921 Jägersburg hieß, Zollkontrollen statt.
Mit der politischen Wiederangliederung des Saarlandes 1956 wurde er für den Personenverkehr stillgelegt.
Zu diesem Halt gibt es einen eigenen Beitrag: Der Bahnhof Jägersburg.
Zur Glantalbahn gibt es außerdem den Beitrag Die Glantalbahn zwischen Altenglan und Staudernheim.
Die Geschichte in Daten
29. April 1434: Der Schwarze Woog wird urkundlich erwähnt.
1808: Napoleon lässt den Weiher trockenlegen.
1892: Der Bahnhof Eichelscheid wird eröffnet.
1. Januar 1904: Die Strecke Homburg–Rohrbach wird eröffnet.
1920: Das Saargebiet wird geschaffen.
August 1934: Der Haltepunkt Homburg-Beeden wird gebaut.
1935: Das Saargebiet wird dem Deutschen Reich wieder angegliedert.
6. Juli 1959: Das Saarland wird wirtschaftlich eingegliedert.
1959: Die Bundesbahn lässt den Bahnhof Eichelscheid auf.
1960er Jahre: Der Haltepunkt Homburg West wird geschlossen.
Mitte der 1980er Jahre: Pläne für eine Kohlehalde auf dem Zollbahnhofgelände stoßen auf Protest.
26. Mai 1989: Der Personenverkehr zwischen Schwarzenacker und Einöd endet.
31. Mai 1991: Der Verkehr zwischen Homburg und Schwarzenacker endet.
1996: Stilllegung der Strecke zwischen Homburg und Einöd.
2004: Das Zollbahnhofgelände wird Vorranggebiet für Naturschutz.
20. November 2025: Beginn der geplanten Rodungsarbeiten zwischen Homburg und Einöd.
Dezember 2028: Geplante Inbetriebnahme der Strecke Homburg–Zweibrücken.
Häufige Fragen
Was war der Zollbahnhof Homburg West?
Ist das Gelände des Zollbahnhofs heute noch Bahnland?
Wann wurde der Bahnhof Eichelscheid aufgelassen?
Wann wurde der Haltepunkt Homburg-Beeden gebaut?
Soll die Strecke Homburg–Zweibrücken wieder befahren werden?
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