Berlins verlorene Kopfbahnhöfe: Lehrter, Stettiner, Görlitzer und mehr
Berlin hatte einmal acht Kopfbahnhöfe für den Fernverkehr. Dieser Beitrag folgt den Spuren von Lehrter, Stettiner, Görlitzer, Hamburger, Dresdener und Wriezener Bahnhof sowie dem alten Ostbahnhof.

Lage: Berlin, Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain. Status: Die Fernbahnhöfe sind stillgelegt, der Hamburger Bahnhof wird als Museum genutzt. Heute: Hauptbahnhof, Görlitzer Park, Nordbahnhof Carré, Museum.
Berlin besaß einmal acht Kopfbahnhöfe für den Fernverkehr.
Über den Potsdamer Bahnhof und den Anhalter Bahnhof gibt es eigene Beiträge.
Hier geht es um den Lehrter, den Stettiner und den Görlitzer Bahnhof, um den Hamburger und den Dresdener Bahnhof sowie um den alten Ostbahnhof und den Wriezener Bahnhof.
Mehrere Namen leben an anderer Stelle weiter: Der Berliner Hauptbahnhof steht an der Stelle des Lehrter Bahnhofs, der S-Bahnhof Nordbahnhof liegt am früheren Stettiner Bahnhof, und den Namen Görlitzer Bahnhof trägt heute ein U-Bahnhof in der Nähe.
Beschrieben werden die stillgelegten Anlagen, nicht diese Nachfolger.
Der Lehrter Bahnhof
Der Lehrter Bahnhof wurde ab 1868 gebaut, 1871 eröffnet und war bis 1951 der Berliner Ausgangspunkt der Lehrter Bahn nach Lehrte in Niedersachsen.
Die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft baute von 1868 bis 1871 diese 239 Kilometer lange Strecke, die Hannover über Lehrte mit Berlin verband.
Entworfen wurde der Bahnhof von den Architekten Alfred Lent, Bertold Scholz und Richard La Pierre.
Er entstand am damaligen Friedrich-Carl-Ufer der Spree, die Hauptachse verlief parallel zur Ufermauer des Humboldthafens.
Der Hamburger Bahnhof lag in unmittelbarer Nachbarschaft.
So sah es vorher aus: Halle und Fassade

Die einschiffige Bahnhofshalle war 188 Meter lang und 38 Meter breit und mit einer eisernen Bogenbinder-Konstruktion überdeckt.
Anders als bei den früheren Berliner Fernbahnhöfen mit Ziegelfassaden war Werkstein vorgesehen, aus Kostengründen wurde das Gebäude aber als verputzter Backstein-Mauerwerksbau ausgeführt.
Wegen seiner prunkvollen Architektur galt der Bahnhof als „Schloss unter den Bahnhöfen“.
Im Westen lag der Ankunftsbereich, im Osten der Abfahrtsbereich.
Ursprünglich gab es fünf Gleise, um 1900 wurde eines entfernt, um den Mittelbahnsteig verbreitern zu können.
Mit der Eröffnung der Stadtbahn 1882 stieg der Bedarf an Zugverbindungen am Lehrter Bahnhof stark.
Im Oktober 1884 wurde der Personenverkehr des Hamburger Bahnhofs hierher verlegt.
1886 wurde die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht, und mit ihr der Lehrter Bahnhof.
Schon 1872 fuhren auf der Lehrter Bahn Expresszüge mit 90 Kilometern pro Stunde.
Ab dem 19. Dezember 1932 fuhr der Diesel-Schnelltriebwagen Fliegender Hamburger mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde in 138 Minuten vom Lehrter Bahnhof nach Hamburg.
In den 1930er Jahren sah die Planung des Generalbauinspektors Albert Speer vor, den Lehrter Bahnhof für eine Große Halle abzureißen.
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde diese Ausführung hinfällig.
Das Ende des Lehrter Bahnhofs

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer beschädigt.
Nach dem Krieg wurde die ausgebrannte Ruine so weit instand gesetzt, dass ein notdürftiger Verkehr wieder möglich war.
Am 27. August 1951 fuhr letztmals ein Zug aus der offenen Bahnhofshalle nach Wustermark und Nauen, danach wurde der Betrieb eingestellt.
Am 9. Juli 1957 begann die Abtragung der Ruine, am 22. April 1958 wurde das Hauptportal gesprengt.
Der Bauschutt diente zur Herstellung von Ziegelsplitt für den Wiederaufbau der Stadt.
Die Abrissarbeiten zogen sich bis in den Sommer 1959, weil die nahe Halle des Lehrter Stadtbahnhofs und das Stadtbahnviadukt nicht beschädigt werden durften.

Das Betriebswerk beendete seinen Dienst am 3. Juli 1952 mit dem Abzug der letzten Lokomotiven, einen offiziellen Schließungstermin gab es nicht.
Der Lehrter Güterbahnhof wurde am 1. November 1980 für den Güterverkehr geschlossen.
Nördlich des heutigen Hauptbahnhofs bestand bis in die 2000er Jahre der Containerbahnhof Hamburger und Lehrter Bahnhof.
Heute liegen dort zwei Gütergleise und die Europacity.
Der Lehrter Stadtbahnhof
Am 7. Februar 1882 wurde die Berliner Stadtbahn eröffnet, und am nördlichen Ende der Halle des Lehrter Bahnhofs entstand auf einem Viadukt der Lehrter Stadtbahnhof.
Er lag im rechten Winkel zu den Gleisen des Fernbahnhofs, und nur das Gleispaar für den Stadt- und Vorortverkehr erhielt einen Bahnsteig.
Mit der Umstellung des Stadtbahnbetriebs auf die S-Bahn wurde er ab 1. Dezember 1930 zum S-Bahnhof.
Nach 1951 verlor er an Bedeutung, weil der Umstieg zum alten Lehrter Bahnhof entfiel.

Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 war er in Richtung Osten der letzte Bahnhof im Westteil Berlins, der nächste Bahnhof Friedrichstraße lag im Sowjetischen Sektor.
Am 9. Januar 1984 wurde er mit der Übergabe der S-Bahn West an die BVG zur Grenzstation der Bahngesellschaften, hier übernahm Reichsbahn-Personal die Züge für die Weiterfahrt bis Friedrichstraße.
Der denkmalgeschützte Bahnhof wurde 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins für rund zehn Millionen Mark saniert.
Für den Bau des neuen Hauptbahnhofs wurde er im Sommer 2002 abgerissen.

Der Hauptbahnhof wurde 2006 eingeweiht.
Die neue S-Bahn-Station liegt in unmittelbarer Nähe der Position des alten Stadtbahnhofs.
Der Hamburger Bahnhof
Berlin und Hamburg beschlossen 1841 per Staatsvertrag den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen beiden Städten.
Am 15. Oktober 1846 fand die Jungfernfahrt nach Hamburg statt, der Bahnhof war damals noch im Bau, sodass der Zug aus einem Güterschuppen abfuhr.
Das Empfangsgebäude entstand von 1846 bis 1847 nach Plänen von Friedrich Neuhaus und Ferdinand Wilhelm Holz.
Der moorige Baugrund musste mit Sand aufgeschüttet und der Spreekanal nach Norden verlegt werden.
1851 nahm die Berliner Verbindungsbahn vom Stettiner Bahnhof über den Hamburger Bahnhof zu den anderen Berliner Kopfbahnhöfen den Betrieb auf.
Im Oktober 1884 wurde der Bahnhof für den Personenverkehr geschlossen, weil der nahe Lehrter Bahnhof nun auch den Verkehr in Richtung Hamburg übernahm.
Die Bahnhofshalle wurde entfernt, das Güterbahngelände dahinter blieb als Ableger des Lehrter Güterbahnhofs bis Ende der 1980er Jahre bestehen.

Am 14. Dezember 1906 eröffnete im Empfangsgebäude das Königliche Bau- und Verkehrsmuseum, dafür wurde eine neue Ausstellungshalle errichtet.
Von 1909 bis 1911 entstand der linke, von 1914 bis 1916 der rechte Flügelbau.
1944 erlitt das Gebäude starke Schäden.
1984 schloss der Berliner Senat einen Pachtvertrag mit der Deutschen Reichsbahn, um das Gebäude wieder nutzbar zu machen, ab dem 8. April 1984 konnte es für kurze Zeit besichtigt werden.
Am 2. November 1996 wurde es als Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart wiedereröffnet.
Den früheren Güterbahnhof bauten die Architekten Kuehn Malvezzi 2004 zu den Rieckhallen um.

Das Gebäude gilt als das einzige erhaltene Empfangsgebäude der großen Berliner Kopfbahnhöfe.
Im November 2022 kaufte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den Hamburger Bahnhof für 66 Millionen Euro, die Rieckhallen erwarb das Land Berlin.
Von 1928 bis nach 1991 stand vor dem Gebäude das Gefallenendenkmal der Eisenbahner, die Bronzefigur ist seit 2016 in der Zitadelle Spandau ausgestellt.
Der Stettiner Bahnhof

Der Stettiner Bahnhof war der Ausgangspunkt der Stettiner Bahn und der dritte Bahnhof der Stadt.
Am 30. Juli 1842 befuhr der Eröffnungszug die Strecke bis Neustadt-Eberswalde, zwei Tage darauf begann der planmäßige Verkehr.
Die Gesamtstrecke bis Stettin ging am 15. August 1843 in Betrieb.
Mit dem Ausbau des Streckennetzes an die pommersche Ostseeküste wurde der Bahnhof zu dem Ort, von dem die Berliner in die Ferien fuhren.
Er war zeitweise der größte Berliner Fernbahnhof und deutschlandweit der mit dem größten Gepäckaufkommen.
So sah es vorher aus: der zweite Stettiner Bahnhof
Von 1874 bis Ende 1876 entstand ein neues Empfangsgebäude, das Theodor August Stein als technischer Direktor der Gesellschaft ausführte.
Das Gebäude mit Bahnsteighalle maß 164,90 Meter in der Länge und 75,23 Meter in der Breite.
Das rund 1.100 Quadratmeter große Vestibül galt als größte Empfangshalle Berlins.
Für Wandvorlagen, Türme und Sockel wurde Rüdersdorfer Kalkstein verwendet, die Fassaden waren mit roten Siegersdorfer Ziegeln verblendet.
1897 wurden die Gleise um drei Meter angehoben, und der Raum unter den Bahnsteigen diente als Gepäck- und Posttunnel.
Ein Erweiterungsbau schloss sich 1903 bis 1904 östlich an und nahm vier weitere Bahnsteiggleise auf.


Vom Stettiner Bahnhof zum Nordbahnhof
Am 1. Dezember 1950 erhielt der Stettiner Bahnhof den Namen Berlin Nordbahnhof, weil Stettin nach 1945 zu Polen gehörte und die DDR die Grenze am 6. Juli 1950 anerkannt hatte.
Der Bahnhof lag im Grenzbereich zwischen sowjetischem und französischem Sektor, deshalb verlegte die Reichsbahn die Reisezüge schrittweise zum Ostbahnhof und nach Lichtenberg.
Mit Beginn des Sommerfahrplans am 18. Mai 1952 zog sie auch die letzten Züge vom Fernbahnhof ab, der wie der Anhalter Bahnhof für den Reisezugverkehr geschlossen wurde.
Bald danach wurden die Gleisanlagen überwiegend abgebaut, um 1955 begann der Abriss des Empfangsgebäudes und der Bahnsteighalle.

Der 1936 eröffnete S-Bahnhof in Tieflage blieb dagegen erhalten.
In der Nacht zum 13. August 1961 wurde er mit dem Mauerbau für den Publikumsverkehr geschlossen und galt fortan als Geisterbahnhof.
Am 1. September 1990 konnte der S-Bahnhof wieder öffnen.
Von 2004 bis 2009 entstand auf einem Teil des Geländes eine naturnahe Grünanlage, in der einzelne Gleisreste an die frühere Nutzung erinnern.
2011 entstand auf dem Gelände der einstigen Fernbahnhalle das Bürogebäude Nordbahnhof Carré, in dem die Deutsche Bahn rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt.
Der Platz vor dem früheren Empfangsgebäude heißt seit 2005 Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz, in sein Pflaster sind Namen der Städte eingelassen, die über die Stettiner Bahn erreichbar waren.
Der Görlitzer Bahnhof

Der Görlitzer Bahnhof war der Endpunkt der Berlin-Görlitzer Eisenbahn, einer Privatbahn des Eisenbahnunternehmers Strousberg.
Das Gebäude im Stil der Neorenaissance geht auf Entwürfe des Architekten August Orth zurück, der Baubeginn lag im Jahr 1865.
Am 13. Juni 1866 fuhr hier der erste Zug, ein Militärzug in den Preußisch-Österreichischen Krieg.
Am 13. September 1866 wurde der Abschnitt bis Cottbus und damit der Bahnhof für den Personenverkehr eröffnet, am 31. Dezember 1867 ging die gesamte Strecke in Betrieb.
Im Fahrplan von 1914 gab es Züge über Cottbus nach Görlitz und nach Breslau.
Weil das Gelände sehr weitläufig war, wurde in der Mitte unter dem Bahnhofsgelände ein Fußgängertunnel für querende Fußgänger angelegt.
Dieser rund 170 Meter lange Görlitzer Tunnel war bis mindestens Ende 1989 noch begehbar.

Das Ende des Görlitzer Bahnhofs
Am 29. April 1951 wurde der letzte Vorortzug nach Königs Wusterhausen abgefertigt, einen Tag später übernahm die elektrische S-Bahn diese Verbindung über Ostkreuz.
Auf Betreiben des damaligen Bausenators Rolf Schwedler wurden die Gebäude zwischen 1961 und 1967 trotz Protesten schrittweise abgebrochen.
Als Begründung galt die Neubebauung des nicht mehr benötigten Bahngeländes, die allerdings nie erfolgte.
Güterzüge fuhren noch bis zum 30. Juni 1985 zu den Betrieben auf dem Gelände.
In den 1980er Jahren wurde ein Erlebnisbad unter dem Namen Bad am Spreewaldplatz erbaut, außerdem entstand nach Plänen der Freien Planungsgruppe Berlin ein Stadtteilpark auf dem Bahngelände.

Seit den 1990er Jahren liegt auf dem Gelände der Görlitzer Park.
Von den Eisenbahnbrücken über den Landwehrkanal ist noch eine erhalten und dient als Fußgängerbrücke.
Ein kurzes Gleisstück östlich der Kanalbrücke und zwei ehemalige Güterschuppen erinnern an die frühere Nutzung.
Der Tunnel wich im Zuge der Parkanlage einer großen Mulde, einzelne Tunnelmauern sind als Gestaltungselemente erhalten.
Den Namen Görlitzer Bahnhof trägt heute nur noch der nahe gelegene U-Bahnhof.
Der Dresdener Bahnhof
Am 22. April 1872 beschloss das Kriegsministerium den Bau und Betrieb einer Militäreisenbahn entlang der künftigen Strecke der Berlin-Dresdener Eisenbahn zwischen Berlin und Zossen.
Im Vertrag vom 9. Januar 1873 erhielt die Gesellschaft im Gegenzug militärfiskalisches Gelände zwischen den Güterbahnhöfen der Anhalter und der Potsdamer Bahn zum Kauf.
Der Gründerkrach brachte die Gesellschaft 1873 in finanzielle Schwierigkeiten, von denen sie sich nie wieder erholte.
Darum wurde statt eines großen Empfangsgebäudes ein langgestreckter Fachwerkbau mit überdachten Bahnsteigen errichtet, dessen Zugang an der verlängerten Schöneberger Straße lag.
Das repräsentative Bahnhofsgebäude, das am Kopfende an der Luckenwalder Straße geplant war, wurde nicht realisiert.

Am 17. Juni 1875 wurde der Bahnhof eingeweiht, er diente dem Verkehr von und nach Dresden.
Das Pendant dort war der Berliner Bahnhof im Stadtteil Dresden-Friedrichstadt, Prag und Wien waren mit Kurswagen erreichbar.
Schon wenige Jahre später wurde beschlossen, den Personenverkehr zum 1880 eröffneten Neubau des Anhalter Bahnhofs zu leiten.
Am 15. Oktober 1882 wurde der Dresdener Bahnhof als Personenbahnhof stillgelegt, alle Bauten für den Personenverkehr wurden in den Folgejahren abgetragen.
Auf dem Gelände entstanden 1901 das Gleisdreieck der Berliner U-Bahn und 1907 der Postbahnhof, der 1997 stillgelegt wurde.
An dem Ort befinden sich heute der U-Bahnhof Gleisdreieck und die Gebäude des ehemaligen Postbahnhofs Luckenwalder Straße.
Die Brücke Nr. 5 der Yorckbrücken stammt aus dem Jahr 1875 und wurde 2012 restauriert.
Der alte Ostbahnhof
Der Berliner Ostbahnhof, teilweise nichtamtlich auch Küstriner Bahnhof genannt, wurde am 1. Oktober 1867 zusammen mit dem letzten Abschnitt der Preußischen Ostbahn nach Küstrin eröffnet.
Der Personenbahnhof lag am heutigen Franz-Mehring-Platz, der Güterbahnhof südlich davon.
Der Bahnhof wurde nur bis 1882 für den Personenverkehr genutzt, danach wurde der Personenverkehr der Ostbahn über den Schlesischen Bahnhof auf die Stadtbahn geleitet.
Die Bahnsteighalle diente von 1884 bis 1886 als Versuchsstation für Fesselballons, später als Lager.
Für das am 1. Februar 1929 eröffnete Varieté Plaza wurde sie zum Zuschauerraum für bis zu 2.940 Gäste umgebaut.
Das Empfangsgebäude wurde 1944 durch Bomben zerstört und nach dem Krieg abgerissen, an seiner Stelle entstand von 1969 bis 1974 das Verlagshaus des Neuen Deutschland.
Der Wriezener Bahnhof

Die Wriezener Bahn von Lichtenberg über Werneuchen nach Wriezen war 1898 eröffnet worden.
1903 entstand ein separater Bahnsteig für ihre Reisezüge, der 1924 als Wriezener Bahnhof eigenständig wurde.
1949 endete der Personenverkehr, danach diente der Bahnhof dem Güterverkehr.
Am 1. Dezember 1950 erhielt auch der frühere Ostbahnhof den Namen Berlin Wriezener Bahnhof.
Genutzt wurde das Gelände unter anderem für Schadwagen des Reichsbahnausbesserungswerks Franz Stenzer, für Obst und Gemüse und für Anschlussgleise zur Druckerei des Neuen Deutschland.
Während des Evangelischen Kirchentags vom 7. bis 11. Juni 1989 in West-Berlin wurden zeitweilig Interzonenzüge auf dem Gelände abgestellt.
Nach 1990 wurde der Güterverkehr eingestellt.
Im Sommer 2005 wurden die ungenutzten Gleisanlagen zurückgebaut.
Dabei riss die Deutsche Bahn auch ein Stellwerk aus dem Jahr 1895 ab, ohne dessen Denkmalschutz zu beachten.
Im September 2006 eröffneten ein Großmarkt und ein Baumarkt, auf dem Dach des Großmarkts entstand ein Sportplatz für den Schul- und Vereinssport.
Die Straßennamen Am Wriezener Bahnhof und Wriezener Karree erinnern an den Bahnhof.

Vorher und nachher
Am Lehrter Bahnhof steht heute der Berliner Hauptbahnhof, der 2006 eingeweiht wurde.
Der Görlitzer Bahnhof wich einem Park, der Hamburger Bahnhof wurde zum Museum.
Auf dem Gelände des Stettiner Fernbahnhofs stehen Bürogebäude, und der Dresdener Bahnhof lag dort, wo sich heute der U-Bahnhof Gleisdreieck befindet.
Der Wriezener Bahnhof ist einem Großmarkt, einem Baumarkt und einem Park gewichen.
Die beschriebenen Kopfbahnhöfe wurden zwischen 1882 und 1952 für den Personenverkehr geschlossen.
Die Geschichte in Daten
1. August 1842: Der Stettiner Bahnhof nimmt den planmäßigen Verkehr auf.
15. Oktober 1846: Jungfernfahrt vom noch unfertigen Hamburger Bahnhof nach Hamburg.
1865: Baubeginn des Görlitzer Bahnhofs.
13. September 1866: Der Görlitzer Bahnhof wird für den Personenverkehr bis Cottbus eröffnet.
1. Oktober 1867: Der Ostbahnhof wird eröffnet.
1871: Der Lehrter Bahnhof wird eröffnet.
17. Juni 1875: Der Dresdener Bahnhof wird eingeweiht.
7. Februar 1882: Die Stadtbahn wird eröffnet, der Lehrter Stadtbahnhof entsteht.
15. Oktober 1882: Der Dresdener Bahnhof wird als Personenbahnhof stillgelegt.
Oktober 1884: Der Hamburger Bahnhof schließt für den Personenverkehr.
14. Dezember 1906: Im Hamburger Bahnhof eröffnet das Bau- und Verkehrsmuseum.
1. Dezember 1930: Der Lehrter Stadtbahnhof wird S-Bahnhof.
1949: Der Personenverkehr am Wriezener Bahnhof endet.
29. April 1951: Letzter Vorortzug am Görlitzer Bahnhof.
27. August 1951: Letzter Zug am Lehrter Bahnhof.
18. Mai 1952: Die letzten Züge verlassen den Stettiner Fernbahnhof.
22. April 1958: Das Hauptportal des Lehrter Bahnhofs wird gesprengt.
1961 bis 1967: Die Gebäude des Görlitzer Bahnhofs werden abgebrochen.
2. November 1996: Der Hamburger Bahnhof eröffnet als Museum für Gegenwart.
Sommer 2002: Der Lehrter Stadtbahnhof wird abgerissen.
2005: Die Gleisanlagen des Wriezener Bahnhofs werden zurückgebaut.
2006: Der Berliner Hauptbahnhof wird eingeweiht.
Häufige Fragen
Wie viele Kopfbahnhöfe hatte Berlin?
Gibt es den Görlitzer Bahnhof noch?
Was ist aus dem Hamburger Bahnhof geworden?
Ist der Nordbahnhof der frühere Stettiner Bahnhof?
Was steht heute an der Stelle des Lehrter Bahnhofs?
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