Der Potsdamer Bahnhof in Berlin: Berlins erster Bahnhof, heute ein Park

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Der Potsdamer Bahnhof in Berlin: Berlins erster Bahnhof, heute ein Park

Am 29. Oktober 1838 fuhr vom Potsdamer Bahnhof der erste Zug aus Berlin heraus. Im Februar 1945 endete hier der Personenverkehr, 1958 wurde die Ruine abgerissen, und heute liegen Parks und Wohnhäuser auf dem Gelände.

VORHER · um 1900

Das Empfangsgebäude des Potsdamer Bahnhofs auf einer Ansichtskarte um 1900.

Das Empfangsgebäude des Potsdamer Bahnhofs auf einer Ansichtskarte um 1900. Foto: Knackstedt & Näther, Hamburg, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
NACHHER · 2005

Blick auf den Tilla-Durieux-Park, der auf dem Gelände des früheren Personenbahnhofs liegt.

Blick auf den Tilla-Durieux-Park, der auf dem Gelände des früheren Personenbahnhofs liegt. Foto: en:User:Tonythepixel, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
Kurz erklärt
1838
Eröffnung als erster Berliner Bahnhof
1872
Neubau mit großer Halle
1945
Letzter Personenverkehr im Fernbahnhof
1958
Abriss der Ruine

Lage: südlich der Stresemannstraße am Potsdamer Platz, Berlin-Tiergarten und Kreuzberg. Status: Personenverkehr im Fernbahnhof seit Februar 1945 beendet, Ringbahnhof bis 27. Juli 1946, Güterbahnhof bis 1. November 1980. Alle Bahnanlagen und Hochbauten sind abgetragen. Heute: Park Kolonnaden, Tilla-Durieux-Park und Westpark des Parks am Gleisdreieck, frei zugänglich.

Der Potsdamer Bahnhof war der erste Bahnhof Berlins, und er ist vollständig verschwunden.

Von 1838 bis 1945 diente er dem Fern- und Vorortverkehr, danach nur noch teilweise, und seit 1958 steht kein Gebäude mehr.

Er ist nicht zu verwechseln mit dem heutigen unterirdischen Bahnhof Potsdamer Platz, der erst 1939 im Nord-Süd-Tunnel eröffnet wurde und bis heute in Betrieb ist.

Hier geht es um den oberirdischen Kopfbahnhof, der südlich der heutigen Stresemannstraße lag.

Von der Anfangszeit gibt es freie historische Abbildungen, aus den Jahren seines Niedergangs nur wenige, und von den Gleisen der Nachkriegszeit fast nichts.

Wo der Bahnhof lag

Der Bahnhof entstand am damaligen südwestlichen Stadtrand, außerhalb der Berliner Zollmauer.

Das Empfangsgebäude lag südlich der Stresemannstraße, die bis 1930 Königgrätzer Straße hieß, unweit des Potsdamer Platzes.

Von dort erstreckten sich die Gleise des Personenbahnhofs nach Südwesten, zwischen Linkstraße und Köthener Straße bis zum Landwehrkanal.

Vor dem Personenbahnhof lag südlich des Kanals der Güterbahnhof, an den sich östlich der Güterbahnhof der Anhalter Bahn anschloss.

Zusammen reichten die Anlagen von der Stresemannstraße bis zur Yorckstraße und waren etwa zwei Kilometer lang.

Entstehung: Die erste Strecke Preußens

Der Potsdamer Bahnhof im Jahr 1838, zeitgenössische Zeichnung.
Der Potsdamer Bahnhof im Jahr 1838, zeitgenössische Zeichnung. Foto: Zeichnung von Emil Henning , gestochen von Carl Schulin, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Am 22. September 1838 ging zunächst der Abschnitt zwischen Zehlendorf und Potsdam der Berlin-Potsdamer Eisenbahn in Betrieb, die auch Stammbahn genannt wird.

Am 29. Oktober folgte der Abschnitt zwischen Berlin und Zehlendorf mit dem Potsdamer Bahnhof als Endpunkt.

Ursprünglich sollte die Strecke im Bereich des Schafgrabens enden, doch der Bahnhof wurde näher an der Stadt gebaut.

Weil der Schafgraben zum Landwehrkanal ausgebaut wurde und der Schiffsverkehr nicht behindert werden durfte, musste die Bahngesellschaft die Kosten für eine Drehbrücke übernehmen.

Der erste Bau war einfach gehalten und besaß ein Hauptgleis mit einem Bahnsteig.

Das Empfangsgebäude war ein dreigeschossiger Bau von 51,5 Metern Länge mit Stichbogenarkaden, die als Laubengang auf drei Seiten um die Anlage liefen.

Davor stand eine Bahnwagenhalle mit Bahnsteig, und über dieser Halle lag eine Dachterrasse, die zur Bahnsteigwirtschaft gehörte.

Für den königlichen Hof gab es ein eigenes Zimmer.

Der Potsdamer Bahnhof um 1845 auf einer kolorierten Darstellung.
Der Potsdamer Bahnhof um 1845 auf einer kolorierten Darstellung. Foto: Unknown author Unknown author, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Von 1846 bis 1848 wurde das Gebäude umgebaut, und anstelle der kurzen Halle entstand ein dreimal so langer Bahnsteig.

Arkaden boten Wetterschutz, und auch die Güterabfertigung wurde erweitert.

Schon 1854 war von der ursprünglichen Gestalt kaum etwas zu sehen.

Die Strecke war 1846 zweigleisig ausgebaut worden, und danach wuchs die Rolle des Güterverkehrs.

1854 überstiegen die Einnahmen aus dem Güterverkehr erstmals die aus dem Personenverkehr.

Entsprechend wuchs der Platzbedarf, und südlich des Kanals entstand eine Gleisgruppe zum Abstellen leerer Wagen.

Von 1850 an war die Station außerdem an die Berliner Verbindungsbahn angeschlossen, eine Güterstrecke zwischen den Kopfbahnhöfen der Stadt.

Der Potsdamer Bahnhof auf einer Ansicht um 1850.
Der Potsdamer Bahnhof auf einer Ansicht um 1850. Foto: Unknown author Unknown author, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

So sah es vorher aus: Der Neubau von 1872

Bis Ende der 1860er Jahre waren die Anlagen schrittweise erweitert worden, doch das genügte nicht mehr.

Beschlossen wurde ein völliger Umbau samt neuem Empfangsgebäude, und dieser Plan war in Berlin heftig umstritten, weil mehrere Straßenzüge durch die Bahnanlagen unterbrochen wurden.

Betroffen war auch der von James Hobrecht und Peter Joseph Lenné entworfene Generalszug, eine geradlinige Verbindung zwischen Charlottenburg und Kreuzberg.

Als Ersatz entstand eine südliche Straßenführung im Bereich der späteren Yorckbrücken, die ihre endgültige Gestalt zwischen 1879 und 1885 erhielt, nachdem die Gleise angehoben worden waren.

Während der Bauzeit von 1869 bis 1872 liefen der Personen- und der Eilgutverkehr provisorisch auf der Südseite des Landwehrkanals.

Am 30. August 1872 weihte Kaiser Wilhelm I. den Bahnhof feierlich ein, obwohl die Arbeiten noch nicht fertig waren.

Das neue Empfangsgebäude ging am 1. November 1872 in Betrieb.

Rückansicht des Potsdamer Bahnhofs im Jahr 1876.
Rückansicht des Potsdamer Bahnhofs im Jahr 1876. Foto: Friedrich Albert Schwartz (1836-1906), gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Der Bahnhof hatte vier Gleise mit zwei Seitenbahnsteigen und einem Mittelbahnsteig sowie ein fünftes Gleis für Lokomotivfahrten oder zum Abstellen von Zügen.

Die Gleise lagen in einer Halle von 172 Metern Länge und 36,6 Metern Breite, die von drei Seiten umbaut war.

Die Frontseite war 67,5 Meter breit, die Seitenteile maßen 205 Meter in der Länge.

Das gemauerte Gebäude war mit Greppiner Ziegeln verblendet, und die Dachkonstruktion der fast vollständig verglasten Halle stammt vom Oberingenieur Schmidt.

Eine Freitreppe führte vom Potsdamer Platz in das Empfangsgebäude.

Im größeren Westflügel lagen die Fahrkartenschalter und Warteräume für alle vier Wagenklassen.

Das kleinere Ostgebäude diente im Wesentlichen den kaiserlichen Herrschaften.

Grundriss des Potsdamer Bahnhofs in den 1870er Jahren.
Grundriss des Potsdamer Bahnhofs in den 1870er Jahren. Foto: Architektenverein zu Berlin und Vereinigung Berliner Archite, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Um das Gleisfeld zu ordnen, musste die Verbindungsbahn im Bereich des Bahnhofs 1870 aufgegeben werden.

Ersatzweise entstand zunächst eine provisorische Kopfstation Schöneberg, und erst 1882 konnte die Südringspitzkehre zur Ringbahn direkt in die Bahnhofshalle eingeführt werden.

Nach 1880 wurde der Güterbahnhof weiter ausgebaut, und ein neuer Lokschuppen mit 20 Ständen entstand.

Ein Friedhof vor dem Bahnhof

Auf dem Vorplatz lag bis Anfang der 1920er Jahre ein Friedhof der Dreifaltigkeitsgemeinde.

Er war um 1740 angelegt worden, und beim Bau des ersten Bahnhofs bezahlte die Bahngesellschaft ab 1837 eine bis zu acht Fuß hohe Mauer um ihn.

Die linke Fassadenhälfte des Neubaus von 1870 bis 1872 erhob sich nur wenige Meter von den Gräbern entfernt.

1909 wurde der Friedhof für Bestattungen geschlossen, und das Gelände ging einige Jahre später für 600.000 Mark an die Königliche Eisenbahndirektion.

Der Dreifaltigkeitsfriedhof auf dem Vorplatz des Potsdamer Bahnhofs, um 1890.
Der Dreifaltigkeitsfriedhof auf dem Vorplatz des Potsdamer Bahnhofs, um 1890. Foto: Unknown author., gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

1914 schrieb die Direktion einen Wettbewerb für die Neugestaltung des Vorplatzes aus, der wegen des Krieges erst 1919 zu Ende ging.

Keiner der 78 Entwürfe wurde gebaut.

Stattdessen wurde 1922 die Friedhofsmauer beseitigt, die Gräber wurden eingeebnet, und das Gelände wurde zu einer einfachen Grünfläche.

Die großen Jahre: Fernverkehr und Vorortzüge

Der Bahnhof diente vor allem dem Verkehr nach Westen.

Nachdem die Berlin-Lehrter Eisenbahn Anfang der 1870er Jahre fertig war, verlagerte sich ein Teil der Züge nach Hannover und weiter nach Westen auf diese Strecke.

Mit der Berliner Stadtbahn und der Wetzlarer Bahn gab es eine Fahrtmöglichkeit von der Stadtbahn in Richtung Magdeburg, doch die meisten Fernzüge in dieser Richtung blieben am Potsdamer Bahnhof.

1892 wurde hier der erste deutsche Durchgangszug eingeführt, der D 31/32 von Köln nach Berlin.

1934 verkehrten je nach Saison zehn oder elf Schnell- und Eilzugpaare Richtung Magdeburg und weiter unter anderem nach Köln, Wiesbaden und Frankfurt am Main.

Der Potsdamer Platz mit Blick auf den Bahnhof, Ansichtskarte von 1916.
Der Potsdamer Platz mit Blick auf den Bahnhof, Ansichtskarte von 1916. Foto: Unknown author Unknown author, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Hauptsächlich nutzte der Vorortverkehr den Bahnhof.

Dafür entstanden auf beiden Seiten des Kopfbahnhofs Seitenbahnhöfe.

Am 1. April 1891 ging auf der Ostseite der Potsdamer Ringbahnhof für Züge zur Ringbahn in Betrieb, am 1. Oktober folgte auf der Westseite der Wannseebahnhof zusammen mit einer eigenen Vorortstrecke, der Neuen Wannseebahn.

Beide lagen weit südlich der heutigen Stresemannstraße am Ende der seitlichen Bebauung und waren durch einen Tunnel unter den Fernbahnsteigen verbunden.

1901 kam die Anhalter Vorortbahn dazu, die im Ringbahnhof begann und deshalb einen weiteren zweigleisigen Bahnsteig brachte.

Am 15. Juli 1903 ersetzten auf der Anhalter Vorortbahn zwischen dem Potsdamer Bahnhof und Groß Lichterfelde elektrische Triebwagen die Dampfzüge.

Im gleichen Jahr kamen auf der Wannseebahn die Bankierzüge auf, beschleunigte Vorortzüge nach Wannsee, die im Fernbahnhof begannen.

1929 begann der elektrische Betrieb auf der Südringspitzkehre, und die Anhalter Vorortbahn erhielt das später bei der S-Bahn übliche Stromsystem.

Die Wannseebahn folgte am 15. Mai 1933.

Luftbild des Potsdamer Bahnhofs mit Blick vom Potsdamer Platz, 2. April 1925.
Luftbild des Potsdamer Bahnhofs mit Blick vom Potsdamer Platz, 2. April 1925. Foto: Aero Lloyd Luftbild GmbH, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Auf der Wannseebahn fuhren die S-Bahn-Züge alle zehn Minuten, in Spitzenzeiten werktags alle fünf Minuten.

Vom Ringbahnhof fuhren elektrische Züge zur Ringbahn und nach Lichterfelde Ost, jeweils zu den meisten Tageszeiten im Zehn-Minuten-Takt.

Dazu kamen Vorortzüge auf der Dresdener Bahn nach Rangsdorf, Zossen und Wünsdorf, die noch bis 1939 mit Dampf fuhren.

Niedergang und Ende

1938 wechselte das Gelände des Personenbahnhofs aus dem Bezirk Kreuzberg in den Bezirk Mitte.

Im Jahr darauf nahm die Stadt den Nord-Süd-Tunnel in Betrieb, und der Bahnhof verlor wichtige Aufgaben.

Die meisten S-Bahn-Züge fuhren nun durch den Tunnel und hielten am neuen unterirdischen Bahnhof Potsdamer Platz.

Der Wannseebahnhof wurde nicht mehr gebraucht und schloss am 8. Oktober 1939.

Ab dem 6. November 1939 fuhren auch die Vorortzüge der Anhalter und der Dresdener Bahn durch den Tunnel, und nur der Ringbahnhof blieb für die Züge zur Ringbahn offen.

Alliierte Bombenangriffe beschädigten den Bahnhof im Zweiten Weltkrieg stark.

Ab dem 3. Juli 1944 ruhte der Verkehr auf der Südringspitzkehre, und im Februar 1945 wurde der Fernbahnhof für den Personenverkehr ganz geschlossen.

Der Ringbahnhof ging nach der Flutung des Nord-Süd-Tunnels gegen Kriegsende noch einmal in Betrieb, ab dem 6. August 1945 für Züge der Wannseebahn.

Am 27. Juli 1946 endete der Personenverkehr dort endgültig.

Der Betrieb der Reichsbahn lief bis Kriegsende und stützte sich auch auf Zwangsarbeitende.

Die Reichsbahn-Direktion Berlin setzte nach den Angaben der Berliner Geschichtswerkstatt über 20.000 von ihnen ein.

Für einen Wiederaufbau bestand angesichts der zunehmenden Teilung der Stadt keine Notwendigkeit.

Nur der Güterbahnhof blieb in Betrieb.

1958 wurde die Ruine des Bahnhofsgebäudes abgerissen.

Das Gelände des ehemaligen Potsdamer Ringbahnhofs im November 1986.
Das Gelände des ehemaligen Potsdamer Ringbahnhofs im November 1986. Foto: Roehrensee, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Beim Bau der Berliner Mauer wurde das zu Ost-Berlin gehörende Gelände des Personenbahnhofs nicht in die Grenzsicherung einbezogen und lag als Niemandsland auf der Westseite.

Seit 1945 verlief die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin auf drei Seiten entlang des Bahnhofsgeländes.

Im Juni 1972 kam das Gelände bei einem Gebietsaustausch auch offiziell zu West-Berlin, blieb aber im Zuständigkeitsbereich der Deutschen Reichsbahn und bis nach 1990 unbebaut.

Nach 1972 entstand in Verlängerung der Bernburger Straße eine Straßenverbindung über das Gelände.

Der Güterverkehr zum Potsdamer Güterbahnhof endete zum 1. November 1980, und der Bahnhof wurde geschlossen.

Auf der Brache des früheren Personenbahnhofs ließ sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre ein Schwarzmarkt nieder, der sogenannte Polenmarkt.

Auch das erste Tempodrom, ein Zelt, nutzte die Brache.

Im Güterbahnhofsgelände siedelten sich kleine Gewerbebetriebe an.

So sieht es jetzt aus

Hochbauten des Bahnhofs sind nicht erhalten, und auch die Gleisanlagen sind abgetragen.

Auf dem östlichen Teil des früheren Personenbahnhofs entlang der Köthener Straße entstanden zwischen 2000 und 2002 die Park Kolonnaden mit Wohnbauten.

Im westlichen Teil jenseits der Gabriele-Tergit-Promenade liegt der Tilla-Durieux-Park.

Beide Flächen sind öffentlich zugänglich.

Der Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz, 2008.
Der Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz, 2008. Foto: Klimper, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
Die Park Kolonnaden an der Gabriele-Tergit-Promenade, 2010.
Die Park Kolonnaden an der Gabriele-Tergit-Promenade, 2010. Foto: Acediscovery, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

In den 1990er Jahren bediente noch ein Teil des Güterbahnhofs Züge, weil dort die Baulogistik für den neu bebauten Potsdamer Platz saß und Baustoffe per Bahn kamen.

Für das nötige Betonwerk wurde der frühere Lokschuppen abgerissen.

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs südlich des Landwehrkanals liegt der Westpark, ein Teil des Parks am Gleisdreieck, der im Mai 2013 eröffnet wurde.

Im südöstlichen Teil verläuft eine Trasse der Nord-Süd-Fernbahn.

Deren südlicher Tunnelausgang liegt auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs, und der Tunnel gehört zur neuen Achse durch die Berliner Innenstadt, die bis 2006 entstand.

Das Viadukt der U-Bahn über dem Gelände ist dagegen alt: Darauf verlaufen die Linien U1 und U3 auf einer Trasse sowie die Linie U2 auf einer eigenen.

Im Westpark überquert das Viadukt der U-Bahn-Linie U2 die Nord-Süd-Fernbahn, 2011 noch während der Bauarbeiten.
Im Westpark überquert das Viadukt der U-Bahn-Linie U2 die Nord-Süd-Fernbahn, 2011 noch während der Bauarbeiten. Foto: Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Ende 2014 begann außerdem der Abriss eines noch erhaltenen Viadukt-Abschnitts der Südringspitzkehre im Bereich des U-Bahnhofs Gleisdreieck.

Vorher und nachher auf einen Blick

Vor 1945 standen hier eine verglaste Halle von 172 Metern Länge, ein Empfangsgebäude mit Freitreppe zum Potsdamer Platz und zwei Seitenbahnhöfe für Vorortzüge.

Heute stehen dort Wohnhäuser, zwei Parks und der Ausgang eines Fernbahntunnels.

Die Geschichte in Daten

22.9.1838: Die Strecke Potsdam–Zehlendorf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn geht in Betrieb.

29.10.1838: Der Abschnitt Zehlendorf–Berlin mit dem Potsdamer Bahnhof wird eröffnet.

1846: Die Strecke wird zweigleisig, bis 1848 wird der Bahnhof umgebaut.

1872: Neues Empfangsgebäude; am 1. November geht es in Betrieb.

1891: Eröffnung von Ringbahnhof (1. April) und Wannseebahnhof (1. Oktober).

1892: Der D 31/32 Köln–Berlin ist der erste deutsche Durchgangszug.

1903: Elektrischer Betrieb auf der Anhalter Vorortbahn.

1939: Der Nord-Süd-Tunnel entlastet den Bahnhof, der Wannseebahnhof schließt am 8. Oktober.

Februar 1945: Der Fernbahnhof wird für den Personenverkehr geschlossen.

27.7.1946: Letzter Personenverkehr im Ringbahnhof.

1958: Die Ruine des Empfangsgebäudes wird abgerissen.

1.11.1980: Der Potsdamer Güterbahnhof wird geschlossen.

Mai 2013: Der Westpark auf dem Güterbahnhofsgelände eröffnet.

Häufige Fragen

Wann war der Potsdamer Bahnhof in Betrieb?
Von der Eröffnung am 29. Oktober 1838 bis Februar 1945 im Fernbahnhof, der Ringbahnhof noch bis zum 27. Juli 1946. Der Güterbahnhof blieb bis zum 1. November 1980 teilweise in Betrieb.
Ist der Potsdamer Bahnhof der heutige Bahnhof Potsdamer Platz?
Nein. Der heutige Bahnhof Potsdamer Platz liegt unterirdisch und wurde 1939 im Nord-Süd-Tunnel eröffnet.
Gibt es noch Reste des Bahnhofs?
Hochbauten sind nicht erhalten, die Bahnanlagen sind abgetragen. Auf dem Gelände liegen Parks, Wohnhäuser und der Tunnelausgang der Nord-Süd-Fernbahn.
Was liegt heute auf dem Gelände?
Die Park Kolonnaden im Osten, der Tilla-Durieux-Park im Westen und südlich des Landwehrkanals der Westpark des Parks am Gleisdreieck.
Warum lag ein Friedhof vor dem Bahnhof?
Der Friedhof der Dreifaltigkeitsgemeinde bestand schon seit etwa 1740. Der Bahnhof wurde um ihn herum gebaut, und der Friedhof wurde 1909 für Bestattungen geschlossen.
Welche Strecke begann hier?
Die Berlin-Potsdamer Eisenbahn, auch Stammbahn genannt, als erste preußische Eisenbahnstrecke.

Vom ersten Bahnhof Berlins ist kein Stein geblieben, aber die Lage im Stadtplan zeigt ihn noch: als lange Grünfläche zwischen Linkstraße und Köthener Straße.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Berlin Potsdamer Bahnhof · Berliner Geschichtswerkstatt: Zwangsarbeit in Berlin · Entwicklungsstadt Berlin: Vom Bahnknoten zum Großstadtpark · Wikimedia Commons: Bilder

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Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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