Die aufgelassenen Halte der Alsenztalbahn: Neuhemsbach, Dielkirchen, Bayerfeld-Cölln und Mannweiler
Die Alsenztalbahn fährt noch, aber viele ihrer Halte sind verschwunden. Dieser Beitrag erzählt, was zu den aufgelassenen Stationen zwischen Hochspeyer und Bad Münster belegt ist.

Lage: Rheinland-Pfalz, von Hochspeyer über Winnweiler und Alsenz nach Bad Münster am Stein. Status: Die Strecke ist in Betrieb, nur einzelne Unterwegshalte sind für den Personenverkehr aufgelassen. Heute: Die nächsten Bahnhöfe liegen in Rockenhausen und Alsenz.
Die Alsenztalbahn ist keine stillgelegte Strecke.
Sie verläuft als Hauptbahn von Hochspeyer über Winnweiler und Alsenz nach Bad Münster am Stein und wird heute im Regionalverkehr bedient.
Dieser Beitrag beschäftigt sich nur mit den Halten, die für den Personenverkehr aufgelassen wurden: Neuhemsbach, Dielkirchen, Bayerfeld-Cölln, Mannweiler, Ebernburg und Langmeil.
Ebernburg und Langmeil haben bereits eigene Beiträge, hier steht dazu nur das Wichtigste.
Alte freie Fotos gibt es nur von Dielkirchen und Ebernburg, von den übrigen Halten sind keine freien Aufnahmen aus der Betriebszeit bekannt.
Wie die Alsenztalbahn entstand
Schon 1859 und 1860 setzte sich die Pfälzische Ludwigsbahn-Gesellschaft in ihren Geschäftsberichten für eine Bahn entlang der Alsenz ein.
Das Alsenztal galt als fruchtbare Region mit viel Industrie, außerdem sollte die Strecke eine kürzere Verbindung zwischen dem Rheinland und der Pfalz schaffen als der Umweg über Mainz.
Am 28. Oktober 1865 schlossen Bayern und Preußen einen Staatsvertrag, der vorsah, die Alsenzstrecke im preußischen Münster in die Nahestrecke einzufädeln.
Die Baukonzession erteilte die bayerische Regierung am 23. November 1867, die preußische am 12. Juli 1868.
Der Bau begann 1868, die Bahn sollte die Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen betreiben.
Der Oberbau war zunächst eingleisig, den Unterbau legte man schon für zwei Gleise an.
Beim Bau gab es geologische Probleme: Der Altenhof-Tunnel wurde mit 436 Metern aus Sandstein gebrochen, der Tunnel bei Imsweiler mit 363 Metern durch Tonschiefer und sehr harten Melaphyr, der Tunnel bei Alsenz mit 283 Metern durch wasserreichen Tonschiefer.
Der Abschnitt Hochspeyer–Winnweiler wurde am 29. Oktober 1870 eröffnet, am 16. Mai 1871 war die Gesamtstrecke fertig.
Zunächst diente sie dem Rücktransport deutscher Truppen nach dem Deutsch-Französischen Krieg, für den Zivilverkehr wurde sie am 15. Juli 1871 eröffnet.

So sah es vorher aus: Fernzüge im Alsenztal
Im ersten Fahrplan von 1871 gab es fünf Zugpaare, die Fahrt von Hochspeyer nach Münster dauerte 59 bis 66 Minuten.
Schon im Sommer 1871 fuhr ein Schnellzug von Köln nach Basel über die Alsenzstrecke, später reichten die Fernverbindungen bis in die Niederlande.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestritten zehn Personenzugpaare den Nahverkehr.
Bis 1901 wurde die Strecke vollständig zweigleisig ausgebaut, in den Jahren danach erhielten die Bahnhöfe und Haltepunkte Bahnsteigsperren.
In den 1920er Jahren stellte man die Fernzüge Köln–Straßburg ein, weil das Elsass nach dem Ersten Weltkrieg an Frankreich gefallen war.
Bis in die 1960er Jahre fuhren noch Schnellzüge von Krefeld nach Basel, bis 1985 Schnellzüge von Paris über Saarbrücken und Kaiserslautern nach Frankfurt.
Danach verlor die Strecke ihre Bedeutung im Fernverkehr.
Neuhemsbach: Vom Bahnhof zum Betriebsbahnhof
Der Bahnhof lag am westlichen Rand von Neuhemsbach und hieß ursprünglich Neuhemsbach-Sembach, weil ein Teil seiner Anlagen schon auf der Gemarkung von Sembach lag.
Neuhemsbach ist seit 1870 über die Alsenztalbahn an das Schienennetz angebunden.
Mangels Rentabilität wurde der Bahnhof nach dem Zweiten Weltkrieg für den Personenverkehr aufgelassen und war danach einige Jahrzehnte als Güter- und Betriebsbahnhof in Betrieb.
In seiner Nähe entstand im Lauf der Jahrzehnte der Weiler Bahnhof Neuhemsbach, den die Gemeinde als Wohnplatz führt.
Dielkirchen: Drei Gleise und ein Formsignal
Der Bahnhof Dielkirchen hatte bis in die 1980er Jahre drei Gleise und ein Formsignal.
Mangels Rentabilität wurde er aufgelassen, nach der Ortsbeschreibung in den 1980er Jahren.
Die nächsten Bahnhöfe liegen heute in Rockenhausen in vier Kilometern Entfernung und in Alsenz in acht Kilometern.
Die Postkarte von 1919 zeigt den Bahnhof mit Empfangsgebäude und Bahnsteig, mehr als das Foto ist zu den Gebäuden nicht belegt.
Bayerfeld-Cölln: Ein Haltepunkt im Alsenztal
Zwischen Rockenhausen und Alsenz lag der Haltepunkt Bayerfeld-Cölln.
Die Gemeinde Bayerfeld-Steckweiler besaß hier einst einen Bahnhof, ehe er nach dem Zweiten Weltkrieg mangels Rentabilität aufgelassen wurde.
Eine Aufnahme von 2025 zeigt das ehemalige Stationsgebäude am Gleis.


Mannweiler: Nach dem Krieg kein Halt mehr
In Mannweiler befand sich einst ein Haltepunkt der Alsenztalbahn.
Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mangels Rentabilität aufgelassen.
Der nächste Bahnhof liegt heute in Alsenz.
Zum Zustand des Haltepunkts ist nichts Näheres belegt.
Ebernburg: Der letzte Bahnhof der Pfalz
Ebernburg war der nördlichste Bahnhof der Strecke und der letzte Bahnhof innerhalb der Pfalz, deshalb hatte er einst eine große betriebliche Bedeutung.
Zum 1. Juni 1936 wurde die Grenze der Reichsbahndirektion Ludwigshafen verschoben, danach war die Direktion Mainz auch für Ebernburg zuständig.
Aufgelassen wurde er, als Ebernburg mit Bad Münster zur neuen Gemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg zusammengeschlossen wurde.
Die ausführliche Geschichte steht im Beitrag Der Bahnhof Ebernburg.




Langmeil: Der Knoten ohne Reisende
Langmeil hieß in den ersten Jahren Langmeil-Münchweiler und wurde mit der abzweigenden Zellertalbahn und der benachbarten Donnersbergbahn ein wichtiger Knotenpunkt.
1999 richtete die Bahn in Münchweiler an der Alsenz einen neuen Haltepunkt ein, den die Bevölkerung nun nutzte.
Damit verlor der Bahnhof Langmeil an Bedeutung und wurde Ende 2006 mangels Rentabilität für den Personenverkehr aufgelassen.
Seither dient er nur noch als Betriebsbahnhof, selbst die Züge der Zellertalbahn halten dort nicht mehr.
Mehr dazu steht im Beitrag Die Zellertalbahn.
Das Ende der Unterwegshalte
Die Bundesbahn ließ in den Folgejahren nach 1945 mehrere Unterwegshalte mangels Inanspruchnahme auf: Neuhemsbach, Dielkirchen, Bayerfeld-Cölln, Mannweiler und Ebernburg.
Die Angaben zu Dielkirchen gehen auseinander, ein Ortsartikel nennt dafür die 1980er Jahre.
Bei der Elektrifizierung der Strecke Mannheim–Saarbrücken in den frühen 1960er Jahren war dies auch für die Alsenzstrecke vorgesehen, ein Unterwerk in Einsiedlerhof wurde dafür gebaut, die Elektrifizierung kam aber nicht zustande.
Seit Juni 2010 gibt es auf der Alsenztalbahn keinen regulären Güterverkehr mehr.
So sieht es jetzt aus: Eine Strecke mit weniger Halten
Die Alsenztalbahn wird von der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 672 im Stundentakt betrieben.
Seit Dezember 2014 fahren Regionalexpress-Züge über die Strecke, betrieben vom Unternehmen Vlexx.
Zwischen Februar und April 2024 wurde der Abschnitt Hochspeyer–Rockenhausen für rund 23,5 Millionen Euro saniert, die Strecke diente danach als Ausweichroute für den Güterverkehr während der Generalsanierung der Riedbahn.
Von den aufgelassenen Halten ist belegt, dass Neuhemsbach Betriebsbahnhof wurde, Langmeil Betriebsbahnhof ist und Ebernburg und Bayerfeld-Cölln noch Gebäude haben.
Die Geschichte in Daten
1865: Staatsvertrag zwischen Bayern und Preußen zur Einfädelung in die Nahestrecke.
29. Oktober 1870: Hochspeyer–Winnweiler wird eröffnet.
16. Mai 1871: Die Gesamtstrecke ist fertig.
15. Juli 1871: Eröffnung für den Zivilverkehr.
1901: Die Strecke ist durchgehend zweigleisig.
1936: Ebernburg wird der Reichsbahndirektion Mainz zugeordnet.
1999: Neuer Haltepunkt Münchweiler an der Alsenz.
Ende 2006: Langmeil für den Personenverkehr aufgelassen.
Juni 2010: Der reguläre Güterverkehr endet.
Häufige Fragen
Ist die Alsenztalbahn stillgelegt?
Welche Halte sind aufgelassen?
Warum wurden sie aufgelassen?
Wo liegen die nächsten Bahnhöfe?
Wann wurde die Strecke eröffnet?
Die Alsenztalbahn zeigt, dass eine Strecke weiterfahren kann, während ihre Halte nach und nach verschwinden.
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