Sollten Pakete wieder mit der Bahn verschickt werden?

Standpunkt

„Der Paketzug fährt um 21 Uhr ab und ist gegen 4 Uhr früh am Ziel, ganz ohne Stau.“

Sollten Pakete wieder mit der Bahn verschickt werden?

→ Ein Standpunkt zum Paketverkehr auf der Schiene.

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Worum es geht

Ja, auf langen Strecken. Zwischen großen Paketzentren kann die Bahn Sendungen über Nacht schnell und ohne Stau transportieren. Für die letzte Meile bleiben Transporter und Lastenräder nötig.

Pakete gehören für viele Menschen längst zum Alltag.

Früher spielte die Eisenbahn beim Transport der Post eine große Rolle, mit eigenen Wagen und eigenen Zügen.

Heute stellt sich die Frage, ob die Schiene wieder mehr Pakete übernehmen sollte.

Paketzentrum HD Czernyring
Foto: 4028mdk09, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Bahnpost

Die Bahnpost beförderte früher regelmäßig und nach Fahrplan Postsendungen aller Art in eigenen Bahnpostwagen.

In Deutschland ging Baden im Jahr 1848 voran, ein Jahr später folgte Preußen und 1851 das Königreich Sachsen.

Die ersten englischen Bahnpostwagen konnten sogar Briefbeutel während der Fahrt abwerfen und auffangen.

So wurde die Eisenbahn früh zu einem wichtigen Partner der Post.

Paketzentrum (Deutsche Post DHL), Neuwied 001
Foto: Wolkenkratzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sortieren bei Tempo 200

Von 1980 bis 1997 fuhren in Deutschland nachts eigene Post-Intercity-Züge.

Sie entstanden aus einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit von Bundesbahn und Bundespost.

Die Züge transportierten Briefe und Frachtpost mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde.

In den Bahnpostwagen sortierten Mitarbeiter der Post während der Fahrt Briefe und Pakete.

Das Ende des Expressguts

Kunden konnten früher Sendungen als Expressgut aufgeben, die in den Gepäckwagen der Reisezüge mitfuhren.

Ab den späten 1970er-Jahren entfielen aus Kostengründen nach und nach die Gepäckwagen in den Reisezügen.

Die Deutsche Bundesbahn stellte den Expressgutverkehr mit Personenzügen zum Ende des Fahrplanjahres 1989/1990 ein.

In Form eigener Züge endete er bei der Deutschen Bahn im Jahr 1998.

Warum der Umschlag teuer ist

Schon beim Expressgut galten die Aufenthaltszeiten zum Be- und Entladen als unwirtschaftlich.

Auch Personal und Gepäckkarren auf den Stationen vorzuhalten, lohnte sich nicht mehr.

Große Bahnhöfe hatten zwischen den Gleisen früher sogar eigene Gepäckbahnsteige.

Wer Pakete heute auf die Schiene bringen will, braucht deshalb schnellen Umschlag an wenigen großen Knoten statt an jedem Bahnhof.

Der Parcel InterCity

Seit dem Jahr 2000 verkehrt zwischen wichtigen Paketzentren in Deutschland ein besonderer Güterzug, der Parcel InterCity.

Entwickelt wurde er von den Vorgängern der heutigen DB Cargo und DHL.

Die Züge fahren im sogenannten Nachtsprung, sie starten gegen 21 Uhr und kommen gegen 4 Uhr früh an.

Damit gehört der Zug zu den schnellsten Güterzügen Deutschlands.

Vorfahrt hat ihren Preis

Damit die Züge pünktlich ankommen, werden sie als besonders schnelle Güterverkehrs-Expresstrasse bestellt.

Diese Trasse kostet 65 Prozent mehr, verschafft den Zügen aber Vorrang vor fast allen anderen Zügen.

Anfangs fuhren sie mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde, heute mit höchstens 120 oder 140.

Sehr schnelle Güterzüge verbrauchen viel Kapazität, und passende Lokomotiven stehen bei DB Cargo nicht mehr zur Verfügung.

Ein Blick in die Ukraine

In der Ukraine wurde die Bahnpost im Jahr 2001 eingestellt.

Als Folge des Krieges wurde sie 2022 wieder aufgenommen.

Dafür wurden abgestellte Bahnpostwagen wieder in Betrieb genommen.

Das Beispiel zeigt, wie wertvoll die Schiene als robuster Transportweg in Krisenzeiten sein kann.

Die letzte Meile

Ein Zug kann Pakete nur von Bahnhof zu Bahnhof bringen, nicht bis vor die Haustür.

Für die Verteilung braucht es deshalb weiter Transporter, Lastenräder oder Paketstationen.

Jeder Umschlag zwischen Zug und Straße kostet Zeit und Geld.

Die Schiene lohnt sich deshalb vor allem auf langen Strecken zwischen großen Paketzentren.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein Güterzug ersetzt viele Lkw-Fahrten und entlastet die Autobahnen.

+  Nachtzüge zwischen Paketzentren stehen nicht im Stau.

+  Der Parcel InterCity zeigt seit dem Jahr 2000, dass Pakete über Nacht per Bahn ankommen können.

+  Elektrisch betriebene Züge gelten als deutlich klimafreundlicher als Diesel-Lkw.

+  In Krisen kann sich die Schiene als robuster Transportweg erweisen, wie das Beispiel Ukraine zeigt.

+  Weniger Lastwagen bedeuten weniger Lärm und mehr Sicherheit auf den Straßen.

Dagegen

−  Pakete müssen am Anfang und am Ende auf die Straße umgeladen werden, was Zeit und Geld kostet.

−  Schnelle Güterzüge verbrauchen viel Kapazität auf Strecken, die ohnehin voll sind.

−  Eine besonders schnelle Trasse ist deutlich teurer als eine normale.

−  Passende schnelle Lokomotiven sind bei DB Cargo nicht mehr vorhanden.

−  Paketdienste brauchen Flexibilität, die feste Zugfahrpläne nur begrenzt bieten.

−  Bauarbeiten und Störungen im Netz können eine ganze Nacht voller Sendungen aufhalten.

Unterm Strich

Die Bahn war lange ein wichtiger Partner der Post und kann es wieder werden.

Auf langen Strecken zwischen großen Paketzentren sind Nachtzüge eine starke Alternative zum Lkw.

Dafür braucht es genug Kapazität im Netz, bezahlbare Trassen und schnellen Umschlag an den Knoten.

Für die letzte Meile bleiben Straße und Lastenrad zuständig, doch der lange Weg dazwischen gehört auf die Schiene.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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