Sollten Akkuzüge auf Nebenstrecken die Oberleitung ersetzen?

Standpunkt

„Dieser Zug fährt elektrisch, obwohl über ihm keine Oberleitung hängt.“

Sollten Akkuzüge auf Nebenstrecken die Oberleitung ersetzen?

→ Ein Standpunkt zur Technik.

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Worum es geht

Ja, auf vielen Nebenstrecken. Wo sich eine Oberleitung nie rechnen wird, sind Akkuzüge der schnellste Weg weg vom Diesel.

Auf vielen Nebenstrecken in Deutschland fahren bis heute Dieseltriebwagen.

Eine Oberleitung zu bauen, ist teuer und dauert oft viele Jahre.

Akkuzüge versprechen eine Abkürzung: elektrisch fahren, ohne dass über jedem Meter Gleis ein Draht hängen muss.

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Foto: Rainerhaufe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was ein Akkuzug ist

Ein Akkutriebwagen ist ein elektrisch angetriebener Zug, der seine Energie aus großen Batterien bezieht.

Diese Batterien werden während der Fahrt unter einer Oberleitung oder an Ladestationen geladen.

Auf Abschnitten ohne Oberleitung fährt der Zug dann mit der gespeicherten Energie weiter.

Er verbindet so die Vorteile eines Elektrozugs mit der Freiheit eines Dieselzugs.

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Foto: E235JREMU, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Rekorde bei der Reichweite

Die Reichweite von Akkuzügen ist in den letzten Jahren stark gewachsen.

Ein Hersteller meldete im Dezember 2021 einen Rekord von 224 Kilometern mit einer Ladung.

Im Jahr 2025 schaffte ein britischer Zug 322 Kilometer.

Ende August 2026 fuhr ein Triebzug der künftigen DB-Baureihe 557 bei Tests 273,2 Kilometer weit.

Ein Prototyp mit Tücken

Nicht jeder Versuch lief glatt.

Ein Prototyp mit zunächst 40 Kilometern Reichweite fuhr ab 2022 mit Fahrgästen in Baden-Württemberg und Bayern.

Als zwei seiner vier Akkumodule ausfielen, reichte die Energie auf einer nicht elektrifizierten Strecke nicht mehr aus.

Das zeigt, dass die Technik im Alltag erprobt werden muss.

Was die Forschung sagt

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung wertete 2022 elf Studien zu alternativen Antrieben aus.

Akkuzüge schnitten bei der technischen Leistung gut ab.

Nachteile sahen die Studien bei Reichweite, Umstellungsaufwand und Infrastruktur.

Für kurze und mittlere Strecken ohne Oberleitung gelten sie trotzdem als vielversprechend.

Akku gegen Wasserstoff

Neben Akkuzügen werden auch Wasserstoffzüge als Ersatz für Diesel erprobt.

Akkuzüge nutzen den Strom direkt und sind deshalb besonders effizient.

Wasserstoffzüge haben dafür oft eine größere Reichweite.

Welche Technik besser passt, hängt von der Länge der Strecke ohne Oberleitung ab.

Die Rolle der Oberleitung

Auf Hauptstrecken bleibt die Oberleitung unverzichtbar.

Schwere Güterzüge und schnelle Fernzüge brauchen dauerhaft viel Leistung.

Akkuzüge ergänzen das Netz deshalb vor allem auf Nebenstrecken.

Oft reichen kurze Stücke mit Oberleitung oder Ladestationen an Endbahnhöfen.

Schneller als der Oberleitungsbau

Eine Oberleitung zu planen und zu bauen, dauert häufig viele Jahre.

Akkuzüge können dagegen eingesetzt werden, sobald sie geliefert sind und geladen werden können.

So lassen sich Dieselzüge deutlich früher ersetzen.

Für den Klimaschutz ist diese Zeitersparnis wertvoll.

Die Kosten im Blick

Akkuzüge sind in der Anschaffung meist teurer als Dieseltriebwagen.

Dafür sparen sie Treibstoff und Wartung.

Eine Oberleitung auf einer wenig befahrenen Strecke kostet dagegen oft mehr, als sie je einspart.

Deshalb lohnt sich bei vielen Nebenbahnen ein genauer Vergleich.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Pro und Contra

Dafür

+  Akkuzüge ersetzen Dieselzüge viel schneller als neue Oberleitungen.

+  Sie fahren leise und ohne Abgase vor Ort.

+  Die Reichweiten sind inzwischen groß genug für viele Nebenstrecken.

+  Auf wenig befahrenen Strecken sind sie oft günstiger als eine Oberleitung.

+  Beim Bremsen können sie Energie zurückgewinnen und speichern.

+  Sie lassen sich später auch unter Oberleitung ganz normal einsetzen.

Dagegen

−  Batterien sind teuer und altern mit der Zeit.

−  Die Reichweite ist im Alltag bei Kälte oder Defekten geringer als im Test.

−  Ladestationen und Oberleitungsinseln müssen trotzdem gebaut werden.

−  Für schwere Güterzüge ist die Technik nicht geeignet.

−  Die Herstellung der Batterien verbraucht Rohstoffe.

−  Eine Oberleitung hält Jahrzehnte und dient allen Zügen gleichzeitig.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Unterm Strich

Akkuzüge sind kein Ersatz für die Oberleitung auf Hauptstrecken.

Auf vielen Nebenstrecken sind sie aber die schnellste und oft günstigste Lösung, um den Diesel loszuwerden.

Die Rekordfahrten der letzten Jahre zeigen, dass die Technik reif wird.

Deutschland sollte sie deshalb gezielt dort einsetzen, wo die Oberleitung sonst noch Jahrzehnte auf sich warten ließe.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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