Standpunkt
„Diese Strecke wird geplant, seit es das Internet für alle gibt, und fahren wird man frühestens nach 2030.“
Sollte zwischen Frankfurt und Mannheim eine neue Schnellfahrstrecke entstehen?
→ Ein Standpunkt zum Rhein-Main-Gebiet.
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Worum es geht
Ja. Zwischen zwei der wichtigsten Knoten Deutschlands fehlt seit Jahrzehnten das Verbindungsstück, und jede weitere Verzögerung kostet das ganze Netz.
Zwischen Frankfurt und Mannheim fahren jeden Tag Hunderte Züge auf zwei alten Strecken.
Dort treffen schnelle ICE, Regionalzüge und Güterzüge aufeinander.
Seit über dreißig Jahren wird deshalb an einer neuen Schnellfahrstrecke geplant.

Seit 1993 in Planung
Die Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim wird bereits seit 1993 geplant.
Bis 2021 hieß das Projekt Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar.
Im Jahr 2016 kam es in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030.
In Betrieb gehen soll die Strecke nach heutiger Planung erst nach 2030.

57,8 Kilometer für 300 km/h
Die geplante Trasse ist 57,8 Kilometer lang.
Sie ist durchgehend auf eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgelegt.
Sie soll die Schnellfahrstrecken Köln–Frankfurt und Mannheim–Stuttgart miteinander verbinden.
Damit schließt sie eine große Lücke im deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz.
Entlastung für Riedbahn und Main-Neckar-Bahn
Heute teilen sich die Züge die Riedbahn und die Main-Neckar-Bahn.
Beide Strecken sind stark ausgelastet.
Die neue Strecke soll sie vom schnellen Personenverkehr und vom Güterfernverkehr entlasten.
Im Nordabschnitt ist zudem schneller Nahverkehr vorgesehen.
Der Verlauf
Am 13. November 2020 wurde der Gesamtverlauf der Strecke bekanntgegeben.
Ab Zeppelinheim soll sie entlang der Autobahnen A 5 und A 67 führen.
Bei Lorsch biegt sie nach Südwesten ab und fädelt südlich von Lampertheim in die Riedbahn ein.
Drei Abzweige binden den Darmstädter Hauptbahnhof und die Rhein-Main-Bahn an.
Planfeststellung läuft
Für den Nordabschnitt zwischen Frankfurt und Darmstadt wurde am 30. November 2021 die Planfeststellung beantragt.
Nach Überarbeitungen lagen die Unterlagen Anfang 2025 öffentlich aus.
Außerdem sollte der Bundestag über die Vorzugsvariante, Kosten und Zeitpläne unterrichtet werden.
Bis zur Eröffnung sind noch viele Schritte nötig.
Teil eines europäischen Korridors
Die Strecke ist Teil einer großen europäischen Achse von Rotterdam und Antwerpen über Duisburg und Basel bis Genua und Lyon.
Auf diesem Korridor fahren besonders viele Güterzüge.
Ein Engpass zwischen Frankfurt und Mannheim wirkt sich deshalb weit über Deutschland hinaus aus.
Umgekehrt hilft jede Entlastung dort dem ganzen Korridor.
Warum es so lange dauert
Das dicht besiedelte Rhein-Main-Gebiet lässt wenig Platz für neue Trassen.
Städte und Gemeinden kämpften lange um die Anbindung oder gegen die Durchfahrt.
Besonders um die Anbindung von Darmstadt wurde intensiv gerungen.
Jede Änderung der Planung kostete Jahre.
Die Generalsanierung der Riedbahn
Die Riedbahn wurde 2024 als erste Strecke umfassend generalsaniert.
Das macht sie zuverlässiger, schafft aber keinen zusätzlichen Platz.
Mehr Züge passen erst mit einer zusätzlichen Strecke durch den Korridor.
Die Neubaustrecke bleibt deshalb nötig.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Pro und Contra
Dafür
+ Zwei der wichtigsten Bahnknoten Deutschlands würden endlich schnell verbunden.
+ Riedbahn und Main-Neckar-Bahn hätten wieder Platz für Regional- und Güterzüge.
+ Die Fahrzeiten zwischen Norden und Süden würden deutlich kürzer.
+ Die Trasse folgt Autobahnen und bündelt so die Verkehrswege.
+ Der europäische Güterkorridor würde entlastet.
+ Nach über dreißig Jahren Planung ist das Projekt gut vorbereitet.
Dagegen
− Das Rhein-Main-Gebiet ist dicht besiedelt, jede neue Trasse trifft Menschen.
− Die Kosten eines solchen Projekts sind enorm.
− Die Bauzeit wird viele Jahre dauern und neue Baustellen bringen.
− Einige Orte fürchten, vom Fernverkehr abgehängt zu werden.
− Naturflächen entlang der Autobahnen gehen verloren.
− Die frühere Generalsanierung der Riedbahn bindet ebenfalls viel Geld.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Unterm Strich
Die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim ist kein Prestigeprojekt, sondern ein fehlendes Kernstück.
Ohne sie bleibt einer der wichtigsten Korridore Europas ein Nadelöhr.
Nach über dreißig Jahren Planung sollte die Strecke jetzt zügig gebaut werden.
Die Region hat lange genug gewartet.
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