Sollte der Hamburger Hauptbahnhof erweitert werden?

Standpunkt

„Dieser Bahnhof wurde für viel weniger Menschen gebaut, als heute jeden Tag durch seine Halle drängen.“

Sollte der Hamburger Hauptbahnhof erweitert werden?

→ Ein Standpunkt zum Knoten Hamburg.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja, dringend. Ein Bahnhof, der seit 2010 offiziell als überlastet gilt, braucht mehr als neue Treppen.

Der Hamburger Hauptbahnhof ist einer der meistgenutzten Bahnhöfe Europas.

Zu Stoßzeiten stehen die Menschen auf Treppen und Bahnsteigen dicht an dicht.

Seit Jahren wird deshalb über seine Erweiterung diskutiert.

Hauptbahnhof Hamburg.Detail.ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Über 550.000 Reisende am Tag

Im Jahr 2024 nutzten den Hamburger Hauptbahnhof mehr als 550.000 Reisende am Tag.

Im Jahr 2015 waren es noch rund 420.000.

Die Zahl ist also in wenigen Jahren stark gewachsen.

Der Bahnhof selbst ist dagegen kaum größer geworden.

Hamburg Hauptbahnhof Seitenschiff Dachkonstruktion
Foto: Jacek Rużyczka, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwölf Gleise für den Fern- und Regionalverkehr

Für den Fern- und Regionalverkehr gibt es nur zwölf Bahnsteiggleise.

Der frühere Bahnchef Rüdiger Grube nannte den Bahnhof deshalb den größten Flaschenhals im Netz der Deutschen Bahn.

Seit 2010 gilt er offiziell als überlasteter Schienenweg.

Jede Verspätung hier wirkt sich auf viele Züge in ganz Norddeutschland aus.

Ein Bahnhof von 1906

Der Hauptbahnhof entstand bis 1906 als zentraler Durchgangsbahnhof.

Er ersetzte mehrere kleinere Bahnhöfe verschiedener Bahngesellschaften.

Seine große Halle ist bis heute ein Wahrzeichen der Stadt.

Doch für die heutigen Fahrgastzahlen wurde sie nie gebaut.

Nur eine zusätzliche Bahnsteigkante

Ein Gutachten des Bundesverkehrsministeriums sah 2009 im Hauptbahnhof den zentralen Engpass im Knoten Hamburg.

Als einzige Erweiterungsmöglichkeit nannte es eine zusätzliche Bahnsteigkante.

Geplant ist sie heute am Gleis 9, auf der Fläche des bisherigen Gleises 10.

Mehr Platz gibt es zwischen Innenstadt und Kunsthalle kaum.

Neue Treppen und ein Dach

Um die Hallen zu entlasten, wurden 2022 neue Treppenaufgänge zur Steintorbrücke eröffnet.

Bis 2024 folgten weitere Aufgänge, auch für die S-Bahn.

Im Dezember 2021 stellte eine Jury den Siegerentwurf zur Erweiterung des Bahnhofsgebäudes vor.

Die Steintorbrücke soll ein Dach bekommen und zu einem Bereich für Fußgänger und Busse werden.

Der Tunnel als zweiter Baustein

Ein geplanter S-Bahn-Tunnel entlang der Verbindungsbahn soll zusätzlich Kapazität schaffen.

Dann könnten mehr Fern- und Regionalzüge die frei werdenden Gleise nutzen.

Der Ausbau des Knotens Hamburg gehört zu den wichtigen Projekten des Deutschlandtakts.

Bahnhof und Tunnel hängen also eng zusammen.

Eine Alternative am Berliner Tor

Im April 2024 schlug ein Verkehrsclub ein anderes Konzept vor.

Danach sollte der Bahnhof Berliner Tor zum neuen Hauptbahnhof ausgebaut werden.

So ließe sich ein Teil der teuren Bauten am alten Hauptbahnhof sparen.

Die Idee zeigt, wie groß der Druck auf den bestehenden Bahnhof ist.

Bauen im laufenden Betrieb

Jede Erweiterung muss bei vollem Betrieb stattfinden.

Der Bahnhof kann nicht einfach für Monate geschlossen werden.

Das macht die Arbeiten langsam, teuer und kompliziert.

Trotzdem führt an einem Umbau kaum ein Weg vorbei.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Pro und Contra

Dafür

+  Mehr als eine halbe Million Menschen täglich brauchen mehr Platz.

+  Der Bahnhof ist seit 2010 offiziell überlastet.

+  Verspätungen in Hamburg wirken sich auf ganz Norddeutschland aus.

+  Der Deutschlandtakt ist ohne mehr Kapazität in Hamburg nicht umsetzbar.

+  Überfüllte Bahnsteige sind auch ein Sicherheitsrisiko.

+  Ein modernisierter Bahnhof wäre ein Gewinn für die Innenstadt.

Dagegen

−  Der Umbau im laufenden Betrieb bringt jahrelange Einschränkungen.

−  Die Kosten eines solchen Projekts sind sehr hoch.

−  Eine zusätzliche Bahnsteigkante löst das Grundproblem nicht vollständig.

−  Alternative Konzepte wie am Berliner Tor wurden noch nicht ausreichend geprüft.

−  Die historische Halle könnte durch Anbauten beeinträchtigt werden.

−  Das Geld könnte in andere Engpässe im Norden fließen.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Unterm Strich

Der Hamburger Hauptbahnhof ist das Nadelöhr des Nordens.

Neue Treppen haben geholfen, aber sie reichen nicht.

Eine Erweiterung mit zusätzlicher Bahnsteigkante und besseren Wegen sollte zügig kommen, zusammen mit dem Ausbau des ganzen Knotens.

Wer die Verkehrswende will, muss hier anfangen.

Weiterfahrt

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →