Wie viele Höhenmeter überwindet die Flåmsbana?

Zahlen, bitte!

„Nächster Halt Kjosfossen, der Zug hält hier nur für den Blick auf den Wasserfall.“

Wie viele Höhenmeter überwindet die Flåmsbana?

→ Eine Strecke in Zahlen.

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Kurz gesagt

Die Flåmsbana überwindet auf 20,2 Kilometern 865 Höhenmeter. Sie fährt vom Bergbahnhof Myrdal auf 867 Metern hinunter nach Flåm, das nur zwei Meter über dem Meer liegt.

Die Flåmsbana verbindet in Norwegen die Bergenbahn mit dem Aurlandsfjord, einem Seitenarm des Sognefjords.

Sie gehört zu den steilsten normalspurigen Bahnen Europas und zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Norwegens.

Wie viele Höhenmeter sie schafft und wie sie gebaut wurde, zeigen die Zahlen.

Flåmsbana 1
Foto: Karen, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

865 m

Höhenunterschied

von Myrdal hinab nach Flåm

55 ‰

größte Neigung

auf Normalspur, ohne Zahnrad

20,2 km

Streckenlänge

mit 20 Tunneln

Im Jahr 2017 zählte die Bahn den Rekord von 990.000 Besuchern.

865 Höhenmeter auf 20 Kilometern

Die Flåmsbana ist 20,2 Kilometer lang und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 865 Metern.

Der Bahnhof Myrdal liegt an einem Gebirgspass auf 867 Metern über dem Meer.

Der Endbahnhof Flåm liegt dagegen nur zwei Meter über dem Meeresspiegel direkt am Fjord.

Im Schnitt verliert der Zug also auf jedem Kilometer gut 40 Meter Höhe.

Flåmsbana 2
Foto: Hans Johnson, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Bis zu 55 Promille

Die größte Neigung der Strecke beträgt 55 Promille, also 55 Meter Höhe auf einem Kilometer.

Auf 16 Kilometern ist die Bahn mindestens 28 Promille steil.

Gebaut ist sie in Normalspur mit 1435 Millimetern und mit Kurven von mindestens 130 Metern Radius.

Damit zählt sie zu den steilsten Normalspurbahnen Europas, bergauf sind höchstens 40 km/h erlaubt und bergab 30 km/h.

Gut zu wissen

Die Strecke ist mit 15.000 Volt Wechselstrom elektrifiziert und seit 2005 mit dem Bahnfunk GSM-R ausgestattet. Einzige Kreuzungsstelle für Züge ist der Bahnhof Berekvam.

Schon in den 1950er Jahren brachte die Staatsbahn das Reisepaket Norway in a Nutshell auf den Markt, zu dem eine Fahrt mit der Flåmsbana gehört. Ab 1958 lief im Sommer sogar ein Schlafwagen von Oslo bis nach Flåm.

Von der Bergenbahn an den Fjord

Die Flåmsbana zweigt in Myrdal von der Bergenbahn ab, die Oslo mit Bergen verbindet.

In Myrdal halten die Züge der Bergenbahn an der Ostseite des Bahnsteigs, die der Flåmsbana an der Westseite.

Von dort führt die Strecke nach Norden durch das Flåmsdalen hinab.

Ihr Ziel ist der kleine Ort Flåm in der Gemeinde Aurland, der am Aurlandsfjord in der Provinz Vestland liegt.

20 Tunnel gegen Lawinen

Um lawinengefährdete Stellen im Tal zu umgehen, führt die Strecke durch 20 Tunnel.

Den Fluss Flåmselvi kreuzt sie mehrfach, doch nur an einer einzigen Stelle wurde dafür eine Brücke gebaut.

An den übrigen Stellen fließt der Fluss durch Rohre unter der Strecke hindurch.

Neben den beiden Endbahnhöfen gibt es auf der eingleisigen Strecke neun Haltestellen.

Ein Kehrtunnel unter dem Hotel

Kurz hinter Myrdal erreicht der Zug die Haltestelle Vatnahalsen auf 811 Metern Höhe.

Danach folgt der 889 Meter lange Vatnahalsen-Tunnel, der als Schleife unter dem gleichnamigen Hotel hindurchführt.

Er endet auf einem künstlichen Felsvorsprung, der mehrere hundert Meter in die Tiefe abfällt.

Der längste Tunnel der Strecke ist mit 1342 Metern der Nåli-Tunnel.

Ein Halt nur für den Wasserfall

Die Haltestelle Kjosfossen auf 670 Metern Höhe hat nur einen einzigen Zweck.

Sie soll den Fahrgästen einen Blick auf den Wasserfall Kjosfossen ermöglichen.

Eröffnet wurde sie im Jahr 1951, als die Bahn bereits 115.000 Fahrgäste im Jahr zählte.

Am oberen Teil des Wasserfalls war schon 1898 beim Bau der Bergenbahn ein Wasserkraftwerk entstanden.

Tunnel mit der Hand gegraben

Von den 20 Tunneln wurden nur der Nåli-Tunnel und der Vatnahalsen-Tunnel mit Maschinen gebaut.

Alle übrigen 18 Tunnel trieben die Arbeiter von Hand in den Berg.

Pro Meter Tunnel waren zwischen 116 und 180 Arbeitsstunden nötig, und der Steinstaub löste bei vielen Arbeitern die Lungenkrankheit Silikose aus.

Der Tunnelbau begann 1924, der erste Tunnel war 1926 fertig und der letzte erst 1935.

Eröffnet im Jahr 1940

Ab 1936 wurden von Myrdal aus mit Hilfe von zwei Dampflokomotiven die Gleise verlegt.

Im August 1940 wurde der Betrieb aufgenommen, zunächst mit einer Achslast von höchstens zwölf Tonnen.

Die Fahrt dauerte damals 65 Minuten bergab und 80 Minuten bergauf.

Insgesamt kostete die Bahn 26.651.900 norwegische Kronen.

Elektrisch seit 1944

Der reguläre elektrische Betrieb begann am 25. November 1944.

Dafür lieferte das Werk Thune im Jahr 1942 drei Lokomotiven vom Typ El 9, die je 48 Tonnen wogen.

Ein Zug durfte mit ihnen höchstens 85 Tonnen schwer sein.

Seit dem Spätsommer 2014 fahren die Züge mit je einer Lok vom Typ El 18 an beiden Enden.

Vom Nahverkehr zur Attraktion

Nach der Eröffnung wuchs der Verkehr bis Mitte der 1950er Jahre im Schnitt um elf Prozent pro Jahr.

Im Jahr 1972 fuhren bereits 175.000 Fahrgäste mit, 1980 waren es 200.000.

Den Güterverkehr stellte die Bahn 1992 ein, und wegen niedriger Preise und hoher Kosten stand die Strecke kurz vor dem Aus.

Ab 1998 übernahm die Gesellschaft Flåm Utvikling Vermarktung und Fahrkartenverkauf, erhöhte die Preise deutlich und setzte neue Lokomotiven ein.

Fast eine Million Besucher

Im Jahr 2006 lag die Flåmsbana mit 457.545 Besuchern auf Platz fünf der meistbesuchten Kulturattraktionen Norwegens.

Im Jahr 2017 wurde mit 990.000 Besuchern ein neuer Rekord erreicht.

Die Züge betreibt die Staatsbahn Vy im Auftrag von Flåm Utvikling.

Die Strecke selbst gehört seit 2017 dem Infrastrukturunternehmen Bane NOR.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Häufige Fragen

Wie viele Höhenmeter überwindet die Flåmsbana?
Auf 20,2 Kilometern überwindet sie 865 Höhenmeter, von Myrdal auf 867 Metern bis Flåm auf zwei Metern Höhe.
Wie steil ist die Flåmsbana?
Die größte Neigung beträgt 55 Promille. Die Bahn fährt dabei ganz ohne Zahnrad auf normaler Spurweite.
Wie viele Tunnel hat die Flåmsbana?
Die Strecke führt durch 20 Tunnel, der längste ist der 1342 Meter lange Nåli-Tunnel.
Seit wann fährt die Flåmsbana?
Sie wurde im August 1940 eröffnet, elektrisch fährt sie seit November 1944.
Wie viele Menschen fahren mit der Flåmsbana?
Im Rekordjahr 2017 waren es 990.000 Besucher, im Jahr 2006 waren es noch 457.545.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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