Zahlen, bitte!
„Willkommen in der Eisenbahnkathedrale, bitte einmal nach oben schauen, die Kuppel ist 75 Meter hoch.“
Wie hoch ist die Kuppel von Antwerpen-Centraal?
→ Ein Bahnhof in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Kuppel des Empfangsgebäudes von Antwerpen-Centraal ist 75 Meter hoch. Die stählerne Bahnsteighalle dahinter erreicht immerhin 43 Meter.
Antwerpen-Centraal in Belgien gilt als einer der schönsten Bahnhöfe der Welt.
Im Volksmund heißt er Spoorwegkathedraal, also Eisenbahnkathedrale.
Wie hoch seine Kuppel ist, wie groß die Halle dahinter ausfällt und was sich unter der Erde verbirgt, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
75 m
Höhe der Kuppel
Spitzname Eisenbahnkathedrale
43 m
Höhe der Bahnsteighalle
186 Meter lang, 66 Meter breit
etwa 540
Züge pro Tag
auf drei Gleisebenen
Eröffnet wurde der Bahnhof am 11. August 1905.
75 Meter bis zur Spitze
Die Kuppel über dem Empfangsgebäude von Antwerpen-Centraal ist 75 Meter hoch.
Sie beherrscht das ganze Gebäude und hat ihm seinen Spitznamen eingebracht.
Die Antwerpener nennen ihren Bahnhof Spoorwegkathedraal, auf Deutsch Eisenbahnkathedrale.
Errichtet wurde die Kuppel aus kalkhaltigem Stein, der später noch große Probleme machen sollte.

Vorbilder in Luzern und Rom
Das steinerne Empfangsgebäude entwarf der belgische Architekt Louis de la Censerie aus Brügge.
Er baute es in einem eklektizistischen Stil, der Formen aus verschiedenen Epochen der Baugeschichte miteinander mischt.
Als Vorbilder dienten ihm der Bahnhof von Luzern und das Pantheon in Rom.
De la Censerie lebte von 1838 bis 1909 und erlebte die Eröffnung seines Bahnhofs noch.
Gut zu wissen
Die Kuppel besteht aus Vinalmont-Stein, einem kalkhaltigen Gestein, das empfindlich auf sauren Regen reagiert. Deshalb lösten sich ab 1953 Steine, und der Bahnhof musste aufwendig saniert werden.
Durch den Tunnel fahren auch Hochgeschwindigkeitszüge auf den Schnellfahrstrecken HSL 4 und HSL-Zuid zwischen Brüssel und Amsterdam. Das historische Empfangsgebäude blieb beim Umbau in Form und Funktion unverändert.
Eine Halle aus Stahl
Hinter dem Empfangsgebäude liegt eine Bahnsteighalle aus Stahl, die 186 Meter lang und 66 Meter breit ist.
Entworfen hat sie der Ingenieur Clement Van Bogaert.
Die Halle wurde 43 Meter hoch gebaut, damit die Abgase der Dampflokomotiven gut abziehen konnten.
Die heutige Anlage entstand in den Jahren von 1899 bis 1905.
Eröffnet am 11. August 1905
Am 11. August 1905 wurde der Bahnhof unter dem Namen Antwerpen-Centraal eröffnet.
Der Vorgängerbahnhof hatte zuletzt Antwerpen-Oost geheißen.
Diesen frei gewordenen Namen erhielt nun ein Haltepunkt an der östlichen Umgehungsbahn.
Der Bahnhof liegt am Koningin Astridplein östlich der Altstadt, direkt neben dem Antwerpener Zoo.
Von 1836 bis zum Prachtbau
Schon am 3. Juni 1836 wurde die Bahnstrecke von Mechelen nach Antwerpen eröffnet, ihr Endpunkt war der Bahnhof Borgerhout.
Im Jahr 1843 wurde die Strecke bis zum Hafen verlängert, wo auch die Bahn Richtung Deutschland begann.
1854 ersetzte ein neues Gebäude das hölzerne Empfangsgebäude, und der Bahnhof hieß nun Antwerpen-Oost.
1873 wurde er wieder zum Kopfbahnhof, weil der wachsende Verkehr Richtung Niederlande nicht mehr ebenerdig durch die Stadt passte.
Als Steine von der Kuppel fielen
Mitte des 20. Jahrhunderts war der Bahnhof in einem sehr schlechten Zustand.
Saurer Regen griff den kalkhaltigen Stein der Kuppel an, 1953 lösten sich die ersten Steine.
Im Jahr 1957 wurde sogar ein Fahrgast von einem herabfallenden Stein getroffen.
In den 1960er Jahren dachte man über einen Abriss nach, doch der Bau kam unter Denkmalschutz und wird seit 1993 nach und nach saniert.
Zehn Gleise waren zu wenig
Um das Jahr 2000 stieß der alte Kopfbahnhof mit seinen zehn Gleisen an seine Grenzen.
Es gab zu wenige Gleise, und die Bahnsteige waren zu kurz.
Zusätzlich kostete es viel Zeit, dass alle Züge hier die Fahrtrichtung wechseln mussten, bevor sie weiterfahren konnten.
Deshalb wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut, ohne das historische Gebäude zu verändern.
Drei Ebenen für die Gleise
Seit dem Umbau fahren die Züge auf drei Ebenen übereinander.
Oben blieben von den zehn alten Kopfgleisen je drei auf beiden Seiten erhalten.
Darunter liegen auf der ersten unterirdischen Ebene vier neue Kopfgleise.
Ganz unten gibt es vier Durchgangsgleise, auf denen die Züge den Bahnhof ohne Wenden durchfahren und direkt in den Tunnel weiterrollen.
Ein Tunnel unter der Stadt
Ab Mai 1998 wurde an einer Nord-Süd-Verbindung gebaut, die Stadt und Bahnhof in einem Tunnel mit zwei Röhren unterquert.
Der Tunnel ist mit 90 km/h befahrbar und erspart internationalen Zügen zwischen Brüssel und Amsterdam das Wenden.
Am 23. März 2007 wurde der unterirdische Teil des Bahnhofs eröffnet.
Die vier Ebenen des Bahnhofs verbinden heute 40 Aufzüge und 48 Rolltreppen.
Etwa 540 Züge am Tag
Täglich fahren etwa 540 Züge durch Antwerpen-Centraal, der früher ein reiner Kopfbahnhof war.
Die Verbindungen reichen unter anderem nach Rotterdam und Amsterdam, nach Gent, Brügge, Brüssel und Lüttich.
Seit dem 7. September 2026 fährt zudem ein ICE von Köln über Aachen, Lüttich und den Flughafen Brüssel bis nach Antwerpen.
Die neue Verbindung macht Antwerpen auch von Deutschland aus direkt mit dem ICE erreichbar.
Kulisse für Film und Flashmob
Der Bahnhof diente schon oft als Kulisse für Spielfilme.
Im Jahr 2009 entstand hier bei einem Flashmob ein Musikvideo mit dem Lied Do-Re-Mi aus dem Musical The Sound of Music.
Das Video wurde schnell zu einem Hit im Internet.
Im selben Jahr kürte das Magazin Newsweek Antwerpen-Centraal zum viertschönsten Bahnhof der Welt.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
