Sollte das Deutschlandticket auch bis in die Nachbarländer gelten?

Standpunkt

„Nächster Halt Staatsgrenze, für die Weiterfahrt ist leider eine neue Fahrkarte nötig.“

Sollte das Deutschlandticket auch bis in die Nachbarländer gelten?

→ Ein Standpunkt zum Deutschlandticket in Europa.

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Worum es geht

Ja, in den Grenzregionen. Das Ticket sollte überall bis zu den ersten wichtigen Orten hinter der Grenze gelten, gemeinsam mit den Nachbarn finanziert, statt nur auf einzelnen Linien.

Das Deutschlandticket gilt im Nahverkehr in ganz Deutschland.

An der Grenze ist aber meist Schluss, obwohl viele Menschen dort täglich hin und her fahren.

Sollte das Ticket weiter reichen, zumindest bis in die Nachbarorte jenseits der Grenze?

Bahnhof Kufstein Aufnahmegebäude oben
Foto: Linie29, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Ticket für das ganze Land

Das Deutschlandticket wurde zum 1. Mai 2023 eingeführt.

Es folgte auf das zeitlich begrenzte 9-Euro-Ticket aus dem Jahr 2022.

Erhältlich ist es nur als monatlich kündbares Abonnement.

Ende 2025 nutzten es rund 15 Millionen Menschen.

Für Beschäftigte gibt es eine vergünstigte Variante als Jobticket, wenn der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent des Preises dazugibt.

Es gilt in der zweiten Klasse in fast allen Nahverkehrsmitteln, von der Regionalbahn bis zum Stadtbus.

Bahnhof Kufstein Aufgang Bahnsteig 2 3
Foto: Linie29, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Preis und Finanzierung

Zu Beginn kostete das Ticket 49 Euro im Monat.

Im Jahr 2025 waren es 58 Euro, seit Januar 2026 sind es 63 Euro.

Bund und Länder zahlen jedes Jahr drei Milliarden Euro als Ausgleich an die Verkehrsunternehmen.

Das Ticket ist mindestens bis zum Jahr 2030 gesichert.

Der Preis soll künftig jährlich automatisch an die Inflation angepasst werden.

Jede Ausweitung würde diese Rechnung beeinflussen.

Wo es schon über die Grenze geht

An einigen Stellen gilt das Ticket bereits im Ausland.

Im Aachener Verkehrsverbund reicht es bis in die niederländischen Gemeinden Vaals, Kerkrade und Sittard und bis ins belgische Kelmis.

Im Saarland gilt es auf zwei Buslinien nach Frankreich und in der Saarbahn bis Saargemünd.

Dazu gehören die Buslinien MS2 nach Creutzwald und 184 nach Carling.

Die Busse zwischen Singen und der deutschen Exklave Büsingen fahren ohne Halt durch die Schweiz und gehören ebenfalls dazu.

Solche Regeln sind jeweils vor Ort vereinbart worden.

Bis Salzburg und Kufstein

In Bayern gilt das Ticket in den Nahverkehrszügen bis zu den österreichischen Bahnhöfen Salzburg und Kufstein.

Damit sind zwei wichtige Umsteigeorte jenseits der Grenze erreichbar.

Bis Ende Mai 2027 läuft außerdem ein Pilotprojekt für grenzüberschreitende Busse nach Luxemburg.

Die Beispiele zeigen, dass es technisch und rechtlich möglich ist.

Sie zeigen aber auch, wie unterschiedlich die Lage je nach Grenze ist.

Ein Flickenteppich an den Grenzen

Wo keine solche Vereinbarung besteht, endet die Gültigkeit an der Staatsgrenze.

Wer dann weiterfahren will, braucht eine zusätzliche Fahrkarte nach den Tarifen des Nachbarlands.

Für Gelegenheitsfahrer ist oft schwer zu durchschauen, wo genau das Ticket noch gilt.

Jede Ausnahme wurde einzeln ausgehandelt.

Eine einheitliche Regel für alle Grenzen gibt es bislang nicht.

Die Nachbarn haben eigene Tickets

Österreich führte im Oktober 2021 das KlimaTicket ein, eine Jahreskarte für fast alle öffentlichen Verkehrsmittel.

Ende November 2025 nutzten es 319.792 Menschen.

Seit dem 1. Januar 2022 gibt es dort zusätzlich Jahreskarten für die einzelnen Bundesländer.

Im Oktober 2023 nutzten zudem über 430.000 Menschen ein KlimaTicket für ein einzelnes Bundesland.

In Luxemburg ist der öffentliche Verkehr im Inland seit dem 29. Februar 2020 kostenlos.

Günstige Pauschaltickets sind in der Nachbarschaft also keine Seltenheit.

Grenzregionen als Alltag

In Regionen wie um Aachen liegen Deutschland, die Niederlande und Belgien nur wenige Kilometer auseinander.

Einkaufen, Arbeiten und Freizeit finden dort oft auf beiden Seiten der Grenze statt.

Ein Ticket, das an der Grenze endet, passt schlecht zu diesem Alltag.

Gerade Bus und Bahn könnten hier viele Autofahrten ersetzen.

Grenzüberschreitender Nahverkehr ist damit auch ein Stück gelebtes Europa.

Wer die Kosten trägt

Akzeptiert ein ausländisches Verkehrsunternehmen das Deutschlandticket, entgehen ihm Einnahmen aus eigenen Fahrkarten.

Diese Einnahmen müssten ausgeglichen werden, entweder von deutscher Seite oder gemeinsam mit dem Nachbarland.

Der Ausgleich für das Ticket kommt bisher aus deutschen Haushalten.

Jede Ausweitung braucht deshalb Verträge mit den Nachbarn.

Für eine faire Lösung müssten beide Seiten profitieren.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Pro und Contra

Dafür

+  Für Menschen in Grenzregionen endet der Alltag nicht an der Staatsgrenze.

+  Die bestehenden Ausnahmen wie Salzburg oder Kerkrade zeigen, dass es praktisch funktioniert.

+  Einheitliche Regeln wären einfacher zu verstehen als viele einzelne Ausnahmen.

+  Mehr Fahrten mit Bus und Bahn statt mit dem Auto entlasten Straßen und Grenzorte.

+  Das Ticket würde Europa im Alltag erlebbar machen.

+  Touristen und Ausflügler könnten Nachbarregionen ohne Tarifstress entdecken.

Dagegen

−  Ausländische Verkehrsunternehmen verlieren Einnahmen, die jemand ausgleichen muss.

−  Schon heute kostet das Deutschlandticket Bund und Länder drei Milliarden Euro im Jahr.

−  Jede Grenzregion braucht eigene Verträge, das ist aufwendig und dauert.

−  Nachbarländer haben eigene Tarife wie das KlimaTicket, die sich nicht einfach verbinden lassen.

−  Wer nur selten über die Grenze fährt, kann auch eine Anschlussfahrkarte kaufen.

−  Erst sollte das Ticket in Deutschland dauerhaft gesichert und finanziert sein.

Unterm Strich

Das Deutschlandticket endet an der Grenze, das Leben der Menschen dort nicht.

Eine Geltung bis zu den ersten wichtigen Orten jenseits der Grenze wäre ein sinnvoller Schritt.

Die Kosten sollten fair mit den Nachbarländern geteilt werden.

Die bestehenden Ausnahmen zeigen, dass es geht.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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