⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.
Wissensmanagement: Zugnummernsystem geht 2027 mit einem Mitarbeiter in Rente
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Nummer unklar)

Die Nummer sagt viel aus. Wenn man sie versteht. Foto: wpa (Symbolbild)
Frankfurt am Main (wpa) – Jeder Zug in Deutschland hat eine Nummer. Sie folgt einem System.
Das System versteht ein Mitarbeiter in Frankfurt. Er heißt Werner Osthoff.
Osthoff ist 63 Jahre alt. Er geht 2027 in Rente.
Eine schriftliche Dokumentation gibt es nicht. Osthoff hat sie nie angefertigt.
„Ich habe es mir angeeignet“, sagt Osthoff. Das habe zwölf Jahre gedauert, gefragt habe ihn danach nie jemand.
Die Nummer besteht aus bis zu fünf Ziffern. Jede hat eine Bedeutung.
Die erste zeigt die Zuggattung. Die zweite die Region.
Bei der dritten wird es komplizierter. Sie hängt von der Strecke ab.
Manchmal auch vom Wochentag. In vier Fällen von der Jahreszeit.
Es gibt zudem Ausnahmen. Osthoff kennt 214 davon.
Sie entstanden über Jahrzehnte. Meist bei Fahrplanwechseln.
Jede Ausnahme hatte damals einen Grund. Die Gründe sind heute unbekannt.
Die Bahn hat 2019 versucht, das System zu erfassen. Ein Projektteam arbeitete acht Monate daran.
Das Ergebnis war ein Dokument mit 340 Seiten. Osthoff hat es gelesen.
Er fand 71 Fehler. Das Dokument wurde nicht veröffentlicht.
Ein zweiter Versuch startete 2023. Er wurde nach vier Monaten beendet.
Die Begründung nannte veränderte Prioritäten. Das Team wurde anderweitig eingesetzt.
Nun läuft ein dritter Versuch. Osthoff arbeitet diesmal selbst mit.
Er diktiert einer Kollegin. Bisher sind 90 Seiten fertig.
Bei diesem Tempo wären sie 2028 durch. Osthoff geht ein Jahr früher.
Die Bahn prüft eine Verlängerung. Osthoff hat Interesse signalisiert.
Die Zugnummer steht auf jeder Anzeigetafel. Fahrgäste sehen sie täglich.
Die wenigsten beachten sie. Für die Fahrt ist sie ohne Belang.
Im Betrieb ist sie zentral. Jede Meldung läuft über diese Nummer.
Fällt ein Zug aus, wird die Nummer gestrichen. Der Ersatzzug bekommt eine neue.
Nach welchem Muster, weiß nur Osthoff. Auch das steht nirgends.
Er stellt eine Bedingung: einen festen Schreibtisch. Nach 41 Jahren, in denen er ein System im Kopf trug, das ein Milliardenkonzern zweimal vergeblich zu dokumentieren versuchte und dann aufgab.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ System logisch aufgebaut – die Logik geht 2027 in Rente +++
+++ Zwei Anläufe zur Dokumentation wurden abgebrochen – Prioritäten hätten sich verändert +++
Mehr Satire-Ersatzverkehr:
Alle Meldungen der Waschbär-Presseagentur
Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgen