Nur ein Mitarbeiter versteht die Zugnummern, 2027 geht er in Rente

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Nur ein Mitarbeiter versteht die Zugnummern, 2027 geht er in Rente

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Nummer unklar)

Zugnummer Satire: Waschbär steht vor einer Anzeigetafel mit Zugnummern in einer Bahnhofshalle

Die Nummer sagt viel aus. Wenn man sie versteht. Foto: wpa (Symbolbild)

Frankfurt am Main (wpa) – Jeder Zug in Deutschland hat eine Nummer. Sie folgt einem System.

Das System versteht ein Mitarbeiter in Frankfurt. Sonst versteht es niemand ganz.

Der Mitarbeiter ist 63. In Rente geht er 2027.

Eine schriftliche Dokumentation gibt es nicht. Angefertigt hat er sie nie.

„Ich habe es mir angeeignet“, sagt Fahrplanexperte Werner Nummernschlüssel. Das habe zwölf Jahre gedauert.

Gefragt habe ihn danach nie jemand. Aufgeschrieben also auch nicht.

Die Nummer hat bis zu fünf Ziffern. Jede bedeutet etwas.

Die erste zeigt die Zuggattung. Die zweite die Region.

Was die anderen drei bedeuten, weiß er allein. Mit ihm geht es 2027 in Rente.

Ein Konzern mit tausenden Zügen hängt an einem Kopf. Der Kopf hat einen Rententermin.

Frau Rehm ist jünger und würde es lernen. Ein Auftrag, sie einzuarbeiten, liegt nicht vor.

Sie sitzt zwei Türen weiter und wartet auf die Weitergabe. Weitergegeben wird nichts, geplant ist nichts.

Der Vorstand verweist auf laufende Digitalisierungsprojekte. Sie laufen, das Wissen läuft 2027 aus.

Ein System, das einer im Kopf trägt, ist kein System. Es ist eine Person mit Ruhestand.

Der Minister lobt die Erfahrung der langjährigen Beschäftigten. Die Erfahrung geht in zwei Jahren, unaufgeschrieben.

Gemessen wird die Zahl der Digitalisierungsvorhaben, nicht das gesicherte Wissen. Vorhaben gibt es viele, Dokumentation keine.

Für die Verrentung ist ein Datum bekannt, seit Jahren. Für die Übergabe ist kein Datum bekannt.

So sichert ein Konzern sein Wissen, indem er es einem überlässt und zusieht, wie er geht. 2027 fehlt die letzte Ziffer.

Fünf Ziffern, ein Mensch, ein Rentenbescheid. Was er nicht aufschreibt, verschwindet mit ihm.

Das System der Zugnummern versteht genau ein Mitarbeiter in Frankfurt, 63, Rente 2027, ohne eine Zeile Dokumentation. Frau Rehm würde es lernen, gefragt hat sie niemand, und mit ihm gehen 2027 drei von fünf Ziffern.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Zwei externe Dokumentationsversuche für zusammen 1,4 Millionen Euro gescheitert +++

+++ Das Angebot des Mitarbeiters, die Regeln aufzuschreiben, datiert von 2015 und blieb unbeantwortet +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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