Schuld ist immer der Zug davor, den ersten gibt es nicht

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Schuld ist immer der Zug davor, den ersten gibt es nicht

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ursache: siehe vorher)

Verspätungsursache Vorgängerfahrt Satire: Waschbär sitzt im Nebel zwischen zwei stehenden Zügen auf dem Schotter

Zwei Fahrten, eine Ursache. Die vordere war auch zu spät. Foto: wpa (Symbolbild)

Frankfurt (wpa) – Die Bahn hat ein System, das jede Verspätung automatisch einer Ursache zuordnet. In 71 Prozent der Fälle lautet die Ursache: der Zug davor.

Intern heißt das Fremdverursachung. Schuld ist immer ein anderer, nie man selbst.

„Statistisch ist das sauber“, sagt Analysevorstand Gerald Fremdverursachung. Sauber ist vor allem die Weste.

Verspätungen wandern von Zug zu Zug. Der eine erbt sie vom anderen, wie eine Familienschuld.

Wenn sie wandern, hatte der erste Zug eine echte Ursache. Die wird nur nie genannt.

Denn die Kette wird nicht zurückverfolgt. Nach einer Stufe ist Schluss, bewusst so eingestellt.

Eine Stufe zurück, und der Nächste ist schuld. Zwei Stufen zurück, und es wäre die Bahn.

Zwei Stufen sind nicht vorgesehen. Zwei Stufen führen zur Wahrheit, und die ist teuer.

So ist jeder Zug Opfer und keiner Täter. Die Verspätung entsteht aus dem Nichts, laut System.

Der Vorstand nennt das eine objektive Ursachenzuordnung. Objektiv ist, dass nie er es war.

Gemeldet wird die Fremdverursachungsquote. 71 Prozent, ein Wert zum Vorzeigen.

Vorgezeigt wird er dem Ministerium. Das Ministerium nickt, es hat dieselbe Methode.

Der Fahrgast steht am Gleis und wartet. Ihm ist egal, welcher Zug welchen ansteckte.

Herr Wolter kam eine Stunde zu spät. Er fragte nach der Ursache, man nannte ihm den Zug davor.

Den Zug davor hatte er nicht gebucht. Trotzdem war der schuld, laut Analyse.

Er fragte, wer denn den Zug davor verspätet habe. Die Antwort: der Zug davor davor, nicht erfasst.

So verliert sich die Schuld im Nebel. Ein Nebel, den das System pflegt wie einen Garten.

Repariert wird nichts, denn schuld ist keiner. Ohne Täter kein Motiv, ohne Motiv keine Reparatur.

Nächstes Jahr steigt die Quote auf 80. Je öfter der Vordermann schuld ist, desto reiner die Bahn.

Jede Verspätung erbt ihre Schuld vom Zug davor. Den ersten schuldigen Zug gibt es nicht, das ist so gebaut.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Rückverfolgung endet nach einer Stufe – der Standardwert ist änderbar und wurde nicht geändert +++

+++ Erstursachen gehen in die Pönalrechnung ein, Folgeursachen nicht +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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