Offene Bahndaten, 39 PDFs mit abfotografierten Tabellen

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Offene Bahndaten, 39 PDFs mit abfotografierten Tabellen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (nach Freigabe)

Open Data Freigabe Satire: Waschbär sitzt zwischen unbeschrifteten Archivkartons in einem langen Aktenraum

Die geöffneten Datensätze. Neununddreißig davon als PDF. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Bahn öffnet ihre Betriebsdaten für die Wissenschaft. Bereitgestellt werden 41 Datensätze, 39 davon als Bild.

39 PDFs, abfotografierte Tabellen, zum Abtippen. Zwei sind maschinenlesbar.

Die zwei lesbaren enthalten Bahnhofsnamen und Streckenlängen. Beides gibt es überall, umsonst.

Die 39 Bilder enthalten das Interessante. Verpackt so, dass man es nicht auswerten kann.

„Wir setzen auf Nachvollziehbarkeit“, sagt Transparenzvorstand Ortwin Bilddatei. Ein Bild könne man nicht heimlich ändern.

Auswerten könne man es aber auch nicht. Genau das ist der Zweck, nur sagt er es nicht.

Transparenz als Foto einer Tabelle. Man sieht die Zahlen, anfassen darf man sie nicht.

Wer sie braucht, tippt sie ab. Von Hand, Zeile für Zeile, 39 Dokumente lang.

Ein Mensch, der abtippt, macht Fehler. Fehler entwerten die Daten, und entwertete Daten belegen nichts.

So bleibt alles offen und nichts nutzbar. Offen wie ein Museum hinter Glas.

Der Vorstand nennt es Open Data. Offen ist die Tür, verschweißt ist der Inhalt.

Zugang gibt es nur auf Antrag. Der Antrag ist ein PDF, ausdrucken, ausfüllen, einscannen.

Eingescannt wird er zu einem Bild. So schließt sich der Kreis, alles wird zum Foto.

Frau Dr. Reuter forscht zur Netzauslastung. Sie hat die 41 Datensätze angefordert und bekommen.

Drei Wochen tippte ihr Team Tabellen ab. Dann war die Hälfte unleserlich, gescannt bei schlechtem Licht.

Ihre Studie verzögert sich um ein Jahr. Wegen Daten, die offen sind und trotzdem verschlossen.

Der Minister lobt die Offenheit des Konzerns. Offenheit ist, wenn man alles zeigt und nichts hergibt.

Eine Tabelle als Datei wäre einfach gewesen. Zu einfach, sie ließe sich ja auswerten.

Ausgewertet werden soll nichts. Ausgewertet würde die Wahrheit, und die liegt in den 39 Bildern.

Die Bahn zeigt alle Daten. Als Foto, auf Antrag, zum Abtippen, damit bloß keiner rechnet.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 141 Anträge, 34 bewilligt – abgelehnt wurden alle zu Verspätungsursachen +++

+++ Geprüft wird, ob die Auswertung Rückschlüsse auf die Betriebsqualität zulässt +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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