Strecke reaktiviert, auf dem Damm fährt ein Bus

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Strecke reaktiviert, auf dem Damm fährt ein Bus

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Umweg inklusive)

Waschbär steht auf einem grasbewachsenen alten Bahndamm ohne Gleise

Der Chefredakteur steht auf der Umleitung. Sie ist eine Wiese. Foto: wpa (Symbolbild)

Northeim (wpa) – Die Bahn hat eine stillgelegte Strecke bei Northeim wieder in Betrieb genommen. Gleise liegen dort seit 2013 keine mehr.

Reaktiviert wurde der Bahndamm. Elf Kilometer lang und begrünt.

In Betrieb genommen wurde er förmlich. Heißt: Eintrag ins Infrastrukturregister.

Der Damm blieb 2013 erhalten, weil er als Verkehrsfläche gewidmet ist. Aufgehoben wurde die Widmung nie.

Auf gewidmeter Verkehrsfläche darf ein Bus fahren. Das ist die Grundlage.

Eröffnet wurde am Freitag mit einem Festakt. 90 Gäste.

„Wir nutzen vorhandene Infrastruktur“, erklärt Notfallmanager Rolf Ausweichgleis. Vorhanden ist ein Damm.

Der Bus braucht Allradantrieb. Beschafft wurde er nachträglich.

Die Beschaffung kostete 240.000 Euro. Läuft unter Ersatzverkehr.

Die Reaktivierung selbst kostete 1,9 Millionen Euro. Läuft unter Schiene.

Damit erscheint der Vorgang im Jahresbericht unter Schienenreaktivierung. Reaktiviert wurden bundesweit 41 Kilometer.

Elf davon sind dieser Damm. Ein Zug kann ihn nicht befahren.

Er könnte, wenn Gleise lägen. Gleise zu legen kostet rund 14 Millionen Euro.

Geprüft wurde das 2019 und verworfen.

Der Rückbau 2013 sparte 40.000 Euro Unterhalt im Jahr. Über zwölf Jahre 480.000.

Der jetzige Ersatzverkehr kostet 90.000 Euro pro Woche. Nach sechs Wochen ist die Ersparnis weg.

Die Sperrung dauert vierzehn Wochen. Die Rechnung geht deutlich negativ aus.

Sie geht trotzdem auf, weil die Ersparnis 2013 gebucht wurde. Die Kosten fallen 2026 an.

Zwei Haushalte, zwei Verantwortliche, kein gemeinsamer Blick. Das ist der ganze Vorgang.

Auf dem Damm wächst seit 2013 ein Gehölz. Entfernt wurde es für den Bus.

Dafür war eine Ausnahmegenehmigung nötig. Der Damm ist seit 2019 Biotop.

Die Genehmigung kam nach sieben Monaten. Der Ersatzverkehr fuhr solange über die Landstraße.

Die führt durch zwei Dörfer. Dort wurde die Genehmigung sehnlich erwartet.

Herr Bode ist 68 und war Streckenwärter hier. Er hat 2011 gegen die Stilllegung geschrieben.

Die Antwort lautete, die Strecke habe „keine verkehrliche Bedeutung“. Der Brief hängt bei ihm im Flur.

Beim Festakt stand er in der zweiten Reihe. Er hat nichts gesagt.

Fotografiert wurde der Bus auf dem Damm. Auf dem Foto sieht man kein Gleis.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Reaktivierung als Busstrecke 1,9 Millionen Euro, Gleise zu legen hätte 14 Millionen gekostet +++

+++ Geprüft und verworfen wurde das 2019 +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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