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Sieben Jahre Verfahren für eine tote Strecke
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Verfahren abgeschlossen)

Der Chefredakteur besichtigt das Ergebnis. Es ist grün. Foto: wpa (Symbolbild)
Northeim (wpa) – Das Stilllegungsverfahren für eine Nebenstrecke ist durch. Es dauerte sieben Jahre, in denen kein Zug fuhr.
Der letzte Zug fuhr im Dezember 2019. Im selben Monat begann das Verfahren.
In sieben Jahren fuhr kein Zug. Unterhalten wurde die Strecke durchgehend.
Der Unterhalt kostete 61.000 Euro im Jahr. Über sieben Jahre 427.000.
„Das Verfahren schützt die Infrastruktur“, sagt Netzplanerin Beate Fristablauf. Geschützt wurde sie sieben Jahre.
Geschützt vor der Nutzung, gepflegt für den Abschied. Eine Strecke im Wachkoma, teuer betreut.
Mähen, Prüfen, Sichern, sieben Jahre lang. Für ein Gleis, das keiner mehr befährt.
Fahren durfte man nicht, das Verfahren lief. Stilllegen durfte man auch nicht, es war nicht durch.
Also blieb die Strecke, was sie war: tot und gepflegt. Ein Widerspruch mit Unterhaltsvertrag.
Der Vorstand nennt das rechtssichere Stilllegung. Rechtssicher dauert sie sieben Jahre und 427.000 Euro.
Frau Jahn wohnt an der Strecke, seit Jahrzehnten. Sie sah das Gras gemäht, den Zug nie.
Sie fragte, warum man ein totes Gleis pflege. Man sagte, das Verfahren sei noch nicht durch.
Jetzt ist es durch, die Strecke wird stillgelegt. Nach sieben Jahren Pflege für den Sarg.
Reaktivieren wollte man sie nicht, stilllegen ging nicht. Dazwischen lag das Verfahren, teuer und leer.
Der Minister lobt die geordnete Abwicklung. Geordnet ist die Frist, sinnlos die Pflege.
427.000 Euro, um ein Gleis würdig zu beerdigen. Fahren hätte für das Geld auch gehen können.
Für die nächste Strecke ist dasselbe Verfahren vorgesehen. Sieben Jahre, gepflegt, dann stillgelegt.
So kostet der Abschied mehr als der Betrieb. Ein Abschied auf Raten, mit Rasenmäher.
Gepflegt wurde, was keiner nutzt. Stillgelegt wird, was man sieben Jahre schützte.
Sieben Jahre dauerte die Stilllegung, 427.000 Euro kostete die Pflege der toten Strecke. Gefahren ist keiner, gemäht wurde durchgehend.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Ab Antragstellung wird nicht mehr instandgehalten – das Verfahren dauerte sieben Jahre +++
+++ Zwei Interessenten zogen zurück, als Grund nannten sie den Zustand der Infrastruktur +++
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