Stellwerk von 1912 digitalisiert, App im Funkloch

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Stellwerk von 1912 digitalisiert, App im Funkloch

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Hebel klemmt)

Stellwerk Satire: Waschbär steht in einem alten Stellwerk vor großen mechanischen Hebeln

Der neue Kollege lernt den Hebel kennen. Foto: wpa (Symbolbild)

Elmshorn (wpa) – Die Bahn digitalisiert das Stellwerk in Elmshorn. Es stammt aus dem Jahr 1912.

Die Hebel bleiben. Sie werden weiter von Hand gezogen.

Neu ist eine App. Sie meldet, welcher Hebel gerade gezogen wurde.

Die Meldung erreicht die Zentrale mit elf Minuten Verzögerung. Das liegt am Funkloch über dem Stellwerk.

„Wir haben die Digitalisierung damit abgeschlossen“, sagt Digitalvorstand Reiner Digitalspur. Das Stellwerk sei nun modern.

Der Stellwerksmeister heißt Rüdiger Kalb. Er arbeitet dort seit 34 Jahren.

Kalb bedient 18 Hebel. Jeder wiegt etwa neun Kilo.

Die Reihenfolge kennt er auswendig. Aufgeschrieben hat sie nie jemand.

Die App zeigt sie jetzt an. Allerdings falsch.

„Ich mache es weiter nach Gefühl“, sagt Kalb. Das Gefühl sei zuverlässiger.

Die Digitalisierung kostete 1,4 Millionen Euro. Ein neues Stellwerk hätte 40 Millionen gekostet.

Die Bahn nennt das eine wirtschaftliche Lösung. Die Ersparnis liege bei 38,6 Millionen.

Bundesweit gibt es noch 2100 mechanische Stellwerke. Etwa 700 davon sind über hundert Jahre alt.

Alle sollen bis 2035 ersetzt werden. Der Plan stammt von 2015.

Damals war 2025 das Ziel. Die Verschiebung wurde nicht begründet.

In Elmshorn hängt ein Schild an der Tür. „Zutritt nur für Befugte“.

Darunter klebt ein Zettel. Er nennt den Namen von Kalb.

Ein Nachfolger ist nicht gefunden. Die Stelle ist seit zwei Jahren ausgeschrieben.

Kalb geht 2028 in Rente. Seitdem sucht die Bahn eine Lösung.

Eine Möglichkeit wäre die Automatisierung. Sie scheitert an der Statik des Gebäudes.

Der Boden trägt keine Serverschränke. Ein Gutachten bestätigte das im Mai.

Kalb hat einen eigenen Vorschlag. Er würde noch fünf Jahre dranhängen.

Ein mechanisches Stellwerk braucht Personal vor Ort. Ausgebildet wird dafür seit 2016 nicht mehr.

Die verbliebenen Fachkräfte sind im Schnitt 57. In den nächsten zehn Jahren gehen 84 Prozent.

Fällt ein Stellwerk aus, weil niemand da ist, fällt die Strecke aus. Im Vorjahr 610-mal.

Erfasst wird das als Personalmangel. Nicht als Folge einer eingestellten Ausbildung.

Herr Kalb bietet an, fünf Jahre dranzuhängen. Die Antwort wird für 2029 erwartet.

Das ist ein Jahr nach seiner Rente.

So plant ein Konzern mit 2.100 solcher Stellwerke und ohne Nachwuchs.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Ausbildung für mechanische Stellwerke seit 2016 eingestellt, 84 Prozent der Fachkräfte gehen binnen zehn Jahren +++

+++ 610 Streckenausfälle im Jahr wegen fehlenden Personals, erfasst als Personalmangel +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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