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Rollstuhlrampe am Bahnsteig nur mit 48 Stunden Vormeldung
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Anmeldung nötig)

Die Rampe steht bereit. Sie wurde vor zwei Tagen bestellt. Foto: wpa (Symbolbild)
Magdeburg (wpa) – Wer im Rollstuhl reist, braucht am Bahnsteig eine Rampe. Anzumelden 48 Stunden vorher.
Die Anmeldung läuft telefonisch oder über ein Formular im Netz.
Ohne Anmeldung ist der Einstieg nicht gesichert. Personal ist dann womöglich nicht da.
„Wir brauchen Planungsvorlauf“, sagt Mobilitätsmanagerin Silke Anmeldefrist. Geplant werden muss der Einstieg.
Wer nicht laufen kann, soll zwei Tage vorher Bescheid geben. Wer laufen kann, steigt einfach ein.
Spontane Reisen sind damit erschwert. Das räumt die Bahn ein.
Erschwert heißt: für den einen unmöglich, was für den anderen selbstverständlich ist. Die Rampe braucht Vorlauf, die Treppe nicht.
Die Frist wurde 2022 von 24 auf 48 Stunden verlängert. Grund: Personalmangel.
Verlängert wurde die Frist, nicht das Personal. Weniger Leute, mehr Vorlauf.
Frau Thönnes fährt im Rollstuhl und wollte am Morgen spontan zur Tochter. Sie hätte vorgestern anrufen müssen.
Sie rief trotzdem an, es war zu kurzfristig. Kein Hubsteig, kein Personal, kein Einstieg.
Der Zug hielt, die Tür ging auf, die Rampe blieb im Depot. Zwei Tage Vorlauf lagen zwischen ihr und dem Wagen.
Der Vorstand nennt die Frist eine Frage der Planbarkeit. Planbar soll ihr Leben sein, 48 Stunden im Voraus.
Gespart wurde am Personal, verlängert die Frist. Die Rechnung zahlt, wer auf die Rampe angewiesen ist.
Der Minister lobt das Mobilitätsangebot für alle. Für alle, die zwei Tage vorher wissen, wohin.
Gemessen wird die angemeldete Hilfeleistung, nicht die verpasste Fahrt. Angemeldet klappt es, spontan nicht.
Für kurzfristige Fälle gibt es keine Zusage. Es gibt die Bitte um mehr Vorlauf.
So macht man Bahnfahren barrierefrei, indem man eine Frist von 48 Stunden davorsetzt. Die Barriere heißt jetzt Anmeldung.
Andere entscheiden am Bahnsteig, ob sie einsteigen. Frau Thönnes entscheidet es zwei Tage vorher, oder gar nicht.
Wer im Rollstuhl reist, muss die Rampe am Bahnsteig 48 Stunden vorher anmelden, seit die Bahn am Personal sparte und die Frist verdoppelte. Spontan zur Tochter fährt, wer laufen kann, Frau Thönnes hätte vorgestern anrufen müssen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Feste Rampen an 610 Standorten kosten 8,5 Millionen, Öffentlichkeitsarbeit 61 Millionen im Jahr +++
+++ An 41 Prozent der Bahnhöfe gibt es das Personal nicht mehr, das disponiert werden soll +++
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