Bahnhofsnamen zu verkaufen, am liebsten die toter Stationen

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Bahnhofsnamen zu verkaufen, am liebsten die toter Stationen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Name folgt)

Namensrechte Bahnhof Satire: Waschbär sitzt auf dem Bahnsteig einer stillgelegten Station unter einem leeren Bahnhofsschild

Standort aus dem Vermarktungspaket Stille Lage. Der Name ist noch zu haben. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Bahn verkauft die Namen ihrer Bahnhöfe. Am liebsten die von toten Stationen, ohne Verkehr.

Unternehmen sichern sich einen Bahnhof für drei Jahre. Das Paket heißt „Stille Lage“, 41 Standorte.

Angeboten werden bevorzugt Stationen ohne Betrieb. Das habe einen fachlichen Grund.

„Eine Marke verbindet sich mit einer Erfahrung“, sagt Markenrechtsreferentin Beate Wortmarke. „Wo keine Erfahrung stattfindet, bleibt die Marke unbeschädigt.“

Übersetzt: An einem funktionierenden Bahnhof würde die Marke leiden. Am toten bleibt sie heil.

Denn wer nie einsteigt, ärgert sich nie. Kein Ausfall, kein Frust, kein Schaden fürs Logo.

An Stationen mit Regelverkehr ist die Nachfrage verhalten. Zwei Anfragen wurden nach Einsicht in die Pünktlichkeit zurückgezogen.

Zurückgezogen, weil kein Sponsor mit dem Chaos verbunden werden will. Nicht mal für Geld.

So bleibt der Bahn nur, das Leere zu verkaufen. Die toten Bahnsteige werden zur Ware.

Der Vorstand nennt das eine neue Erlösquelle. Erlöst wird der Name, nicht der Ort.

Ein Bahnhof ohne Zug bekommt einen Firmennamen. Ein Zug ohne Bahnhof bleibt, was er war: gestrichen.

Frau Ising wohnt an einer solchen toten Station. Seit Dezember heißt sie nach einer Versicherung.

Der Zug hält dort trotzdem nicht. Nur der Name ist neu, das Warten ist alt.

Sie steht unter einem Schild mit fremder Marke. Und wartet auf einen Zug, den es nicht gibt.

Die Versicherung zahlt für den Namen, nicht für den Verkehr. Verbunden ist die Marke mit einer Stille.

Der Minister lobt die kreative Finanzierung der Infrastruktur. Kreativ ist, das Nichts zu vermarkten.

Für lebendige Bahnhöfe gibt es keine Käufer. Zu viel Erfahrung, zu viel Verspätung, zu viel Wahrheit.

So sind die toten Stationen plötzlich wertvoll. Wertvoll ist bei der Bahn, wo nichts passiert.

Nächstes Jahr sollen 60 Standorte ins Paket. Alle ohne Verkehr, versteht sich.

Verkauft werden die Namen toter Bahnhöfe. An lebendigen würde die Marke leiden, so ehrlich ist der Prospekt.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Von 41 nachgefragten Standorten sind 34 stillgelegt +++

+++ Bei null Reisenden liegt der Grundpreis bei 4.900 Euro im Jahr +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.



Jetzt Kanal folgen

QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal
📷 Scannen & folgen

🦝
Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.

Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →