⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.
Vier Jahre geprüft, der Schotter kommt vom eigenen Konzern
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Herkunft geprüft)

Der Chefredakteur prüft die Herkunft. Sie ist naheliegend. Foto: wpa (Symbolbild)
Duisburg (wpa) – Die Bahn hat vier Jahre lang geprüft, woher ihr Gleisschotter kommt. Das Ergebnis: von ihr selbst.
Anlass war das Lieferkettengesetz. Es verlangt, dass ein Konzern seine Lieferanten kennt.
Die Bahn kannte ihren nicht. Also gab sie eine Prüfung in Auftrag.
Beauftragt wurde eine Beratungsgesellschaft. Honorar: 2,4 Millionen Euro.
Vier Jahre suchte die Gesellschaft. Gesucht wurde der Lieferant des eigenen Schotters.
Gefunden wurde eine Konzerntochter. Der Steinbruch gehört der Bahn selbst.
„Wir haben die Lieferkette vollständig aufgeklärt“, sagt Beschaffungsvorstand Konrad Kettenglied. Aufgeklärt wurde, dass sie im Kreis läuft.
Der Schotter kommt von der Bahn, fährt zur Bahn, liegt unter der Bahn. Die Kette hat ein Glied, und das ist sie.
Vier Jahre, 2,4 Millionen, ein Ergebnis. Man hätte auch das eigene Firmenschild lesen können.
Der Vorstand nennt die Prüfung gesetzeskonform. Konform ist, dass man sich selbst nicht kannte.
Frau Söllner steht auf einem Bahnsteig, dessen Schotter bröckelt. Repariert wird er nicht, geprüft wurde er.
Sie fragte, wann der Unterbau erneuert werde. Man sagte, erst sei die Herkunft zu klären.
Geklärt ist sie jetzt, erneuert ist nichts. Die 2,4 Millionen sind im Schotter versickert, im eigenen.
Das Gesetz wollte Ausbeutung in fernen Ländern verhindern. Die Bahn fand die Verschwendung im eigenen Etat.
Der Minister lobt die vorbildliche Umsetzung der Sorgfaltspflicht. Sorgfältig war die Prüfung des eigenen Kieses.
Kontrolliert wurde die Lieferkette, gefunden wurde ein Spiegel. Am Ende der Kette stand der Auftraggeber.
Für die nächste Prüfung ist der Beton dran. Er kommt vermutlich auch vom Konzern, das kostet dann wieder Millionen.
So erfüllt man ein Gesetz gegen Ausbeutung. Indem man vier Jahre lang sich selbst befragt.
Der Schotter liegt, der Bericht liegt daneben. Beide grau, beide teuer, beide vom selben Konzern.
Vier Jahre prüfte die Bahn, woher ihr Schotter kommt, und fand sich selbst. Die 2,4 Millionen waren der Preis dafür, das eigene Firmenschild zu lesen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Drei Jahre Prüfung für 1,9 Millionen Euro, das Ergebnis stand im öffentlichen Konzernregister +++
+++ Ob dort die Sorgfaltspflichten eingehalten werden, war nicht Gegenstand des Auftrags +++
Mehr Satire-Ersatzverkehr:
Alle Meldungen der Waschbär-Presseagentur
Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgen