Ortstermin Sauschwänzlebahn: Schleifen, Kreiskehrtunnel und Dampf – die Wutachtalbahn im Schwarzwald

Bahn-Slam · Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, wir fahren im Kreis – mit Absicht. Anders kommen wir den Berg nicht hinauf.“

Ortstermin: Die Sauschwänzlebahn

→ Sie schlängelt sich in Schleifen und einem Kreistunnel den Berg hinauf – einst für den Krieg gebaut, heute pure Dampf-Romantik.

Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Wutachtal

Kurz gesagt

Die Wutachtalbahn im Schwarzwald trägt ihren Spitznamen Sauschwänzlebahn wegen ihrer vielen Schleifen und Kehren. Um auf kurzer Strecke viel Höhe zu gewinnen, windet sie sich durch sechs Tunnel – darunter der einzige Kreiskehrtunnel Deutschlands – und über fünf große Viadukte. Gebaut wurde sie 1890 als strategische Militärbahn, um im Kriegsfall die Schweiz zu umgehen. Heute ist sie eine beliebte Museumsbahn, auf der im Sommer Dampflokomotiven durch die Schleifen schnaufen.

Der Name klingt wie ein Scherz, ist aber ernst gemeint: Sauschwänzlebahn.

Er kommt von der Form der Strecke, die sich windet und ringelt wie ein Ringelschwänzchen.

Denn um den Berg zu bezwingen, fährt diese Bahn nicht gerade hinauf, sondern in großen Schleifen – sogar einmal im Kreis durch den Berg.

Was aussieht wie eine Spielerei, ist in Wahrheit raffinierte Ingenieurskunst.

Dampfzug auf dem Epfenhofener Viadukt
Über den Epfenhofener Viadukt dampft die Sauschwänzlebahn. Foto: Mussklprozz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Schleifen gegen den Berg

Zwischen zwei Orten müssen über 230 Höhenmeter überwunden werden – bei nur 9,6 Kilometern Luftlinie.

Gerade hinauf wäre viel zu steil für eine normale Bahn.

Also verlängerten die Ingenieure die Strecke künstlich auf über 25 Kilometer – mit Schleifen, Kehren und Tunneln.

Das Herzstück ist der Große Stockhalde-Kreiskehrtunnel: 1,7 Kilometer lang, in dem sich die Bahn im Berg einmal im Kreis dreht. Der einzige seiner Art in Deutschland.

Die Strecke in Zahlen

„Sauschwänzle“

der Spitzname

wegen der geringelten Streckenführung

1890

Eröffnung

als strategische Militärbahn

1.700 m

Kreiskehrtunnel

der einzige in Deutschland

6

Tunnel

dazu fünf große Viadukte

230 m

Höhengewinn

auf nur 9,6 km Luftlinie

seit 1977

Museumsbahn

mit Dampfbetrieb im Mittelabschnitt

Quelle: Wikipedia „Wutachtalbahn“. Zahlen gerundet.

Dampflokomotive der Sauschwänzlebahn
Im Sommer schnaufen historische Dampfloks durch die Kehren. Foto: Mussklprozz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gebaut für den Krieg

Die Bahn entstand 1890 nicht für Touristen, sondern aus militärischen Gründen.

Sie sollte im Fall eines Krieges gegen Frankreich Truppen und Nachschub transportieren – und dabei die neutrale Schweiz umgehen.

Daher der aufwendige Bau durch unwegsames Gelände, den sich eine reine Verkehrsbahn nie geleistet hätte.

Die großen Viadukte und Tunnel sind das teure Erbe dieser strategischen Idee.

Die Sauschwänzlebahn im Schwarzwald
Durch Wälder und über Viadukte zieht sich die Strecke. Foto: Luna Moonshine, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Heute eine Museumsbahn

Den regulären Verkehr gab die Bahn längst auf.

Seit 1977 fährt auf dem schönsten Mittelabschnitt eine Museumsbahn, im Sommer mit Dampf.

Für viele ist die Fahrt ein Ausflug in zwei Welten zugleich: in die Technikgeschichte und in die Landschaft des Schwarzwalds.

Wer einmal im Kreistunnel war und auf der anderen Seite höher wieder herauskommt, vergisst es nicht.

Viadukt der Sauschwänzlebahn
Fünf große Viadukte tragen die Bahn über die Täler. Foto: Fideli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was ein Kreiskehrtunnel ist

In einem Kreiskehrtunnel dreht sich die Strecke im Berginneren einmal komplett im Kreis.

Der Zug fährt hinein, macht unter der Erde eine volle Schleife und kommt höher – fast über sich selbst – wieder heraus.

So gewinnt die Bahn Höhe, ohne dass die Steigung zu steil wird. Der Stockhalde-Tunnel ist der einzige dieser Art in Deutschland.

Wenn Sie dort fahren

Fahren Sie an einem Dampftag: Der Geruch von Kohle und das Pfeifen gehören zum Erlebnis.

Achten Sie auf den Moment im Kreiskehrtunnel – wenn es lange dunkel bleibt und der Zug sich spürbar dreht.

Und schauen Sie aus dem Fenster auf die Viadukte: Oft sieht man die Strecke, die man gleich befährt, schon unter sich liegen.

Häufige Fragen zur Sauschwänzlebahn

Woher kommt der Name Sauschwänzlebahn?
Von der stark geschlängelten Streckenführung, die an ein geringeltes Schweineschwänzchen erinnert. Offiziell heißt sie Wutachtalbahn.
Was ist das Besondere an der Strecke?
Sie gewinnt auf kurzer Luftlinie viel Höhe, indem sie sich in Schleifen und durch den einzigen Kreiskehrtunnel Deutschlands windet. Dazu kommen fünf große Viadukte.
Warum wurde die Bahn gebaut?
Sie entstand 1890 als strategische Militärbahn, um im Kriegsfall die neutrale Schweiz zu umgehen – nicht für den normalen Verkehr.
Was ist ein Kreiskehrtunnel?
Ein Tunnel, in dem sich die Bahn im Berg einmal komplett im Kreis dreht, um Höhe zu gewinnen. Der Stockhalde-Tunnel ist der einzige dieser Art in Deutschland.
Kann man heute noch mitfahren?
Ja. Seit 1977 fährt auf dem Mittelabschnitt eine Museumsbahn, im Sommer mit historischen Dampflokomotiven.
Wie viele Tunnel und Brücken hat die Strecke?
Sechs Tunnel und fünf große Viadukte von 100 bis 250 Metern Länge und bis zu 30 Metern Höhe.

Quellen

Wikipedia: „Wutachtalbahn“ – Spitzname Sauschwänzlebahn, Eröffnung 1890 als strategische Bahn, sechs Tunnel, Kreiskehrtunnel von 1,7 Kilometern, fünf Viadukte, Höhengewinn durch künstliche Verlängerung, Museumsbetrieb seit 1977.

Stand: September 2026. Zahlen gerundet.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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