Bahn-Slam · Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, es geht steil bergauf. Steiler fährt keine andere Hauptbahn in Deutschland – ganz ohne Zahnrad.“
Ortstermin: Die Höllentalbahn
→ 57,8 Promille, allein mit Reibung: Die Höllentalbahn ist die steilste normale Bahn Deutschlands.
Lesezeit: 7 Minuten · Ortstermin · Schwarzwald
Kurz gesagt
Die Höllentalbahn von Freiburg nach Donaueschingen ist die steilste mit reiner Reibung betriebene Hauptbahn Deutschlands: Auf einem Abschnitt geht es mit 57,8 Promille bergauf, das ist extrem für eine Bahn ohne Zahnrad. Von Freiburg auf 268 Metern klettert sie bis Hinterzarten auf 893 Meter – 625 Höhenmeter. Bis 1933 half tatsächlich eine Zahnstange, danach schafften es stärkere Loks allein. Ihr Wahrzeichen ist der Ravennaviadukt, der die tiefe Schlucht überspannt.
Der Name ist Programm: Es geht hinauf ins Höllental, eine enge, steile Schlucht im Schwarzwald.
Und die Bahn, die hier fährt, leistet Erstaunliches: Sie klettert steiler als jede andere normale Bahn in Deutschland.
Kein Zahnrad hilft ihr dabei, nur die Reibung der Räder auf der Schiene.
Wer mitfährt, spürt, wie der Zug sich Meter um Meter nach oben arbeitet.

Steiler geht es nicht ohne Zahnrad
Auf dem steilsten Stück, zwischen Himmelreich und Hinterzarten, steigt die Strecke mit 57,8 Promille.
Das heißt: Auf einem Kilometer geht es fast 58 Meter in die Höhe – für eine Bahn ist das gewaltig.
Damit ist die Höllentalbahn die steilste mit reiner Reibung betriebene Hauptbahn Deutschlands.
Von Freiburg auf 268 Metern bis Hinterzarten auf 893 Metern überwindet sie 625 Höhenmeter.
Die Strecke in Zahlen
57,8 ‰
maximale Steigung
steilste Adhäsionsbahn Deutschlands
625 m
Höhenunterschied
Freiburg 268 m bis Hinterzarten 893 m
1887
Eröffnung
Abschnitt Freiburg–Neustadt
76 km
Gesamtlänge
Freiburg bis Donaueschingen
bis 1933
mit Zahnstange
danach schafften Loks es allein
893 m
Scheitelpunkt
in Hinterzarten
Quelle: Wikipedia „Höllentalbahn (Schwarzwald)“. Zahlen gerundet.

Als noch das Zahnrad half
Bei der Eröffnung 1887 war die Steigung zu steil für die schwachen Loks der Zeit.
Deshalb lag zwischen den Schienen eine Zahnstange, in die ein Zahnrad griff – wie bei einer Bergbahn.
Erst 1933 waren die Loks stark genug, um die Rampe allein mit Reibung zu schaffen. Die Zahnstange wurde überflüssig.
Seither ist die Höllentalbahn der Beweis, wie viel eine normale Bahn schafft, wenn man sie richtig baut.

Der Ravennaviadukt
Das Wahrzeichen der Strecke ist der Ravennaviadukt.
Auf hohen Steinbögen führt er die Bahn über die tiefe Ravennaschlucht – ein Bild wie aus einem Märchen, besonders im Winter, wenn darunter ein Weihnachtsmarkt liegt.
Der heutige Viadukt wurde 1927 gebaut und ersetzte einen älteren an fast gleicher Stelle.
Wer hier durchfährt, hat für ein paar Sekunden den ganzen Schwarzwald unter sich.

Warum Adhäsion so besonders ist
Adhäsion heißt: Der Zug fährt nur mit der Reibung zwischen Stahlrad und Stahlschiene – ohne Zahnstange.
Diese Reibung ist gering. Deshalb galten früher rund 40 Promille als äußerste Grenze für normale Bahnen.
Dass die Höllentalbahn fast 58 Promille schafft, war und ist eine kleine Sensation der Technik.
Wenn Sie dort fahren
Setzen Sie sich ans Fenster: Zwischen Freiburg und Hinterzarten öffnet sich das Höllental in seiner ganzen Steilheit.
Halten Sie beim Ravennaviadukt die Kamera bereit – der Blick in die Schlucht ist nur kurz.
Und spüren Sie den Unterschied: Auf der Rampe arbeitet der Zug hörbar, hier ist Bergfahren noch Bergfahren.
Häufige Fragen zur Höllentalbahn
Was ist an der Höllentalbahn besonders?
Wie viele Höhenmeter überwindet sie?
Fuhr die Bahn immer ohne Zahnrad?
Was ist der Ravennaviadukt?
Wie lang ist die Strecke?
Was bedeutet Adhäsionsbahn?
Quellen
Wikipedia: „Höllentalbahn (Schwarzwald)“ – maximale Steigung 57,8 Promille, Höhen von Freiburg und Hinterzarten, Eröffnung 1887, Zahnstangenbetrieb bis 1933, Ravennaviadukt.
Stand: September 2026. Zahlen gerundet.
Weiterfahrt
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