Die Niederlausitzer Eisenbahn: Die Strecke, die Berlin umging

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Niederlausitzer Eisenbahn: Die Strecke, die Berlin umging

Von Falkenberg über Herzberg, Luckau und Lübben bis Beeskow reichte die Niederlausitzer Eisenbahn. Der Personenverkehr ist lange vorbei, Abschnitte sind abgebaut, andere werden noch genutzt.

Eine Stammaktie über 1.000 Mark der Niederlausitzer Eisenbahn-Gesellschaft vom 1. April 1898.
Eine Stammaktie über 1.000 Mark der Niederlausitzer Eisenbahn-Gesellschaft vom 1. April 1898. Foto: Unbekannte Autoren und Grafiker; Scan vom EDHAC e.V., gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
Kurz erklärt
1897
Uckro Süd–Luckau eröffnet
1901
Lübben–Beeskow vollendet
1995
Erste Personenzüge entfallen
2013
Abbau Groß Leuthen–Beeskow beginnt

Lage: Brandenburg, Landkreise Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und Oder-Spree. Status: Personenverkehr beendet, Teilstücke im Güterverkehr und für Sonderfahrten, andere Abschnitte stillgelegt oder abgebaut. Heute: Die Strecke gehört der Deutschen Regionaleisenbahn, der Abschnitt Falkenberg–Herzberg der DB Netz.

Die Niederlausitzer Eisenbahn verband Falkenberg (Elster) über Herzberg, Luckau und Lübben mit Beeskow und war mehr als 113 Kilometer lang.

Der Personenverkehr endete in den 1990er Jahren.

Heute werden nur noch einzelne Teilstücke im Güterverkehr und für Sonderfahrten genutzt, andere Abschnitte sind stillgelegt oder abgebaut.

Dieser Beitrag folgt der Strecke von Westen nach Osten und nennt ihre Halte.

Freie Fotos aus der Betriebszeit sind selten, die meisten Bilder stammen aus den Jahren 2006 bis 2017.

Wie die Strecke entstand

Als erster Abschnitt ging am 20. Dezember 1897 die Teilstrecke von Uckro Süd nach Luckau in Betrieb.

Am 15. März 1898 war der Abschnitt Falkenberg–Lübben durchgehend hergestellt.

Am 1. April 1898 nahm die Niederlausitzer Eisenbahn A.G. den Betrieb auf.

Der Rest von Lübben bis Beeskow folgte am 24. November 1901.

Die Gesellschaft gehörte mehrheitlich den Landkreisen Schweinitz, Luckau und Lübben.

Sie hatte von Anfang an finanzielle Schwierigkeiten.

Einen Aufschwung im Güterverkehr brachte erst der Zweite Weltkrieg.

An der Strecke lagen Munitionsfabriken in Rochau, im Spreewerk Lübben und in Krugau, dazu gab es einen Anschluss zum Flugplatz Alteno.

Nach Kriegsende mussten diese Anschlussgleise als Reparationsleistung an die UdSSR abgebaut werden.

Kurz vor Kriegsende, am 25. April 1945, wurde die Spreebrücke bei Briescht gesprengt.

Der Zugverkehr musste eingestellt werden.

1948 fuhren wieder Züge zwischen Lübben und der Spreebrücke Briescht sowie von der östlichen Spreeseite bis Beeskow West.

Die Brücke war noch gesperrt, die Reisenden gingen etwa 400 Meter zu Fuß.

1951 war die Brücke wieder hergerichtet, und ein durchgehender Verkehr zwischen Lübben und Beeskow West wurde möglich.

Die Station Briescht, ein ehemaliger, inzwischen privatisierter Bahnhof der Niederlausitzer Eisenbahn, 2014.
Die Station Briescht, ein ehemaliger, inzwischen privatisierter Bahnhof der Niederlausitzer Eisenbahn, 2014. Foto: Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

So sah es vorher aus: eine Strecke, die Berlin umging

Nach der deutschen Teilung rückte die Strecke in den Fokus der Militärs.

Sie verband drei nach Berlin führende Hauptstrecken miteinander, umging Berlin selbst aber weiträumig.

Deshalb erhielt sie den Status einer strategischen Bahn.

Aus der Nebenbahn wurde eine Hauptbahn, die Achslast wurde unter anderem auf 20 Tonnen erhöht.

Bei Störungen auf der Dresdener Bahn oder auf dem Berliner Außenring wurden Fernzüge zwischen Dresden und Berlin über den Abschnitt Uckro–Lübben umgeleitet.

Neben der Baureihe 132 kamen dabei auch die Baureihen 110 und 112 zum Einsatz.

Während der Elektrifizierung der Strecke von Dresden über Uckro nach Berlin fuhren 1981 und 1982 planmäßig einige Schnellzüge über Uckro, Luckau und Lübben nach Berlin.

Im Alltag gab es auf der Niederlausitzer Eisenbahn selbst fast keine durchgehenden Züge.

Meist fuhren die Züge von Falkenberg nach Luckau oder Lübben Hbf und von Luckau oder Lübben Süd nach Beeskow.

Zwischen Falkenberg und Herzberg Stadt sowie zwischen Uckro und Lübben war das Angebot für eine Nebenstrecke im ländlichen Raum relativ hoch.

Im Fahrplan 1986/87 gab es Verbindungen von Lübben über Uckro nach Elsterwerda, Frauenhain und Baruth (Mark).

Schon 1939 hatten in Uckro drei Zugpaare der Niederlausitzer Eisenbahn in Richtung Falkenberg und acht in Richtung Luckau gehalten.

Die Lok 202 497 bei der Ankunft in Uckro am 13. Januar 1993.
Die Lok 202 497 bei der Ankunft in Uckro am 13. Januar 1993. Foto: Phil Richards from London, UK, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Falkenberg, Herzberg und Alt Herzberg

Die Strecke beginnt im unteren Teil des Bahnhofs Falkenberg (Elster).

Sie verläuft zunächst etwa einen Kilometer nach Norden und bis Herzberg (Elster) in rund zwei Kilometern Abstand zur Bahnstrecke Jüterbog–Röderau.

Zwischen Falkenberg und Herzberg lagen die Halte Falkenberg-Kiebitz, früher Falkenberg (Elster) Nord, und Klein Rössen.

Herzberg (Elster) Stadt liegt bei Kilometer 12,3.

Östlich von Herzberg überquert die Strecke die Schwarze Elster auf einer größeren Brücke.

Dahinter folgt bei Kilometer 13,1 der Haltepunkt Alt Herzberg.

Bei Kilometer 13,7 zweigte ein Anschlussgleis zum Futtermittelwerk DEUKA AG ab.

Die Eröffnungsfahrt des Elbe-Elster-Express im Bahnhof Herzberg (Elster) Stadt, 30. Juni 2006.
Die Eröffnungsfahrt des Elbe-Elster-Express im Bahnhof Herzberg (Elster) Stadt, 30. Juni 2006. Foto: Kailas98, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Der Personenverkehr zwischen Falkenberg und Herzberg Stadt endete 1998.

Das Eisenbahn-Bundesamt genehmigte für den Abschnitt Falkenberg–Herzberg die Stilllegung zum 31. Dezember 2015.

Die Gleise blieben bislang liegen, weil die DB Netz Eigentümerin dieses Abschnitts ist.

Es gibt Bestrebungen, dort Draisinenfahrten anzubieten.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Herzberg-Stadt, 2011.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Herzberg-Stadt, 2011. Foto: Webka – K. Kletke, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Alt Herzberg mit Blick in Richtung Herzberg Stadt, 2015.
Alt Herzberg mit Blick in Richtung Herzberg Stadt, 2015. Foto: Sebastian Hamann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Polzen, Kolochau und Schlieben

Hinter Alt Herzberg lag der Haltepunkt Polzen.

Bei Kilometer 18,5 folgte der Bahnhof Kolochau, früher Colochau geschrieben.

Bei Kilometer 23,7 lag Schlieben.

Der Haltepunkt Polzen an der Bahnstrecke Falkenberg–Lübben–Beeskow, 2010.
Der Haltepunkt Polzen an der Bahnstrecke Falkenberg–Lübben–Beeskow, 2010. Foto: Joeb07, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Empfangsgebäude in Kolochau, 2015.
Das Empfangsgebäude in Kolochau, 2015. Foto: Sebastian Hamann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Im Mai 1995 endete der Personenverkehr zwischen Uckro und Herzberg (Elster).

Danach verkehrten hier nur noch Sonderzüge.

Am 30. Juni 2006 fand die Jubiläumsfahrt des Bürgerbahnprojekts Elbe-Elster-Express zwischen Falkenberg und Schlieben statt.

Das Projekt setzte die Idee des Deutschen Bahnkundenverbandes um, den Nahverkehr im ländlichen Raum durch Eigeninitiative aufrechtzuerhalten.

Mit EU-Mitteln wurden ein Fahrzeug, schadhafte Gleise und vier überdachte Wartehäuschen mit Reisendeninformation instand gesetzt oder neu errichtet.

Ein Lokschuppen in Schlieben, den der Elbe-Elster-Express nutzen sollte, wurde nie fertig saniert und mangels Gleisanbindung nie genutzt.

Das Empfangsgebäude mit der Güterabfertigung in Schlieben, 2014.
Das Empfangsgebäude mit der Güterabfertigung in Schlieben, 2014. Foto: Sebastian Hamann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die Weiche zum Lokschuppen am Bahnhof Schlieben, 2014.
Die Weiche zum Lokschuppen am Bahnhof Schlieben, 2014. Foto: Sebastian Hamann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der Wasserturm am Bahnhof Schlieben, 2017.
Der Wasserturm am Bahnhof Schlieben, 2017. Foto: Radler59, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Zu Veranstaltungen wie dem Schliebener Moienmarkt fuhren Sonderzüge, und diese Fahrten wurden sehr gut angenommen.

Einzelne Fahrten waren dabei überfüllt, und es kam vor, dass Fahrgäste zurückbleiben mussten.

Anfang 2016 wurden die Gleisanlagen zwischen Herzberg und Schlieben mit Ausnahme der Bahnübergänge demontiert.

Der 22 Kilometer lange Abschnitt Falkenberg–Schlieben war schon am 30. Juni 2015 in zwei Teilen zur Übernahme durch andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen ausgeschrieben worden.

Den hohen Kosten für Unterhalt und Investitionen standen keine Einnahmen gegenüber.

Hohenbucko, Rochau und die Heide

Hinter Schlieben zweigte bei Kilometer 27,2 ein Anschluss zu einem Bundeswehrdepot ab.

Bei Kilometer 31,6 lag der Bahnhof Hohenbucko-Lebusa.

Es folgten Rochau West, früher einfach Rochau, und Rochau Forst.

Danach kamen Rochauer Heide, früher Rochau Ost, und Wüstermarke-Höllberghof, früher Wüstermarke.

Zwischen den Haltestellen Rochau Forst und Rochauer Heide gab es einen Abzweig zu einem Tanklager der Sowjetarmee, der abgebaut wurde.

Östlich von Schlieben beginnt ein längerer Anstieg durch den südlichen Fläming zum Niederlausitzer Landrücken.

Die Strecke führt dort durch die Rochau-Kolpiener Heide entlang der Bundesstraße 87.

Am östlichen Waldrand folgt ein längeres Gefälle, auf dem bis Uckro ein Höhenunterschied von 70 Metern überwunden wird.

Besonders gut besucht waren die Sonderfahrten zur Rochauer Waldweihnacht.

Langengrassau, Paserin und Uckro

Hinter Wüstermarke überquert die Strecke die Bahnstrecke Berlin–Dresden.

Danach richtet sie sich in einer Kurve von 130 Grad nach Nordwesten aus und erreicht über Langengrassau bei Kilometer 46,3 wieder die Dresdener Bahn.

Bei Kilometer 49,4 liegt Uckro Süd, das eigene Stationsgebäude der Niederlausitzer Eisenbahn in Luckau-Uckro.

Die Niederlausitzer Eisenbahn erhielt dort einen eigenen Bahnhof östlich der Anlagen der Staatsbahn.

Er hatte fünf Gleise mit Ladestraße.

Alle drei Bahnhöfe von Uckro, also der Berlin-Dresdener Eisenbahn, der Dahme-Uckroer Eisenbahn und der Niederlausitzer Eisenbahn, besaßen eigene Stationsgebäude.

Diese sind erhalten, alle drei Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Das Stationsgebäude der ehemaligen Dahme-Uckroer Eisenbahn in Uckro, heute Luckau-Uckro, 2012.
Das Stationsgebäude der ehemaligen Dahme-Uckroer Eisenbahn in Uckro, heute Luckau-Uckro, 2012. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Der Bahnhof an der Berlin-Dresdener Eisenbahn war am 17. Juni 1875 eröffnet worden.

Auf der Dahme-Uckroer Eisenbahn endete der Personenverkehr am 3. Januar 1968, 1993 wurde diese Strecke stillgelegt.

Zwischen Uckro und Zöllmersdorf benötigten die Personenzüge der Niederlausitzer Eisenbahn für vier Kilometer zuletzt 17 Minuten.

Wegen der Holzschwellen im moorigen Untergrund und des schlechten Gleiszustands wurde dieser Abschnitt gesperrt.

Bei Kilometer 51,9 lag der Haltepunkt Paserin.

Anfang 2011 begannen Arbeiten an einer Moorstelle bei Paserin, und in Uckro wurden Weichen für eine Wiederanbindung an die Dresdener Bahn eingebaut.

Seit 2008 wird die Strecke mit dem zugehörigen Bahnhofsteil in Uckro nicht mehr genutzt, sie ist aber nicht formell stillgelegt.

Der 15 Kilometer lange Abschnitt von Uckro Süd bis Duben wurde im Juli 2015 zur Übernahme ausgeschrieben.

Luckau, Duben und Lübben: der Teil, der noch genutzt wird

Luckau liegt etwa in der Mitte der Strecke und beherbergte früher das Bahnbetriebswerk der Niederlausitzer Eisenbahn.

Bei Kilometer 53,3 liegt der Haltepunkt Luckau-Zöllmersdorf, bei Kilometer 57,4 Luckau Zentrum, früher einfach Luckau.

Es folgen Duben (Niederlausitz) bei Kilometer 64,8 und Lübben-Neuendorf bei Kilometer 69,1.

Lübben Süd liegt bei Kilometer 72,5.

Der Haltepunkt Lübben, früher Lübben Nord, hat einen eigenen Haltepunkt in 400 Metern Entfernung zum Bahnhof an der Strecke Berlin–Görlitz.

2016 wurde dort das marode Stationsgebäude abgerissen.

Zur Landesgartenschau 2000 in Luckau wurde ein Sonderverkehr zwischen Lübben und Luckau eingerichtet.

Der Antrag auf Bestellung des Verkehrs wurde vom Land Brandenburg abgelehnt.

Beim 6. Brandenburg-Tag in Luckau am 1. und 2. September 2001 fuhren zwei Züge im Stundentakt zwischen Lübben und Luckau-Uckro.

Am 9. September 2020 erteilte die Aufsichtsbehörde die Betriebsgenehmigung für den Abschnitt Luckau–Lübben.

Drei Tage später, am 12. September 2020, führte der DBV Förderverein Niederlausitzer Eisenbahn die ersten Sonderfahrten mit einer Ferkeltaxe durch.

Ab April 2022 verkehrten Züge zu besonderen lokalen und überregionalen Ereignissen.

Im Dezember 2022 siedelte sich im Bahnbetriebswerk Luckau ein Unternehmen an, das Reparaturarbeiten an Eisenbahnfahrzeugen anbietet.

Der Güterverkehr ist für den Weiterbetrieb entscheidend.

Am 12. Juni 1999 ging ein Anschlussgleis in das Gewerbegebiet Duben-Alteno in Betrieb, mit einer Biogasanlage und einem Freiladegleis, das vor allem zur Holzverladung dient.

Seit dem 1. Januar 2002 bedient die Deutsche Regionaleisenbahn die sechs Gütertarifpunkte Lübben-Süd, Duben-Alteno, Luckau, Schlieben, Börnichen-Schlepzig und Krugau.

Im März 2009 wurden mit Ganzzügen 18 Meter lange Stahlrohre von Europipe nach Alteno gebracht, die für die Anbindungsleitung der Ostsee-Pipeline OPAL verlegt wurden.

Anfang Mai 2010 wurde der Abschnitt Uckro Süd–Lübben–Groß Leuthen-Gröditsch gesperrt, weil mehrere Strecken und die Brücke über die Görlitzer Bahn saniert werden sollten.

Mitte Januar 2013 konnte der Abschnitt Duben–Lübben–Krugau wieder genutzt werden.

Von Lübben bis Beeskow

Hinter Lübben macht die Strecke eine Kurve von 90 Grad über die Hauptbahn nach Nordosten.

Sie durchquert zunächst das Biosphärenreservat Spreewald, bei Hartmannsdorf überbrückt sie die Spree.

Hartmannsdorf (Niederlausitz) liegt bei Kilometer 77,2.

Bei Kilometer 81,4 folgt Börnichen-Schlepzig, bei Kilometer 87,2 Krugau mit dem Anschluss zum Lager der Bundeswehr.

Hinter Krugau wurde die Strecke betrieblich gesperrt.

Die weiteren Halte hießen Groß Leuthen-Gröditsch bei Kilometer 90,5, Bückchen und Wittmannsdorf (Niederlausitz).

Es folgen Briescht, wo die Spree zum zweiten Mal überbrückt wird, Tauche (b Beeskow) und Kohlsdorf.

Danach reicht die Landschaft bis Beeskow.

Etwa einen Kilometer vor der Stadt nähert sich von Westen die Bahnstrecke Grunow–Königs Wusterhausen, beide Strecken laufen bis Beeskow parallel.

Die Niederlausitzer Eisenbahn besaß dort einen eigenen Bahnhof Beeskow West, früher Beeskow NLE.

Er lag bei Kilometer 113,3 vor dem Staatsbahnhof.

Seit den 1960er Jahren wurden die Reisezüge direkt in den Bahnhof Beeskow geführt.

Das Stationsgebäude der Niederlausitzer Eisenbahn in Beeskow, 2011.
Das Stationsgebäude der Niederlausitzer Eisenbahn in Beeskow, 2011. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Im Jahr 2002 sah der Fahrplan vom 16. Juni bis 3. November vier Zugpaare zwischen Lübben Süd und Groß Leuthen-Gröditsch an Wochenenden vor.

2005 war der Wiederaufbau der Strecke zwischen Groß Leuthen-Gröditsch und Beeskow erforderlich.

Er konnte bis heute nicht umgesetzt werden.

Am 29. März 2013 schrieb die Deutsche Regionaleisenbahn die Abschnitte Groß Leuthen-Gröditsch–Beeskow und Schlieben–Uckro Süd zur Übernahme durch Dritte aus.

Es fand sich kein neuer Betreiber, die Abschnitte wurden stillgelegt.

Im November 2013 begann der Abbau der Schienen zwischen Groß Leuthen-Gröditsch und Beeskow.

Auf zwei Kilometern Länge waren die Schienen zu diesem Zeitpunkt bereits gestohlen worden.

Vorher und nachher: Betriebsende und Bürgerbahn

Im letzten Fahrplanjahr der Deutschen Reichsbahn 1993/94 verkehrten zwischen Falkenberg und Luckau fünf Zugpaare.

Zwischen Falkenberg und Herzberg war das Angebot auf zehn Zugpaare verdichtet.

Zwischen Uckro und Luckau fuhren ebenfalls fünf Zugpaare.

Zwischen Luckau und Beeskow gab es drei tägliche Zugpaare, zwischen Lübben Süd und Beeskow ein weiteres.

Luckau war mit neun täglichen Fahrtenpaaren an Lübben Hbf angebunden.

Es gab ein durchgehendes Zugpaar zwischen Falkenberg und Beeskow, für das drei bis dreieinhalb Stunden Fahrzeit vorgesehen waren.

Dann ging es schnell abwärts.

Im Mai 1995 endete der Personenverkehr zwischen Lübben und Beeskow sowie zwischen Uckro und Herzberg.

Zum 1. Juni 1996 fuhren auch zwischen Lübben und Luckau keine Reisezüge mehr.

1998 endete der Personenverkehr zwischen Falkenberg und Herzberg Stadt.

Die Deutsche Regionaleisenbahn übernahm die Strecke von der Deutschen Bahn, die Angaben zum Jahr gehen dabei auseinander.

Im Auftrag des Deutschen Bahnkundenverbandes sollte sie zeigen, dass sich der Schienenverkehr im dünn besiedelten ländlichen Raum auch ohne größere staatliche Zuschüsse halten lässt.

Das Ziel, Güter- und Personenverkehr zu kombinieren, war mit dem spärlichen Verkehr nicht zu erreichen.

Ab 2000 gab es Wochenendverkehr im Sommerhalbjahr.

Ein MAN-Schienenbus durfte in diesem Jahr nach drei Tagen nicht mehr fahren, weil ihm für Brandenburg die Zulassung fehlte.

Im Dezember 2000 konnte er an den Wochenenden 9./10. und 16./17. Dezember wieder fahren.

Am 14. September 2003 wurde der Uerdinger Schienenbus 798.01 vom Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht stillgelegt.

Am 26. September 2003 wurde der Betrieb auf der Niederlausitzer Eisenbahn vorzeitig eingestellt.

2008 kam der Elbe-Spreewald-Kurier hinzu, der Riesa über Falkenberg mit dem Unterspreewald verbinden sollte.

Die Fahrten endeten am 3. Oktober 2008 vorzeitig.

Als Gründe wurden die geringe Nachfrage und die fehlende finanzielle Unterstützung durch die betroffenen Kommunen und Regionen genannt.

Seit Dezember 2008 fand kein planmäßiger Personenverkehr mehr statt.

So sieht es jetzt aus

Nach den vorliegenden Angaben sind mehrere Abschnitte seit Jahren gesperrt, darunter Falkenberg–Schlieben, Uckro Süd–Duben und Börnichen-Schlepzig–Groß Leuthen-Gröditsch.

Der Abschnitt Herzberg–Schlieben ist abgebaut, bei Falkenberg–Herzberg liegen die Gleise noch.

Zwischen Groß Leuthen-Gröditsch und Beeskow sind die Schienen abgebaut.

Genutzt werden Duben–Lübben–Krugau im Güterverkehr und Luckau–Lübben für Sonderfahrten.

Die Strecke befindet sich im Eigentum der Deutschen Regionaleisenbahn.

1875: Der Bahnhof Uckro wird am 17. Juni zusammen mit der Berlin-Dresdener Eisenbahn eröffnet.

1897: Am 20. Dezember geht der Abschnitt Uckro Süd–Luckau in Betrieb.

1898: Am 15. März ist Falkenberg–Lübben durchgehend hergestellt, am 1. April beginnt der Betrieb.

1901: Am 24. November folgt der Abschnitt Lübben–Beeskow.

1945: Am 25. April wird die Spreebrücke bei Briescht gesprengt.

1951: Die Spreebrücke ist wieder hergerichtet, Lübben–Beeskow West ist durchgehend befahrbar.

1993/94: Im letzten Fahrplanjahr der Reichsbahn fährt ein durchgehendes Zugpaar zwischen Falkenberg und Beeskow.

1995: Im Mai endet der Personenverkehr zwischen Lübben und Beeskow sowie zwischen Uckro und Herzberg.

1996: Zum 1. Juni fahren auch zwischen Lübben und Luckau keine Reisezüge mehr.

1998: Der Personenverkehr zwischen Falkenberg und Herzberg Stadt endet.

1998/1999: Die Deutsche Regionaleisenbahn übernimmt die Strecke, die Angaben zum Jahr gehen auseinander.

1999: Am 12. Juni geht das Anschlussgleis Duben-Alteno in Betrieb.

2000: Die Strecke erhält Sommerverkehr an Wochenenden, der MAN-Schienenbus wird zunächst untersagt.

2003: Am 26. September wird der Betrieb vorzeitig eingestellt.

2006: Am 30. Juni findet die Jubiläumsfahrt des Elbe-Elster-Express statt.

2008: Die Fahrten enden am 3. Oktober vorzeitig, seit Dezember gibt es keinen planmäßigen Personenverkehr.

2013: Im November beginnt der Abbau der Schienen zwischen Groß Leuthen-Gröditsch und Beeskow.

2016: Anfang des Jahres werden die Gleise zwischen Herzberg und Schlieben abgebaut.

2020: Am 9. September wird die Betriebsgenehmigung für Luckau–Lübben erteilt, am 12. September folgen Sonderfahrten.

2022: Ab April verkehren Züge zu besonderen Ereignissen, im Dezember siedelt sich ein Reparaturbetrieb im Bahnbetriebswerk Luckau an.

Häufige Fragen

Wie lang war die Niederlausitzer Eisenbahn?
Die Strecke von Falkenberg (Elster) über Luckau und Lübben nach Beeskow ist über 113 Kilometer lang.
Wann endete der Personenverkehr?
Er wurde in den 1990er Jahren abschnittsweise eingestellt, im Mai 1995 zwischen Lübben und Beeskow sowie zwischen Uckro und Herzberg, 1998 zwischen Falkenberg und Herzberg Stadt. Seit Dezember 2008 gibt es keinen planmäßigen Personenverkehr mehr.
Warum war die Strecke militärisch wichtig?
Sie verband drei nach Berlin führende Hauptstrecken, umging Berlin aber weiträumig. Deshalb galt sie als strategische Bahn und wurde zur Hauptbahn aufgewertet.
Fahren heute noch Züge?
Auf einigen Teilstücken gibt es Güterverkehr, etwa zwischen Duben, Lübben und Krugau. Zwischen Luckau und Lübben fahren seit 2020 Sonderzüge.
Was ist abgebaut?
Zwischen Groß Leuthen-Gröditsch und Beeskow wurden ab November 2013 die Schienen abgebaut, zwischen Herzberg und Schlieben Anfang 2016 die Gleisanlagen mit Ausnahme der Bahnübergänge.

Zwischen Falkenberg und Beeskow liegen Abschnitte, die nur noch Güterzüge oder Sonderfahrten sehen, und solche, auf denen die Schienen fehlen.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Bahnstrecke Falkenberg–Beeskow · Wikipedia: Bahnhof Luckau-Uckro · Wikipedia: Schlieben · Wikipedia: Kolochau · Wikipedia: Hohenbucko

Alle Fotos stammen von Wikimedia Commons und sind gemeinfrei oder stehen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz. Urheber, Lizenz und Quelle stehen direkt am Bild.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →