Ortstermin
„In dieser Stadt kamen einst fast alle Menschen wegen der Eisenbahn, und viele sind geblieben.“
Der Bahnhof Falkenberg, Knoten in sieben Richtungen in der Eisenbahnerstadt
→ Ein Ortstermin im Elbe-Elster-Land.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Falkenberg (Elster) gehört zu den größten Bahnhöfen Brandenburgs. Strecken führen von hier in sieben Richtungen, zeitweise war er der fünftgrößte Rangierbahnhof der DDR.
Etwa 90 Kilometer südlich von Berlin liegt Falkenberg an der Elster.
Lange war es ein unscheinbarer Ort, bis im 19. Jahrhundert die Eisenbahn kam.
Aus dem Dorf wurde eine Eisenbahnerstadt, und der Bahnhof ist bis heute ihr Herz.

Ein Knoten in sieben Richtungen
Vom Bahnhof Falkenberg verlaufen Eisenbahnstrecken in sieben Richtungen.
Er gehört damit zu den größten Bahnhöfen im Land Brandenburg.
Er liegt im Süden des Landes, nicht weit von den Grenzen zu Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Viele Reisende steigen hier um.

Ein Turmbahnhof
Falkenberg ist als Turmbahnhof gebaut.
Oben kreuzt die Strecke von Halle nach Cottbus.
Unten verlaufen die Strecken von Węgliniec nach Roßlau und von Jüterbog nach Röderau.
Mehrere Verbindungskurven verknüpfen die beiden Ebenen miteinander.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Falkenberg (Elster) ist ein Turmbahnhof mit Strecken in sieben Richtungen und gehört zu den größten Bahnhöfen Brandenburgs. Zeitweise war er der fünftgrößte Rangierbahnhof der DDR.
Das Empfangsgebäude von 1882 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Am unteren Bahnbetriebswerk zeigen das Brandenburgische Eisenbahnmuseum und die Dampflok 52 5679 die Geschichte der Eisenbahnerstadt.
Ein riesiger Rangierbahnhof
Sowohl im oberen als auch im unteren Bahnhofsteil gab es große Rangieranlagen.
Zeitweise galt Falkenberg als fünftgrößter Rangierbahnhof der DDR.
Hier wurden Güterzüge aufgelöst und neu zusammengestellt.
Seit den 1990er Jahren werden die Anlagen nur noch teilweise genutzt.

Das verlorene Empfangsgebäude
Ein großes Empfangsgebäude aus dem Jahr 1882 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Zu DDR-Zeiten entstand ein Gaststättenbau am Bahnhof.
Nach 2010 wurde dieser erheblich umgebaut.
Heute dient er als Empfangsgebäude.

Aus Falkenberg bei Torgau
Ursprünglich hieß die Station Falkenberg bei Torgau.
Im Jahr 1937 erhielt sie ihren heutigen Namen Falkenberg (Elster).
Die Stadt schreibt sich heute mit Schrägstrich, der Bahnhof mit Klammer.
Solche kleinen Unterschiede verraten viel über die Geschichte eines Ortes.

Die Eisenbahnerstadt
Um 1900 zogen sehr viele Eisenbahner nach Falkenberg.
Für sie baute die Bahn zahlreiche Wohnhäuser aus Backstein.
Diese Häuser prägen bis heute große Teile des Stadtzentrums.
Ganze Straßenzüge erzählen so von der Zeit der großen Bahn.

Ein Museum und eine Dampflok
Am unteren Bahnbetriebswerk zeigt das Brandenburgische Eisenbahnmuseum die Geschichte des Knotens.
Es befindet sich in der alten Kantine der Eisenbahner.
Davor steht die Dampflok 52 5679, die am längsten in Falkenberg beheimatet war.
Seit 1989 ist sie als technisches Denkmal aufgestellt.

Wasserturm und Kirchen
Ein Wasserturm im Stil des Expressionismus stammt aus dem Jahr 1928.
Die evangelische Jesus-Christus-Kirche wurde 1912 und 1913 im Jugendstil gebaut.
Die katholische Allerheiligen-Kirche entstand 1934.
Alle drei Bauten zeigen, wie schnell der Ort mit der Bahn wuchs.

Ankommen in Falkenberg
Wer in Falkenberg umsteigt, sollte einmal die Treppen zwischen den Ebenen bewusst nehmen.
Von oben sieht man die weiten Gleisanlagen des alten Rangierbahnhofs.
Das Eisenbahnmuseum und die Backsteinstraßen liegen nicht weit entfernt.
So wird ein Umstieg zur kleinen Zeitreise in die große Zeit der Eisenbahn.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Häufige Fragen
In wie viele Richtungen fahren hier Züge?
Was ist ein Turmbahnhof?
Wie groß war der Rangierbahnhof?
Wie hieß der Bahnhof früher?
Welche Dampflok steht dort?
Weiterfahrt
