Haldensleben und seine Kleinbahnen: Weferlingen, Eilsleben, Gardelegen und Calvörde

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Haldensleben und seine Kleinbahnen: Weferlingen, Eilsleben, Gardelegen und Calvörde

Von Haldensleben gingen drei Kleinbahnen nach Weferlingen, Eilsleben und Gardelegen aus, dazu kam die kurze Stichbahn nach Calvörde. Dieser Beitrag geht ihre Halte der Reihe nach durch und sagt, was von den Strecken noch in Betrieb ist.

Postkarte mit dem früheren Bahnhof Calvörde.
Postkarte mit dem früheren Bahnhof Calvörde. Foto: Unknown author Unknown author, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
Kurz erklärt
1887
Eröffnung Haldensleben–Eilsleben
1907
Eröffnung Haldensleben–Weferlingen
1911
Eröffnung Haldensleben–Gardelegen
1999
Ende des Personenverkehrs Weferlingen und Eilsleben

Lage: Landkreis Börde und Altmarkkreis, Sachsen-Anhalt. Status: Haldensleben–Weferlingen ohne Personenverkehr, mit Güterverkehr und gelegentlichen Museumszügen; Haldensleben–Eilsleben, Haldensleben–Letzlingen und Wegenstedt–Calvörde stillgelegt; Letzlingen–Gardelegen nichtöffentliche Anschlussbahn der Bundeswehr. Heute: Gleise und Bahngelände sind keine Wege und dürfen nicht betreten werden.

Von Haldensleben in der Magdeburger Börde gingen früher drei Kleinbahnen aus: nach Eilsleben, nach Weferlingen und nach Gardelegen.

Dazu kam die kurze Stichbahn Wegenstedt–Calvörde, die an der Strecke Glindenberg–Oebisfelde begann.

Auf der Strecke nach Weferlingen fahren ohne Personenverkehr noch Güterzüge und gelegentlich Museumszüge.

Die anderen Strecken sind stillgelegt, nur zwischen Gardelegen und Letzlingen fahren weiterhin Züge der Bundeswehr.

Freie historische Fotos sind selten, dieser Beitrag kommt deshalb mit wenigen Bildern aus.

Zum Bahnhof Haldensleben gibt es einen eigenen Beitrag: Der Bahnhof Haldensleben, zwischen Kanal und reitendem Roland.

Haldensleben–Eilsleben: wie die Strecke entstand

Im Gebiet zwischen Haldensleben und Eilsleben etablierten sich zwischen 1865 und 1883 insgesamt fünf Zuckerfabriken.

Zudem wurde eine Bahnstrecke zur Abfuhr zahlreicher weiterer landwirtschaftlicher Güter benötigt.

Die Neuhaldensleber Eisenbahn-Gesellschaft wurde am 30. November 1886 gegründet, um den Bau der Strecke in der damaligen preußischen Provinz Sachsen zu ermöglichen.

Der Güterverkehr begann zwischen Neuhaldensleben und Hakenstedt am 17. Oktober 1887.

Der Personenverkehr und der restliche Güterverkehr folgten am 3. November 1887.

Den Betrieb führte die Centralverwaltung für Secundairbahnen Herrmann Bachstein.

Eine geplante Stichstrecke von Nordgermersleben nach Alvensleben wurde nicht realisiert.

So sah es vorher aus: Zucker und Kurven

Die Strecke durchfuhr überwiegend flaches, landwirtschaftlich genutztes Land der nördlichen Magdeburger Börde.

Entlang der Strecke liegen ausschließlich Dörfer.

Ihr Verlauf war auffallend kurvenreich, da sie vorrangig die vorhandenen Zuckerfabriken bedienen musste.

Anfangs betrug die Fahrtdauer auf der 32 Kilometer langen Strecke 90 bis 120 Minuten, da gleichzeitig viel Fracht befördert werden musste.

Ab 1932 wurde der Personenverkehr mit einem selbstgebauten Schlepptriebwagen durchgeführt.

Zum Bau der damaligen Reichsautobahn Hannover–Magdeburg wurden in den 1930er Jahren bei Erxleben-Uhrsleben und Schackensleben Verladestationen eingerichtet.

Am 19. Januar 1938 wurde eine von der Strecke abzweigende Industrie- und Hafenbahn in Neuhaldensleben eröffnet, die den Bahnhof mit dem neuen Hafen am Mittellandkanal verband.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Strecke von größeren Schäden verschont und wurde gelegentlich zur Umgehung des Bahnknotens Magdeburg benutzt.

Haldensleben, Ost und Alt

Die Strecke begann in Haldensleben bei Kilometer 0,00.

Bei Kilometer 2,00 folgte die Mittellandkanalbrücke.

Haldensleben Ost lag bei Kilometer 2,60, Haldensleben Alt bei Kilometer 3,55.

Die Brücke über den Mittellandkanal wurde im März 2007 demontiert.

Hundisburg und Ackendorf

Hundisburg lag bei Kilometer 5,19.

Ackendorf lag bei Kilometer 8,09 als Haltepunkt mit Anschlussstelle.

Schackensleben und Nordgermersleben

Schackensleben lag bei Kilometer 11,07.

Hier wurde in den 1930er Jahren eine Verladestation für den Bau der Reichsautobahn eingerichtet.

Nordgermersleben lag bei Kilometer 16,42.

Brumby-Emden, Erxleben-Uhrsleben und Hakenstedt

Brumby-Emden lag bei Kilometer 19,01.

Erxleben-Uhrsleben lag bei Kilometer 22,45, auch hier gab es eine Verladestation für den Autobahnbau.

Hinter dem Bahnhof führt die Bundesautobahn 2 über die Strecke.

Hakenstedt lag bei Kilometer 26,09, hier begann am 17. Oktober 1887 der Güterverkehr.

Bei Kilometer 31,71 endete die Strecke im Bahnknoten Eilsleben.

Das Ende der Strecke nach Eilsleben

Ab dem 1. März 1946 wurde die Bahn unter staatliche Verwaltung gestellt und unterstand den Sächsischen Provinzbahnen.

Im Sommer 1947 war der Abbau der Strecke als Reparationsleistung geplant, was durch die örtliche SED-Kreisleitung verhindert werden konnte.

Am 15. August wurde die Haldensleber Eisenbahn enteignet, am 1. April 1949 wurde die Strecke in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert.

In den 1950er Jahren gab es drei bis fünf Personenzugpaare, die mindestens 66 Minuten für die Strecke brauchten.

1966 war die Reisezeit aufgrund des schlechten Oberbaus auf rund 90 Minuten angestiegen.

1971 erfolgte eine Instandsetzung, die Reisezeiten sanken bis 1978 schrittweise auf rund 56 Minuten.

Nach der Wende nahm der Verkehr ständig ab, besonders stark litt nach der Schließung der Zuckerfabriken der Güterverkehr, der am 31. Dezember 1994 eingestellt wurde.

1996 wurde der Personenverkehr auf Zweistundentakt umgestellt, es fuhren Schienenbusse der Baureihe 771.

Am 29. Mai 1999 fuhren die letzten Personenzüge, weil das Land Sachsen-Anhalt den Verkehr abbestellte.

Am 22. Dezember 2000 wurde die Strecke stillgelegt.

Nur die Hafenbahn in Haldensleben wurde nach dem Stand von Juli 2008 noch bedient.

Haldensleben–Weferlingen: wie die Strecke entstand

Die Stadt Neuhaldensleben wurde 1872 durch die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft von Magdeburg aus an das Bahnnetz angeschlossen.

Die Gesellschaft weigerte sich, eine Verbindung nach Weferlingen zu bauen, weil sie die Strecke nicht für rentabel hielt.

1895 erhielt Weferlingen einen Bahnhof an der Strecke Helmstedt–Oebisfelde.

Um die dortige Zuckerfabrik über eine Steilstrecke anzuschließen, baute man eine Zahnradbahn nach dem System Riggenbach.

1901 reichte Herrmann Bachstein Pläne für eine Strecke von Neuhaldensleben nach Weferlingen ein.

Betreiber war die Kleinbahn Neuhaldensleben–Weferlingen.

Am 15. März 1907 fuhren erstmals Güter- und Personenzüge von Weferlingen nach Behnsdorf.

Ab dem 17. Mai 1907 verkehrten Personenzüge auf der Gesamtstrecke, vier Tage später auch Güterzüge.

Anfangs fuhren täglich drei Personenzugpaare, die gut ausgelastet waren.

So sah es vorher aus: Busse auf Schienen

Am 19. August 1922 fusionierte die Gesellschaft mit der Kleinbahn Neuhaldensleben–Gardelegen zur Gardelegen-Haldensleben-Weferlinger Kleinbahn.

Ab 1925 verkehrte unter anderem ein Benzoltriebwagen der Deutschen Werke Kiel.

1926 wurde eine Zweigstrecke von Süplingen nach Dönstedt-Alvensleben errichtet, die insbesondere dem Anschluss einiger Steinbrüche diente.

Am 20. Januar 1927 wurde eine Anschlussbahn vom Bahnhof Weferlingen Zuckerfabrik zur Sandgrube Walbeck gebaut.

1926 hatte die Gesellschaft mit dem Bau der Neuhaldenslebener Hafenbahn begonnen, die 1938 den Betrieb aufnahm.

1927 bis 1930 musste die Strecke nach Weferlingen wegen des Baus des Mittellandkanals umtrassiert werden.

Am 28. August 1933 wurden für den Bahnbetrieb umgebaute Doppelstockbusse aus Berlin angeschafft, sie kamen auf dem gesamten Streckennetz zum Einsatz.

1939 erwarb die Gesellschaft moderne Dieseltriebwagen, so dass der Einsatz der Schienenomnibusse beendet werden konnte.

1944 betrug die Reisezeit von Haldensleben nach Weferlingen West 70 Minuten.

Haldensleben, Bülstringen und Süplingen

Der Haldenslebener Personenbahnhof der Strecke lag etwa 200 Meter nordwestlich des Bahnhofs Haldensleben an einem eigenen Bahnsteig.

Von dort führt die Trasse parallel zur Strecke nach Oebisfelde.

Nachdem der Mittellandkanal auf einer Brücke überquert wird, teilen sich die beiden Strecken.

Bülstringen Florastraße lag bei Kilometer 2,6.

Süplingen Abzweig lag bei Kilometer 4,737, der Haltepunkt Süplingen bei Kilometer 6,2155.

Von Süplingen zweigt die Strecke nach Forsthaus Eiche ab, früher nach Bebertal.

Die Zweigstrecke nach Dönstedt und Bebertal

Dönstedt Steinwerke lag bei Kilometer 2,2 der Zweigstrecke, Bebertal, früher Alvensleben-Dönstedt, bei Kilometer 6,1.

Am 29. Juni 1928 fuhren die ersten Güterzüge auf der Zweigstrecke nach Alvensleben.

Am 8. Oktober desselben Jahres begann auch der Personenverkehr mit anfänglich vier Zugpaaren.

Zum 1. Februar 1933 wurde der Personenverkehr nach Dönstedt-Alvensleben eingestellt und durch Busse ersetzt.

Der Endbahnhof der Stichstrecke wurde nach 1949 zunächst in Bebertal-Dönstedt, dann in Bebertal umbenannt.

Am 30. Mai 1970 fuhren die letzten Züge bis Bebertal.

Bis heute findet auf dem Abschnitt nach Forsthaus Eiche Güterverkehr statt, dabei wird Material aus den dortigen Steinbrüchen abtransportiert.

Bodendorf, Emden, Altenhausen und Ivenrode

Bodendorf lag bei Kilometer 8,427.

Emden lag bei Kilometer 9,940, Altenhausen bei Kilometer 11,793.

Ivenrode lag bei Kilometer 13,873.

Bischofswald, Hörsingen und Behnsdorf

Bischofswald lag bei Kilometer 15,909, Hörsingen bei Kilometer 18,139.

Behnsdorf lag bei Kilometer 21,939.

Von Weferlingen nach Behnsdorf fuhren am 15. März 1907 die ersten Güter- und Personenzüge.

Graui, Hödingen und Walbeck

Graui lag bei Kilometer 24,016, Hödingen bei Kilometer 26,026.

Walbeck lag bei Kilometer 27,700.

Die Anschlussbahn der Zuckerfabrik zur Sandgrube Walbeck wurde am 20. Januar 1927 gebaut.

Weferlingen

Weferlingen Zuckerfabrik lag bei Kilometer 30,477, der Bahnhof Weferlingen bei Kilometer 31,911.

1991 wurde die Zuckerfabrik Weferlingen geschlossen.

Hier verläuft die Strecke Helmstedt–Oebisfelde, die 1945 mit der Ziehung der innerdeutschen Grenze an drei Stellen unterbrochen wurde.

Der Abschnitt Weferlingen–Döhren wurde danach von Haldensleben aus befahren.

Da die Grenze zur Britischen Besatzungszone noch nicht abgesichert war, waren diese Züge oft voll besetzt, weil viele Einwohner im Westen Hamsterkäufe tätigten.

Der Betrieb von Weferlingen nach Döhren wurde am 1. Oktober 1961 vor allem wegen der Nähe zur Grenze eingestellt.

Das Ende des Personenverkehrs nach Weferlingen

Am 1. Juli 1957 wurde der vereinfachte Nebenbahnbetrieb eingeführt.

Ab 1971 wurde die Strecke nach Weferlingen saniert und die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h angehoben.

Der Personenverkehr wurde meist mit Triebwagen der Baureihe 171, später 771, durchgeführt.

Ab dem 31. Mai 1992 wurde das Personenzugangebot von sechs auf sieben Zugpaare erhöht.

Ab dem 24. Mai 1998 fuhren acht Zugpaare im Zweistundentakt, die planmäßig rund 84 Minuten je Strecke unterwegs waren.

Der reguläre Personenverkehr wurde am 29. Mai 1999 eingestellt.

Ende der 1990er Jahre gab es erstmals Sonderzüge auf der Strecke.

Seit 1999 wird sie nur im Güterverkehr und von gelegentlichen Museumszügen genutzt.

Haldensleben–Gardelegen: wie die Strecke entstand

1871 wurde Gardelegen an die Berlin-Lehrter Bahn angeschlossen, ein Jahr später war Neuhaldensleben von Magdeburg aus erreichbar.

Fortan gab es Bestrebungen, die beiden Städte durch eine Bahnstrecke zu verbinden, bereits seit 1896 gab es entsprechende Pläne.

Es gab mehrere Alternativen für die Strecke, die Orte konnten sich über den Verlauf zunächst nicht einigen.

Problematisch war, dass die braunschweigische Exklave Calvörde auf der direkten Strecke lag.

Die Kleinbahn-AG Gardelegen-Neuhaldensleben wurde am 5. April 1910 gegründet.

Im November 1910 fand bereits Güterverkehr statt.

Am 21. Mai 1911 wurde die 38 Kilometer lange, normalspurige Strecke offiziell eröffnet.

Sie durchzog die Colbitz-Letzlinger Heide von Süd nach Nord und berührte dabei im Gebiet von Zobbenitz auf einer Länge von fünf Kilometern die Exklave Calvörde.

So sah es vorher aus: der Betrieb der Gardelegener Strecke

Bei Betriebsaufnahme waren zwei zweiachsige und zwei dreiachsige bei Henschel gebaute Lokomotiven vorhanden, außerdem sechs zweiachsige Personenwagen, zwei Gepäckwagen und 23 Güterwagen.

1914 verkehrten täglich fünf Zugpaare, an Markttagen in Gardelegen sechs.

Von 1939 bis 1943 verkehrte neben den üblichen Nahverkehrszügen ein tägliches Eilzugpaar von Salzwedel über Kalbe (Milde) und Gardelegen nach Haldensleben.

1946 ging die Betriebsführung auf die Sächsischen Provinzbahnen über, am 1. April 1949 auf die Deutsche Reichsbahn.

Bülstringen bis Dorst

Bülstringen lag bei Kilometer 5,3, Satuelle bei Kilometer 7,7.

Zwischen Satuelle und Uthmöden lag die frühere Grenze zwischen Preußen und Braunschweig.

Uthmöden lag bei Kilometer 9,2, Dorst bei Kilometer 12,3.

Zobbenitz, Klüden und Roxförde

Zobbenitz lag bei Kilometer 14,8, hier berührte die Strecke fünf Kilometer lang die Exklave Calvörde.

Klüden lag bei Kilometer 17,2, Roxförde bei Kilometer 19,9.

Wannefeld und Letzlingen

Wannefeld lag bei Kilometer 22,9.

Bei Kilometer 23,8 liegt das Gefechtsübungszentrum Heer, Letzlingen bei Kilometer 24,8.

Größter Ort zwischen den Endpunkten der Strecke war Letzlingen.

Letzlingen Forst lag bei Kilometer 30,7.

Kloster Neuendorf und Gardelegen

Kloster Neuendorf lag bei Kilometer 34,1.

Die Strecke überquerte hier die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin und die Berlin-Lehrter Eisenbahn.

Gardelegen liegt bei Kilometer 37,2, dort mündete die Strecke ein, von der auch die Altmärkische Kleinbahn aus Kalbe (Milde) kam.

Das Ende der Strecke nach Gardelegen

Die Reichsbahn legte den Abschnitt Haldensleben–Letzlingen am 3. Oktober 1951 still und baute die Gleise ab.

Von Gardelegen bis Letzlingen verkehrten Personenzüge noch bis zum 25. September 1971, Güterzüge bis zum 21. Dezember 1993.

Nachdem eine wichtige Brücke für den Bau der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin Mitte der 1990er Jahre abgerissen worden war, wurde die Strecke am 31. Januar 1998 formell stillgelegt.

2002 wurde eine neue Brücke eingesetzt, so dass wieder Züge nach Letzlingen verkehren können.

Die Strecke ist nun eine nichtöffentliche Anschlussbahn der Bundeswehr, die den Übungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide anbindet.

Zusätzlich wird das Anschlussgleis eines Gashandels bedient, das am Rand des Stadtgebiets von Gardelegen abzweigt.

Wegenstedt–Calvörde: die Stichbahn der Enklave

Calvörde gehörte im 19. Jahrhundert zum Herzogtum Braunschweig, lag aber als Enklave in der preußischen Provinz Sachsen.

Bestrebungen, den Ort beim Bau der Strecke Neuhaldensleben–Oebisfelde anzuschließen, scheiterten wegen der Zugehörigkeit zum Herzogtum.

So führte die Strecke rund fünf Kilometer westlich an Calvörde vorbei.

1906 wurde der Plan einer Strecke Wegenstedt–Calvörde entworfen.

Am 28. April 1909 wurde die Konzession zum Bau und Betrieb an die Gemeinde Calvörde erteilt.

Die Gemeinde baute die sechs Kilometer lange Kleinbahn in eigener Regie, mit geringer finanzieller Unterstützung durch das Herzogtum Braunschweig.

Am 22. September 1909 konnte der Güterverkehr aufgenommen werden, am 1. Oktober 1909 folgte der Personenverkehr.

Der Bahnhof Calvörde, Aufnahme von 1910.
Der Bahnhof Calvörde, Aufnahme von 1910. Foto: Nuxvonhier, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.

So sah es vorher aus: Rübenzüge und 13 Minuten Fahrzeit

Zwei zweiachsige Dampflokomotiven waren 1909 von der Firma Borsig in Berlin gebaut worden und prägten drei Jahrzehnte lang den Verkehr auf der Strecke.

Zunächst wurden vier Zugpaare als Güterzug mit Personenbeförderung gefahren, dazu gab es in der Erntezeit zahlreiche Rübenzüge.

Die Fahrzeit der Züge betrug 13 Minuten.

Jährlich wurden etwa 44.000 Reisende befördert.

1928 wurden 38.000 Personen und 203.225 Tonnen Güter befördert.

Zur Überquerung des Mittellandkanals wurde eine Kastenträgerbrücke errichtet.

Während des Zweiten Weltkriegs nahm die Zahl der Fahrten sogar zu, da der Treibstoff für Omnibusfahrten rationiert war.

Die Bahn wurde im Volksmund aufgrund ihrer geringen Länge Stummel genannt.

Wegenstedt

Die Strecke führte von Wegenstedt an der Strecke Glindenberg–Oebisfelde durch flaches Land nach Calvörde.

Südlich des Bahnhofs Wegenstedt ist der in einem Bogen nach Osten verlaufende Bahndamm zu erkennen.

Der Haltepunkt Wegenstedt der DB, Mai 2012.
Der Haltepunkt Wegenstedt der DB, Mai 2012. Foto: Nuxvonhier, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.

Das Ende der Stichbahn

Am 1. Januar 1947 wurde die Kleinbahn zwangsweise an die Sächsischen Provinzbahnen abgegeben, ab dem 1. April 1949 betrieb die Reichsbahn die Strecke.

Im Sommer 1964 waren die Züge mindestens 30 Minuten unterwegs, da die Hälfte der Strecke nur mit zehn Stundenkilometern befahren werden konnte.

Am 24. September 1966 wurde der Personenverkehr offiziell eingestellt, bereits ab dem 23. Mai 1966 waren Busse im Schienenersatzverkehr gefahren.

Der Güterverkehr endete am 27. Mai 1967.

Der Streckenabbau erfolgte direkt danach, nur die Brücke über den Mittellandkanal blieb bis 1978 stehen.

Das Bahnhofsgebäude Calvörde steht unter Denkmalschutz und war bis Mai 2007 eine Kindertagesstätte.

1872: Neuhaldensleben wird von Magdeburg aus an das Bahnnetz angeschlossen.

30. November 1886: Die Neuhaldensleber Eisenbahn-Gesellschaft wird gegründet.

17. Oktober 1887: Der Güterverkehr Neuhaldensleben–Hakenstedt beginnt.

3. November 1887: Der Personenverkehr nach Eilsleben beginnt.

15. März 1907: Die ersten Züge fahren von Weferlingen nach Behnsdorf.

17. Mai 1907: Auf der Gesamtstrecke nach Weferlingen verkehren Personenzüge.

28. April 1909: Die Gemeinde Calvörde erhält die Konzession für die Kleinbahn nach Wegenstedt.

1. Oktober 1909: Auf Wegenstedt–Calvörde beginnt der Personenverkehr.

5. April 1910: Die Kleinbahn-AG Gardelegen-Neuhaldensleben wird gegründet.

21. Mai 1911: Die Strecke Haldensleben–Gardelegen wird eröffnet.

19. August 1922: Fusion zur Gardelegen-Haldensleben-Weferlinger Kleinbahn.

19. Januar 1938: Die Hafenbahn in Neuhaldensleben wird eröffnet.

1. April 1949: Die Strecken gehen in die Deutsche Reichsbahn über.

3. Oktober 1951: Haldensleben–Letzlingen wird stillgelegt.

24. September 1966: Der Personenverkehr Wegenstedt–Calvörde wird eingestellt.

27. Mai 1967: Der Güterverkehr Wegenstedt–Calvörde endet.

25. September 1971: Der Personenverkehr Gardelegen–Letzlingen endet.

21. Dezember 1993: Der Güterverkehr Gardelegen–Letzlingen endet.

31. Dezember 1994: Der Güterverkehr Haldensleben–Eilsleben endet.

31. Januar 1998: Haldensleben–Gardelegen wird formell stillgelegt.

29. Mai 1999: Der Personenverkehr nach Weferlingen und Eilsleben endet.

22. Dezember 2000: Haldensleben–Eilsleben wird stillgelegt.

2002: Eine neue Brücke bei Letzlingen wird eingesetzt.

März 2007: Die Mittellandkanalbrücke der Strecke nach Eilsleben wird demontiert.

Wann wurde die Strecke Haldensleben–Eilsleben eröffnet?
Der Güterverkehr begann am 17. Oktober 1887, der Personenverkehr am 3. November 1887.
Wann wurde die Strecke nach Weferlingen eröffnet?
Am 15. März 1907 fuhren die ersten Züge von Weferlingen nach Behnsdorf, ab dem 17. Mai 1907 verkehrten Personenzüge auf der Gesamtstrecke.
Fahren auf der Strecke nach Weferlingen noch Züge?
Der reguläre Personenverkehr endete am 29. Mai 1999, die Strecke wird im Güterverkehr und von gelegentlichen Museumszügen genutzt.
Wann endete der Betrieb nach Gardelegen?
Haldensleben–Letzlingen wurde am 3. Oktober 1951 stillgelegt, zwischen Gardelegen und Letzlingen endete der Personenverkehr am 25. September 1971.
Wer fährt heute zwischen Gardelegen und Letzlingen?
Die Strecke ist eine nichtöffentliche Anschlussbahn der Bundeswehr.
Darf man die Gleise betreten?
Nein, Gleise und Bahngelände sind keine Wege und dürfen nicht betreten werden.
Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Bahnstrecke Haldensleben–Weferlingen · Wikipedia: Bahnstrecke Haldensleben–Eilsleben · Wikipedia: Bahnstrecke Haldensleben–Gardelegen · Wikipedia: Bahnstrecke Wegenstedt–Calvörde · Volksstimme: Preußen finanzierte den Bau der Bahn Neuhaldensleben–Gardelegen · Volksstimme: Berliner Busse als Kleinbahn

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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