Ortstermin
„Nächster Halt Degerloch, Fahrräder bitte am Vorstellwagen abholen.“
Die Zahnradbahn Stuttgart, mit der Zacke vom Marienplatz hinauf nach Degerloch
→ Ein Ortstermin in Stuttgart.
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Kurz gesagt
Die Stuttgarter Zahnradbahn fährt seit dem 23. August 1884 vom Marienplatz hinauf nach Degerloch. Sie ist eine von nur vier Zahnradbahnen in Deutschland und die einzige, die vor allem dem Nahverkehr dient.
Stuttgart liegt in einem Talkessel, und wer hinauf auf die Filderebene will, muss bergauf.
Seit über 140 Jahren hilft dabei eine kleine Bahn mit Zahnstange.
Im Volksmund heißt sie Zacke, und sie gilt als Wahrzeichen der Stadt.

Eröffnet im Sommer 1884
Die Zahnradbahn wurde am 23. August 1884 eröffnet.
Sie verbindet den Marienplatz in Stuttgart-Süd mit dem Albplatz in Degerloch.
Gebaut wurde sie in Meterspur nach dem System Riggenbach.
Anfangs fuhr die Bahn mit Dampflokomotiven.
Der planmäßige elektrische Betrieb begann nach technischen Problemen erst am 1. Mai 1904, danach blieb der Dampf auf den Ausflugsverkehr am Sonntag beschränkt.

Eine von vier in Deutschland
Neben der Zugspitzbahn, der Wendelsteinbahn und der Drachenfelsbahn ist sie eine von nur noch vier Zahnradbahnen in Deutschland.
Als einzige dient sie nicht vor allem Ausflüglern, sondern dem ganz normalen Nahverkehr.
Seit dem 31. Mai 1959 hat sie eine Liniennummer, zuerst die 30 und seit dem 1. Oktober 1978 die 10.
Rechtlich gilt sie heute als Straßenbahn.
Betrieben wird sie von der Stuttgarter Straßenbahnen AG.

Gut zu wissen
Die Zahnradbahn verbindet seit 1884 den Marienplatz mit Degerloch und fährt heute als Linie 10 der Stuttgarter Straßenbahnen. Die größte Steigung beträgt 17,8 Prozent.
Fahrräder werden auf einem eigenen Vorstellwagen mitgenommen, aber nur bergauf. Seit Mai 2023 sind nur noch die neuen Triebwagen vom Typ ZT 4.2 im Einsatz.
Die Zahnstange liegt tief
Eine Besonderheit ist die tief liegende Zahnstange, die nicht höher ist als die Schienen.
Der Grund ist, dass die Bahn abschnittsweise direkt im Straßenraum fährt.
So lässt sich die Strecke an Einfahrten und Übergängen einfach überqueren.
Bei vielen anderen Zahnradbahnen liegt die Zahnstange dagegen höher.
Schneller als 30 Kilometer pro Stunde fährt die Zacke nie.

207 Höhenmeter entlang der Alten Weinsteige
Vom Marienplatz überquert die Bahn zuerst die Filderstraße und steigt dann zur Liststraße hinauf.
Danach folgt sie größtenteils der Alten Weinsteige, der historischen Hauptstraße auf die Filderebene.
Auf den ersten 1,7 Kilometern überwindet sie 207 Höhenmeter, von 266 auf 473 Meter über dem Meer.
Die größte Steigung liegt mit 17,8 Prozent zwischen Liststraße und Pfaffenweg.
Auf den letzten 500 Metern bis Degerloch geht es dann sogar drei Meter bergab.

Begegnung an der Wielandshöhe
Die Strecke ist durchgehend eingleisig.
Nur an der Haltestelle Wielandshöhe gibt es eine Ausweiche, an der sich die Züge begegnen.
Dort fahren sie im Linksverkehr aneinander vorbei.
Ein kleines Stellwerk von 1957 war dort bis 1983 mit Personal besetzt.
Zwischen Pfaffenweg, Wielandshöhe und Haigst öffnet sich ein Panoramablick über die Innenstadt.

Das Fahrrad fährt mit
Seit dem 1. Mai 1983 hat die Zacke einen kurzen, flachen Vorstellwagen für Fahrräder.
Die Fahrgäste laden ihre Räder selbst auf, quer zur Fahrtrichtung.
Mitgenommen werden die Räder nur bergauf und nur von Endstation zu Endstation.
Hinunter ins Tal geht es dann auf dem eigenen Rad.
Seit Dezember 2024 fährt die Zacke als Pilotprojekt abends bis 22.45 Uhr.

Neue Wagen aus der Schweiz
Im Jahr 2018 bestellte die SSB beim Schweizer Hersteller Stadler drei neue Triebwagen samt Fahrradwagen.
Sie tragen die Bezeichnung ZT 4.2 und sind im Design der neueren Stadtbahnwagen gehalten.
Geliefert wurden sie zwischen Oktober 2021 und Juli 2022.
Der erste neue Wagen ist seit Oktober 2022 im Einsatz.
Seit Mai 2023 haben sie die Wagen der dritten Generation vollständig ersetzt, einer davon steht nun im Straßenbahnmuseum Stuttgart.

Vom Filderbahnhof zum Marienplatz
Gebaut wurde die Bahn von der Filderbahn-Gesellschaft.
Ihre alte Talstation, früher Filderbahnhof genannt, dient heute als Depot.
Die ursprüngliche Trasse von 1884 wurde bis 1936 im Fahrgastbetrieb befahren.
Heute ist sie nur noch Betriebsstrecke zum Depot, mit bis zu 20 Prozent Steigung.
Die Fahrt beginnt heute am Marienplatz, wo es Anschluss an die Stadtbahn gibt.

Ankommen in Degerloch
Oben endet die Fahrt am Albplatz in Degerloch, dem Stadtbezirk am Rand der Filderebene.
Die Filderhochebene liegt über 200 Meter höher als die Stuttgarter Innenstadt.
Auch in Degerloch kann man in die Stadtbahn umsteigen.
Im Nordwesten des Bezirks liegt das Sport- und Freizeitgebiet Waldau, die Heimat der Stuttgarter Kickers.
Gleich nördlich der Waldau steht der 216,6 Meter hohe Fernsehturm, der 1956 als erster seiner Art aus Stahlbeton eröffnet wurde.

Häufige Fragen
Wo fährt die Zahnradbahn in Stuttgart?
Wie nennen die Stuttgarter die Bahn?
Kann man ein Fahrrad mitnehmen?
Wie viele Zahnradbahnen gibt es in Deutschland?
Welche Linie ist die Zahnradbahn?
Weiterfahrt
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