Ortstermin
„Die Merkurbergbahn fährt ohne Fahrer, gestartet wird sie von den Fahrgästen selbst, fast wie ein Aufzug.“
Die Merkurbergbahn, fahrerlos auf den Hausberg von Baden-Baden
→ Ein Ortstermin im Nordschwarzwald.
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Kurz gesagt
Die Merkurbergbahn bringt ihre Fahrgäste seit 1913 auf den Merkur, den Hausberg von Baden-Baden. Seit dem Umbau von 1979 fährt sie fernüberwacht und ohne Fahrer.
Über Baden-Baden erhebt sich der Merkur, ein 669 Meter hoher Berg im nördlichen Schwarzwald.
Hinauf führt eine Standseilbahn, die zu den längsten in Deutschland zählt.
In rund fünf Minuten geht es von der Stadt bis kurz unter den Gipfel.

Ein Gutachten von 1907
Am 25. April 1907 empfahl eine Vorstudie im Auftrag des Stadtrats eine elektrische Standseilbahn auf den Merkur.
Der Stadtrat bewilligte dafür 251.000 Mark.
Geliefert wurde die Bahn von der Maschinenfabrik Esslingen.
Am 16. August 1913 wurde die Merkurbergbahn eröffnet.
Eine Bergfahrt dauerte damals etwa zehn Minuten, und die Einnahmen deckten die Betriebskosten.

1192 Meter und 370 Höhenmeter
Die Standseilbahn fährt auf Meterspur.
Auf 1192 Metern Fahrstrecke überwindet sie 370 Höhenmeter.
Die Talstation liegt auf 287 Metern, die Bergstation auf 657 Metern, nur wenige Meter unter dem Gipfel.
An den steilsten Stellen steigt die Strecke um mehr als 50 Prozent.
Mit rund 1200 Metern Länge gilt sie als eine der längsten Standseilbahnen Deutschlands.

Gut zu wissen
Die Merkurbergbahn wurde am 16. August 1913 eröffnet und fährt nach einer Pause von 1967 bis 1979 ohne Fahrer. Sie überwindet auf 1192 Metern Fahrstrecke 370 Höhenmeter.
Die Fahrt dauert rund fünf Minuten. Betreiber sind die Stadtwerke Baden-Baden.
Zwölf Jahre Stillstand
Trotz Erneuerungen in den 1950er Jahren traten in den 1960er Jahren Mängel auf.
Aus Sicherheitsgründen wurde der Betrieb zum 1. November 1967 eingestellt.
Erst nach einem umfangreichen Umbau fuhr die Bahn am 27. April 1979 wieder.
Seitdem ist sie schneller und wird aus der Ferne überwacht.
Einen Fahrer gibt es nicht mehr, die Fahrgäste bedienen die Bahn ähnlich wie einen Aufzug.

Große Untersuchung in der Schweiz
Alle zehn Jahre ist für die Wagen eine Hauptuntersuchung fällig.
Dafür wurden sie im Jahr 2002 und erneut im Januar 2011 in die Schweiz gebracht.
Die kleinere Untersuchung nach fünf Jahren findet vor Ort statt.
Von Januar 2019 bis Juni 2020 wurde die Bahn in mehreren Etappen saniert.
Dabei wurden Tal- und Bergstation barrierefrei, und es kamen neue Wagen, neue Antriebstechnik und neue Rettungswege.

Mit Straßenbahn und Bus zur Talstation
Von 1912 bis 1949 war die Talstation an die Straßenbahn von Baden-Baden angebunden.
Von 1950 bis 1970 übernahm ein Oberleitungsbus diese Aufgabe.
Heute enden an der Talstation die Stadtbuslinien 204 und 205.
Betrieben wird die Merkurbergbahn von den Stadtwerken Baden-Baden.
An guten Tagen fahren bis zu 3500 Menschen mit ihr auf den Berg.

Ein Berg mit römischem Namen
Der Merkur ist nach Mercurius benannt, dem römischen Gott des Handels.
Auf dem Gipfel fand man einen ihm geweihten Votivstein, der seit dem 16. Jahrhundert bezeugt ist.
Ein Abguss steht heute auf dem Gipfelplateau, das Original liegt in den Stadtgeschichtlichen Sammlungen.
Ursprünglich hieß der Berg Großer Staufenberg, nach der Form eines umgedrehten Trinkbechers.
Er gilt als Hausberg von Baden-Baden.

Der Merkurturm
Auf dem höchsten Punkt steht seit 1837 ein Aussichtsturm, der Merkurturm.
Beim Bau der Bergbahn wurde er erhöht.
Seit den 1950er Jahren dient er zusätzlich als Rundfunksender.
Ein Aufzug bringt Besucher auf die 23 Meter hohe Aussichtsplattform.
Von oben reicht der Blick über den Talkessel bis in die Rheinebene, zu den Vogesen und bis nach Karlsruhe und Straßburg.

Gleitschirme und Rhododendron
Auf dem Gipfel gibt es zwei Startplätze für Gleitschirme, einer davon direkt an der Bergstation.
Viele Gleitschirmflieger nutzen deshalb die Bahn für den Weg nach oben.
Gelandet wird unter anderem auf Wiesen unterhalb der Talstation.
Entlang der Strecke wachsen große Rhododendronbüsche, gepflanzt in den 1950er und 1960er Jahren.
Seit 2012 zeigt der Lehrpfad Merkurs Würfel am Gipfel die Gesteine der Umgebung.

Ankommen in Baden-Baden
Baden-Baden liegt am Rand des Schwarzwalds und ist für seine heißen Thermalquellen bekannt.
Schon die Römer schätzten die bis zu 68 Grad heißen Quellen.
Seit Juli 2021 gehört die Stadt als eine der bedeutenden Kurstädte Europas zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Die heißen Quellen hängen mit einer Spalte im Gestein zusammen, die zwischen Merkur und Battert verläuft.
Mit den Stadtbussen 204 und 205 geht es zur Talstation, und von dort in rund fünf Minuten auf den Berg.

Häufige Fragen
Wie lange dauert die Fahrt auf den Merkur?
Wie hoch ist der Merkur?
Hat die Bahn einen Fahrer?
Wie kommt man zur Talstation?
Was gibt es oben zu sehen?
Weiterfahrt
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→ Ortstermin: Karlsruhe Hauptbahnhof – die Großstadt, die man vom Gipfel aus sieht
