Zahlen, bitte!
„The Ghan nach Darwin, Abfahrt in Adelaide, Ankunft nach 2979 Kilometern in rund zwei Tagen.“
Wie lang ist die Strecke des Ghan in Australien?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der Laufweg des Ghan ist 2979 Kilometer lang und gehört zu den längsten der Welt. Der Zug durchquert Australien von Adelaide im Süden über Alice Springs bis Darwin im Norden.
The Ghan ist ein transkontinentaler Fernzug, der quer durch das Innere Australiens fährt.
Er verbindet Adelaide an der Südküste über Alice Springs mit Darwin an der Nordküste.
Wie lang die Strecke ist und wie lange es dauerte, bis sie fertig war, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
2979 km
Laufweg
Adelaide–Alice Springs–Darwin
47 bis 49 h
Reisezeit
mit zwei langen Halten
403 m
Zuglänge
als Doppelzug 686 Meter
Seit dem 2. Februar 2004 fährt The Ghan durchgehend bis Darwin.
2979 Kilometer von Küste zu Küste
The Ghan fährt heute auf einem 2979 Kilometer langen Laufweg von Adelaide über Alice Springs nach Darwin.
Damit gehört seine Strecke zu den längsten Zugläufen der Welt.
Unterwegs durchquert der Zug vier Klimazonen und 22,5 Breitengrade.
Den Namen verdankt er den Karawanenführern, die früher mit Kamelen die Waren ins Landesinnere brachten.

Zwei Tage und zwei Nächte
Die Reise dauert zwischen 47 und 49 Stunden.
In Alice Springs und in Katherine hält der Zug jeweils vier Stunden.
Die Reisenden können dort kurze Ausflüge machen, etwa in die Katherine Gorge, die aber nicht im Fahrpreis enthalten sind.
In der Hauptsaison fährt der Ghan zweimal pro Woche, sonst einmal pro Woche.
Gut zu wissen
Die Strecke des Ghan ist eingleisig und nicht elektrifiziert. Deshalb ziehen Diesellokomotiven den Zug, die das Unternehmen Pacific National stellt.
In den Wagen aus Kassel zeigten Holzintarsien unter anderem den Herkules und die Wasserspiele von Kassel-Wilhelmshöhe. Im Jahr 1979 war der Aussichtswagen am Zugende allerdings schon nicht mehr im Einsatz.
Eine Bahn in die Wüste ab 1878
Ab 1878 bauten die South Australian Railways von Port Augusta aus eine Schmalspurbahn Richtung Norden, schon damals mit dem Ziel Darwin.
Die Strecke hieß Great Northern Railway und führte zunächst bis Marree, dann bis Oodnadatta.
Erst 1929 erreichte sie Alice Springs, das damals noch Stuart hieß.
Bis Darwin blieb aber für viele Jahrzehnte eine Lücke von mehreren hundert Kilometern.
Drei Tage bis Oodnadatta
Anfangs fuhren gemischte Güterzüge mit Personenbeförderung, die an jeder Station hielten.
Eine Fahrt von Adelaide nach Oodnadatta schloss Hotelübernachtungen ein, dauerte drei Tage und wurde nur alle 14 Tage angeboten.
Ab 1923 fuhr der Zug ohne Übernachtung durch und hatte erstmals einen Schlafwagen, was die Reise um einen Tag verkürzte.
Am 6. August 1929 erreichte The Ghan zum ersten Mal Alice Springs.
Blitzfluten und Termiten
Auf der alten Schmalspurstrecke waren große Verspätungen keine Seltenheit.
Blitzfluten spülten immer wieder ganze Gleisabschnitte weg.
Außerdem fraßen Termiten an den hölzernen Bahnschwellen.
Vor dem Zweiten Weltkrieg fuhr der Zug meist nur alle 14 Tage, in den 1970er Jahren einmal pro Woche.
Wagen aus Kassel
Ab 1970 fuhren auf dem Ghan zwischen Marree und Alice Springs Wagen, die in Deutschland gebaut worden waren.
Ein Konsortium unter Führung der Firma Wegmann & Co. hatte sie 1951 und 1952 in Kassel gefertigt, ursprünglich für den Trans-Australian.
Es war der erste Auftrag für Reisezugwagen, den Australien nach Deutschland vergab.
Die klimatisierten Züge boten 52 Schlafplätze in der ersten und 88 in der zweiten Klasse, dazu einen Musiksalon mit Klavier.
Die neue Strecke von 1980
Im Jahr 1980 wurde die neue Zentralaustralische Eisenbahn in Normalspur bis Alice Springs fertig.
Sie zweigt in Tarcoola von der Transaustralischen Eisenbahn ab.
Die alte Schmalspurstrecke nördlich von Marree wurde daraufhin aufgegeben.
Ein Teil des alten Zuges kam in die Obhut des Eisenbahnmuseums Old Ghan Heritage Railway.
Nach über 100 Jahren bis Darwin
Im Jahr 2001 begann der Weiterbau von Alice Springs nach Darwin, das die Gleise 2003 erreichten.
Seit dem 2. Februar 2004 fährt The Ghan durchgehend von Adelaide bis Darwin.
Der erste Zug kam am 4. Februar 2004 in Darwin an, nachdem diese Verbindung seit über hundert Jahren angestrebt worden war.
Die Bahn gilt als wichtiger Beitrag für den Tourismus im Northern Territory.
403 Meter und 807 Tonnen
Der Zug ist in der Regel 403 Meter lang und wiegt ohne Lokomotiven 807 Tonnen.
Als Doppelzug erreicht er sogar 686 Meter Länge und 1288 Tonnen Masse.
Gezogen wird er von zwei Diesellokomotiven, weil die Strecke nicht elektrifiziert ist.
Die zweite Lok fährt als Reserve mit, denn bei den großen Entfernungen würde es zu lange dauern, eine Ersatzlok zu holen.
Ein Hotel auf Schienen
Heute ist der Ghan weitgehend ein Hotelzug, örtlicher Verkehr findet kaum noch statt.
Seit Juli 2016 führt er nur noch Wagen der ersten Klasse und der Luxusklasse.
In der Gold-Klasse sind die Mahlzeiten im Speisewagen im Preis enthalten.
Bei Bedarf nimmt der Zug sogar Autos auf eigenen Transportwagen mit.
Ein Zug unter berühmten Namen
Betrieben wurde der Ghan zuerst von den Commonwealth Railways und ab 1974 von Australian National.
Danach übernahm die Great Southern Railway den Zug, zusammen mit anderen berühmten Fernzügen wie dem Indian Pacific und The Overland.
Früher kostete die Fahrt erster Klasse von Alice Springs nach Adelaide zwölf australische Pfund.
Aus der langsamen Wüstenbahn ist so ein Zug geworden, der vor allem Urlauber quer durch den Kontinent bringt.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
