Zahlen, bitte!
„Bitte beachten: Dieser Zug fährt in der Innenstadt unter die Erde und kommt am Stadtrand als Straßenbahn wieder ans Licht.“
Wie lang ist das Netz der Stadtbahn Hannover?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Netz der Stadtbahn Hannover ist rund 122,6 Kilometer lang (Stand 2023). Auf ihm fahren dreizehn Hauptlinien, die 201 Haltestellen bedienen, 19 davon unter der Erde.
Hannover hat keine klassische U-Bahn, aber ein Netz, das einer U-Bahn im Zentrum sehr nahe kommt.
Die Stadtbahn taucht in der Innenstadt in Tunnel ab und fährt draußen als Bahn an der Oberfläche weiter.
Wie lang dieses Netz ist und wie es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
122,6 km
Streckenlänge
Stand 2023
201
Haltestellen
19 davon unterirdisch
629.000
Fahrgäste pro Werktag
Stand 2017
Zählt man alle Linienwege zusammen, ergibt sich für 2023 eine Linienlänge von 250,8 Kilometern.
122,6 Kilometer Strecke
Das Streckennetz der Stadtbahn Hannover war im Jahr 2023 rund 122,6 Kilometer lang.
Zählt man die Wege aller Linien zusammen, kommt man sogar auf 250,8 Kilometer Linienlänge.
Der Unterschied entsteht, weil sich mehrere Linien viele Abschnitte teilen, vor allem in der Innenstadt.
Im Jahr 2020 lag die Streckenlänge noch bei 122 Kilometern, das Netz wächst also in kleinen Schritten weiter.

Halb Straßenbahn, halb U-Bahn
Die Stadtbahn Hannover entstand aus dem schrittweisen Umbau der alten hannoverschen Straßenbahn.
Sie verbindet Elemente beider Welten, denn im Zentrum fährt sie wie eine U-Bahn durch Tunnel.
Außerhalb rollt sie an der Oberfläche, teils auf eigenen, durch Bordsteine abgetrennten Gleisen und teils mitten auf der Straße.
Betreiber ist das Verkehrsunternehmen ÜSTRA, während Gleise, Tunnel und Haltestellen seit 2001 der Infrastrukturgesellschaft infra gehören.
Gut zu wissen
Die Stadtbahn Hannover hat rund 122,6 Kilometer Strecke und 201 Haltestellen (Stand 2023). Im Zentrum fährt sie durch drei Tunnel, die sich an der Station Kröpcke kreuzen.
Außer Hannover erreicht sie Garbsen, Isernhagen, Langenhagen, Laatzen, Ronnenberg, Hemmingen und Sarstedt. Am Hauptbahnhof und an sieben weiteren Stationen besteht Anschluss an die S-Bahn Hannover.
Vier Grundstrecken von A bis D
In der Innenstadt fahren alle Linien auf einer von vier Grundstrecken, die mit den Buchstaben A bis D bezeichnet werden.
Die Strecken A, B und C führen durch drei Innenstadttunnel, die D-Strecke bleibt an der Oberfläche.
Weil jede Linie fest auf ihrer Strecke bleibt, übertragen sich Verspätungen kaum von einer Strecke auf die andere.
An den viergleisigen Stationen Hauptbahnhof und Aegidientorplatz können Fahrgäste deshalb oft am selben Bahnsteig ohne Wartezeit umsteigen.
Dreizehn Linien am Tag
Auf dem Netz verkehren dreizehn Hauptlinien mit den Nummern 1 bis 11, 13 und 17.
Dazu kommt die Linie 12, die nur im nächtlichen Sternverkehr angeboten wird.
Die Linien 10 und 17 fahren als einzige ausschließlich an der Oberfläche und halten nicht an der zentralen Station Kröpcke.
An einem Werktag nutzten im Jahr 2017 rund 629.000 Fahrgäste die Stadtbahn, die damit der wichtigste Verkehrsträger der Region ist.
201 Haltestellen, 19 davon unter der Erde
Ende 2023 besaß das Stadtbahnnetz 201 Haltestellen.
182 davon lagen an der Oberfläche, 19 waren unterirdische Stationen.
Die größte Station ist Kröpcke, denn dort kreuzen sich alle drei Tunnelstrecken.
Viele Tunnelstationen wurden individuell gestaltet und greifen Besonderheiten aus dem Stadtteil darüber auf, etwa die Tierärztliche Hochschule am Braunschweiger Platz.
37 Kilometer Gleis im Tunnel
Weil fast das ganze Netz zweigleisig ist, liegt die Gleislänge etwa doppelt so hoch wie die Streckenlänge.
Im Jahr 2020 waren es 244,17 Kilometer Gleis mit Linienverkehr, von denen 37,15 Kilometer im Tunnel verliefen.
Die Gleise sind in Normalspur verlegt, also mit demselben Schienenabstand wie bei der großen Eisenbahn.
Eingleisige Stellen gibt es nur ganz wenige, etwa kurz vor der Endstation in der Haltenhoffstraße.
Bis zu 70 km/h schnell
Auf Abschnitten, die völlig vom übrigen Verkehr getrennt sind, dürfen die Bahnen bis zu 70 Kilometer pro Stunde fahren.
Dort sichern Signale den Abstand zwischen den Zügen, ähnlich wie bei einer Eisenbahn.
Auf Gleisen, die nur durch Bordsteine von der Straße getrennt sind, fahren die Züge auf Sicht und überwiegend mit höchstens 60 km/h.
Wo die Bahn mitten im Straßenverkehr unterwegs ist, gilt das Tempo der Autos, und dort ist sie auch am anfälligsten für Verspätungen.
Seit 1872 auf Schienen
Die Geschichte beginnt im Jahr 1872 mit der ersten Pferdestraßenbahn in Hannover.
Zwischen 1893 und 1903 wurde das Netz elektrifiziert und weit ins Umland verlängert.
Schon 1901 war es 163 Kilometer lang und reichte bis nach Hildesheim, Sarstedt und Barsinghausen.
Der Name ÜSTRA stammt aus dem Jahr 1921, als sich das Unternehmen Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG nannte.
Der Beschluss von 1965
Seit den 1950er Jahren gab es Pläne, die Straßenbahn in der Innenstadt unter die Erde zu legen.
Am 23. Juni 1965 beschloss der Rat der Stadt, ein unterirdisches Netz nach dem sogenannten Netzplan 64 zu bauen.
Die Tunnel wurden nach Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums für bis zu 103 Meter lange Züge ausgelegt.
Im September 1975 ging die erste Tunnelstrecke vom Hauptbahnhof über Kröpcke und Markthalle bis zur Rampe in der Gustav-Bratke-Allee in Betrieb.
Ein Schub durch die Expo 2000
Nachdem 1990 feststand, dass die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover stattfinden würde, floss viel Geld in Strecken und Fahrzeuge.
Eine neue Strecke führte über Bemerode bis zum Ausstellungsgelände.
Von 1997 bis 2000 kamen 144 silberne Wagen des Typs TW 2000 hinzu, jeder rund 25 Meter lang und 2,65 Meter breit.
Sie ergänzten die 260 grünen Wagen des Typs TW 6000, mit denen der Stadtbahnbetrieb einst begonnen hatte.
Neue Wagen und ein neuer Ast
Zwischen 2015 und 2020 ersetzte die dritte Wagengeneration TW 3000 den größten Teil der alten TW 6000.
Die neuen Fahrzeuge haben einen um etwa 15 Prozent niedrigeren Energiebedarf und brauchen keine Klapptrittstufen mehr.
Im Dezember 2023 ging an der A-Süd-Strecke der neue Abzweig nach Hemmingen in Betrieb.
Die Vorplanungen dafür hatten bereits 1991 begonnen, gebaut wurde aber erst ab 2019.
Was als Nächstes kommt
Von 2026 bis 2035 sollen bis zu 275 Wagen der neuen Baureihe TW 4000 beschafft werden.
Sie sollen 25 Meter lang sein und die restlichen TW 6000 sowie alle TW 2000 ablösen.
Gebaut werden sollen sie von einem Hersteller aus dem Baskenland in Spanien.
Ob der früher geplante vierte Innenstadttunnel für die D-Strecke jemals kommt, gilt dagegen als ungewiss.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
