Ortstermin
„Nächster Halt Potsdam Park Sanssouci, hier geht es zum Neuen Palais.“
Der Kaiserbahnhof in Potsdam, wo der Zar mit dem Hofzug ankam
→ Ein Ortstermin in Potsdam.
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Kurz gesagt
Am Bahnhof Potsdam Park Sanssouci steht der Kaiserbahnhof, 1909 für den kaiserlichen Hof fertiggestellt. Daneben liegt der Bürgerbahnhof von 1869, das einzige erhaltene Potsdamer Bahnhofsgebäude aus der Frühzeit der preußischen Eisenbahnen.
Am Park Sanssouci halten heute Regionalzüge an einem schlichten Bahnsteig.
Gleich daneben stehen zwei Bahnhofsgebäude, die viel mehr erzählen.
Das eine war für die Bürger gedacht, das andere für den Kaiser und seine Gäste.

Wildpark, der Bahnhof am Schlosspark
Der Bahnhof entstand 1868, als die Strecke Berlin–Magdeburg zweigleisig ausgebaut wurde.
Sein erster Name war Wildpark, seit 1999 heißt er Potsdam Park Sanssouci.
Über 40 Jahre lang diente das erste Gebäude auch als kaiserliche Hofstation für Gäste des nahen Neuen Palais.
Mit der Umgehungsbahn nach Nauen im Jahr 1902 und nach Jüterbog 1908 wurde Wildpark zu einem kleinen Bahnknoten.
Die Gleise wurden damals auf einen Damm verlegt.

Der Bürgerbahnhof von 1869
Das Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1869 ist das einzige erhaltene Potsdamer Bahnhofsgebäude aus der frühen Zeit der preußischen Eisenbahnen.
Darin ist noch das historische Empfangszimmer erhalten, das sogenannte Exzellenzen-Zimmer mit einer Kassettendecke aus Holz.
Die Bahn wollte das leerstehende Haus einst abreißen, im Jahr 2006 kaufte es die Stadt Potsdam.
Bis 2021 wurde es saniert, und seitdem gibt es darin ein Lokal mit Biergarten.
Es steht in einem Gartenpark, den Peter Joseph Lenné gestaltet hat.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Potsdam Park Sanssouci entstand 1868 und hieß bis 1999 Wildpark. Kaiserbahnhof und Bürgerbahnhof stehen unter Denkmalschutz.
Der Kaiserbahnhof wurde 1909 fertig und am 16. Juni 2005 nach der Restaurierung wiedereröffnet. Er wird von einer Akademie der Deutschen Bahn genutzt und ist nicht öffentlich zugänglich.
Ein Bahnhof nur für den Hof
Für die Bedürfnisse des kaiserlichen Hofes entstand ab 1905 westlich des alten Gebäudes ein neuer Bahnhof.
Die Pläne stammten vom Hofarchitekten Ernst von Ihne.
Im Jahr 1909 war der Kaiserbahnhof fertig, gebaut aus Sandstein im englischen Cottage-Stil.
Das Empfangsgebäude gleicht einer englischen Landhausvilla.
Gekostet hat der Bau 200.000 Mark aus dem Etat der Eisenbahnverwaltung.

Kaisersaal und Kaisertreppe
Hinter einem Vorraum lag der Kaisersaal mit Paneelen, Holzboden und Kamin, der wie ein Salonwagen wirkte.
Eine Tapetentür führte in den Saal für das Gefolge.
Drei Treppen führten hinauf zur höher gelegenen Bahnsteighalle.
Eine davon war die Kaisertreppe, eine weitere war für Hofangehörige und die dritte für Diener.
Die Fenster ähneln denen von Schloss Cecilienhof.

Staatsgäste am Bahnsteig
Als erster Staatsgast kam Theodore Roosevelt an.
Im Jahr 1910 wurde Zar Nikolaus II. hier mit einem Hofzug empfangen.
Als Geschenk brachte er den Kamin für den Kaisersaal mit.
Am 27. November 1918 folgte Kaiserin Auguste Viktoria von hier aus ihrem Mann ins Exil in die Niederlande.
Drei Jahre später kehrte ihr Sarg an diesen Bahnhof zurück.

Vom Blauen Express zum Verfall
Nach 1945 war der Bahnhof Endstation des Blauen Express der Sowjetischen Militäradministration auf der Strecke von Moskau nach Berlin.
In den 1950er Jahren hielten hier einige Jahre lang Urlauberzüge aus Sachsen an die Ostsee.
Ab 1952 nutzte die Deutsche Reichsbahn den Kaiserbahnhof nacheinander als Kasse, Berufsschule, Kulturraum und Lager.
Das Gebäude verfiel, und 1977 wurde es wegen Einsturzgefahr gesperrt.
Mitte der 1990er Jahre wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut, und die alten Bahnsteige wichen neuen.

Wiedereröffnet im Jahr 2005
Nach einer Restaurierung wurde der Kaiserbahnhof am 16. Juni 2005 wiedereröffnet.
Heute beherbergt er eine Akademie der Deutschen Bahn für Führungskräfte.
In der restaurierten Halle finden Empfänge statt.
Öffentlich zugänglich ist das Gebäude allerdings nicht.
Im Oktober 2015 tagte hier der Petersburger Dialog, ein deutsch-russisches Gesprächsforum.

Das Neue Palais in der Nähe
Der Bahnhof ist Ausgangspunkt für Touren in den Park Sanssouci und zum Neuen Palais.
Das Neue Palais ließ Friedrich der Große von 1763 bis 1769 erbauen.
Seit 1990 gehört es zum UNESCO-Welterbe Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin.
Gegenüber dem Bürgerbahnhof steht das schmiedeeiserne Posttor, einst der offizielle Eingang zum Park Sanssouci.
Es wurde im Jahr 2009 wiederhergestellt.

Ankommen in Potsdam
Der Bahnhof liegt an der Kreuzung der Strecke Berlin–Magdeburg mit der Strecke von Jüterbog nach Nauen.
Seit 1998 halten hier wieder durchgehende Züge nach Berlin.
Heute fahren unter anderem die Regionalbahnen RB 20 und RB 22, die zwischen Griebnitzsee und Golm gemeinsam unterwegs sind.
Täglich nutzen Hunderte Pendler und Studierende den Bahnhof, denn die Universität Potsdam liegt in der Nähe.
Außerdem halten mehrere Buslinien am Bahnhof.

Häufige Fragen
Wo steht der Kaiserbahnhof?
Wann wurde der Kaiserbahnhof gebaut?
Kann man den Kaiserbahnhof besichtigen?
Was ist der Bürgerbahnhof?
Wie hieß der Bahnhof früher?
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