Der Hamburger Bahnhof in Berlin, vom Kopfbahnhof zum Kunstmuseum

Ortstermin

„Züge nach Hamburg fahren hier seit 1884 nicht mehr, dafür hängt heute Kunst in der Halle.“

Der Hamburger Bahnhof in Berlin, vom Kopfbahnhof zum Kunstmuseum

→ Ein Ortstermin in Berlin.

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Kurz gesagt

Der Hamburger Bahnhof an der Invalidenstraße war ab 1846 Anfangspunkt der Bahn nach Hamburg. Sein Empfangsgebäude ist das einzige erhaltene der großen Berliner Kopfbahnhöfe und seit 1906 ein Museum.

An der Invalidenstraße in Berlin-Moabit steht ein spätklassizistischer Bau aus den 1840er Jahren.

Hier fuhren einst die Züge nach Hamburg ab.

Heute ist er der einzige erhaltene große Kopfbahnhof Berlins, und in seiner Halle hängt Kunst.

Hamburger Bahnhof (Berlin) ()
Foto: Jean-Pierre Dalbéra, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Staatsvertrag für die Bahn nach Hamburg

Berlin und Hamburg beschlossen 1841 in einem Staatsvertrag den Bau einer Eisenbahn zwischen beiden Städten.

Am 15. Oktober 1846 fand die Jungfernfahrt nach Hamburg statt.

Der Bahnhof war damals noch nicht fertig, und der erste Zug fuhr aus einem Güterschuppen ab.

Für den Bau musste der moorige Boden mit Sand aufgeschüttet und der Spreekanal nach Norden verlegt werden.

Im Jahr 1847 wurde die Fertigstellung des Bahnhofs gefeiert.

Berlin Hamburger Bahnhof Rueckseite
Foto: Benutzer:Jumbo1435, CC BY-SA 2.0 de, via Wikimedia Commons

Entworfen von Neuhaus und Holz

Die Pläne stammten von Friedrich Neuhaus, dem Technischen Direktor der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft, und dem Architekten Ferdinand Wilhelm Holz.

Das Empfangsgebäude ist im spätklassizistischen Stil gehalten.

Es gilt als eines der ältesten Bahnhofsgebäude Deutschlands.

Bis 1870 fuhren die Lokomotiven durch zwei hohe Rundbogentore und wurden auf einer Drehscheibe vor dem Gebäude umgesetzt.

Dann übernahm eine Schiebebühne diese Aufgabe, und die Tore wurden überflüssig.

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Foto: Roehrensee, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Das Empfangsgebäude des Hamburger Bahnhofs wurde 1846 und 1847 gebaut und ist das einzige erhaltene der großen Berliner Kopfbahnhöfe. Für Reisende war der Bahnhof nur bis 1884 in Betrieb.

Seit 1906 wird das Gebäude als Museum genutzt, seit 1996 für zeitgenössische Kunst. Im November 2022 ging es in den Besitz des Bundes über.

Gleise quer durch die Stadt

Ab 1851 verband die Berliner Verbindungsbahn den Hamburger Bahnhof mit den anderen Kopfbahnhöfen der Stadt.

Sie führte vom Stettiner Bahnhof über den Hamburger Bahnhof bis zum Potsdamer, Anhalter und Frankfurter Bahnhof.

Die Züge fuhren dabei auf Straßenebene.

Nach der Eröffnung des ersten Abschnitts der Ringbahn im Juli 1871 wurde die Verbindungsbahn eingestellt, weil sie zum Verkehrshindernis geworden war.

Bis 1859 entstanden außerdem der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und der Humboldthafen, um Schiene und Wasserweg zu verbinden.

Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart 03
Foto: This image is a work by Wikipedia and Wikimedia Co, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nach 37 Jahren war Schluss

Am 14. Oktober 1884 wurde der Bahnhof für den Personenverkehr geschlossen.

Den Verkehr nach Hamburg übernahm der benachbarte Lehrter Bahnhof.

Die Bahnhofshalle wurde abgerissen, und die Südseite bekam eine Freitreppe.

Das Güterbahngelände dahinter blieb noch bis Ende der 1980er Jahre in Betrieb.

Auf dem Gelände des Lehrter Bahnhofs steht heute der Berliner Hauptbahnhof.

Berlin Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart (20)
Foto: Fred Romero, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Museum für Lokomotiven

Am 14. Dezember 1906 eröffnete im Empfangsgebäude das Königliche Bau- und Verkehrsmuseum.

Dafür entstand eine völlig neue Halle, die auch deutsche Ingenieurskunst zeigen sollte.

Das Museum war von Anfang an ein Publikumsmagnet und gilt als Vorläufer des heutigen Deutschen Technikmuseums.

Weil die Sammlung wuchs, kamen von 1909 bis 1916 zwei Seitenflügel hinzu.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1944 schwer beschädigt, und von einer großen Modellbahn blieben nur Fragmente.

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Foto: Leonhard Lenz, CC0, via Wikimedia Commons

Jahrzehnte hinter verschlossenen Türen

Nach dem Krieg fiel das Gebäude an die Deutsche Reichsbahn und blieb für die Öffentlichkeit gesperrt.

Engagierte Eisenbahner sorgten dafür, dass Bauwerk und Ausstellungsstücke so gut wie möglich erhalten blieben.

Im Jahr 1984 pachtete der Berliner Senat das Gebäude.

Ab dem 8. April 1984 konnte es wieder für kurze Zeit besichtigt werden.

Die Fahrzeuge und Exponate gingen an das Verkehrsmuseum Dresden und das Deutsche Technikmuseum in Berlin.

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Foto: Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kunst statt Lokomotiven

Zur 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 wurde das Haus mit der Ausstellung Reise nach Berlin erstmals seit 40 Jahren wieder als Museum genutzt.

Von 1990 bis 1996 wurde es nach Plänen von Josef Paul Kleihues umgebaut und erweitert.

Am 2. November 1996 eröffnete es als Museum für zeitgenössische Kunst.

Heute ist hier die Nationalgalerie der Gegenwart zu Hause.

Im Jahr 2019 kamen über 308.000 Besucher.

Exterior of the Hamburger Bahnhof (Berlin) 01
Foto: John Samuel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Im Besitz des Bundes

Die alten Güterschuppen hinter dem Bahnhof wurden 2004 umgebaut und heißen Rieckhallen.

Im November 2022 kaufte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den Hamburger Bahnhof.

Seitdem ist das Gebäude Eigentum des Bundes.

Neben den Ausstellungsräumen gibt es eine Buchhandlung und ein Restaurant.

Rund um den Bahnhof haben sich viele weitere Kultureinrichtungen angesiedelt.

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Foto: John Samuel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Moabit

Der Hamburger Bahnhof liegt an der Invalidenstraße im Ortsteil Moabit.

Er steht nordöstlich des heutigen Berliner Hauptbahnhofs.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die Charité.

Nicht weit entfernt liegt auch der Humboldthafen, angelegt in der Zeit der ersten Eisenbahnen.

So liegen die Anfänge der Bahn nach Hamburg und der größte Bahnhof der Stadt heute nah beieinander.

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Foto: John Samuel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo liegt der Hamburger Bahnhof?
An der Invalidenstraße im Berliner Ortsteil Moabit, nordöstlich des Hauptbahnhofs.
Wann fuhr der erste Zug nach Hamburg?
Die Jungfernfahrt fand am 15. Oktober 1846 statt.
Warum wurde der Bahnhof geschlossen?
Ab 1884 übernahm der benachbarte Lehrter Bahnhof den Reiseverkehr nach Hamburg.
Was ist heute im Gebäude?
Die Nationalgalerie der Gegenwart, ein Museum für zeitgenössische Kunst.
Wo sind die alten Exponate des Verkehrsmuseums?
Sie gingen an das Verkehrsmuseum Dresden und das Deutsche Technikmuseum in Berlin.

Weiterfahrt

→ Berlin Hauptbahnhof: Europas größter Kreuzungsbahnhof – Ortstermin auf fünf Ebenen – der neue Hauptbahnhof auf dem Gelände des Lehrter Bahnhofs

→ Ortstermin: Der Bahnhof Berlin Gesundbrunnen – ein weiterer Fernbahnhof im Norden Berlins

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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