Ortstermin
„Wer hier aussteigt, kommt in der Stadt an, in der Deutschland das Brillenmachen im großen Stil lernte.“
Der Bahnhof Rathenow, Ankunft in der Stadt der Optik
→ Ein Ortstermin im Havelland.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Rathenow nennt sich seit 2013 offiziell Stadt der Optik. Am Bahnhof steigen täglich etwa 3300 Fahrgäste ein und aus.
Etwa 70 Kilometer westlich von Berlin liegt Rathenow an der Havel.
Die Kreisstadt des Havellands gilt als eine Wiege der industriellen Optik.
Ihr Bahnhof erzählt von Staatsbahn, Städtebahn und einer kleinen Kreisbahn.

Zwei Strecken, ein Bahnhof
Rathenow liegt an der Bahnstrecke von Berlin nach Hannover.
Außerdem beginnt hier die Strecke nach Brandenburg an der Havel.
Sie gehörte früher zur Brandenburgischen Städtebahn.
So treffen sich in Rathenow zwei ganz unterschiedliche Bahngeschichten.

Rund 3300 Fahrgäste am Tag
Etwa 3300 Fahrgäste nutzen den Bahnhof jeden Tag.
Der Regional-Express RE 4 fährt stündlich über Berlin nach Falkenberg an der Elster.
Die RB 51 verbindet Rathenow stündlich mit Brandenburg an der Havel.
Nach Stendal geht es mit RE 4 und RB 34.

Gut zu wissen
Rathenow liegt an den Strecken Berlin–Hannover und Brandenburg–Neustadt (Dosse), etwa 3300 Fahrgäste nutzen den Bahnhof täglich. Im früheren Kaiserbahnhof sind heute Touristinformation, Fahrkartenverkauf und Fahrradverleih.
Reste der Gleise der Kreisbahn Rathenow–Senzke–Nauen stehen unter Denkmalschutz. Seit dem 13. Mai 2013 heißt Rathenow offiziell Stadt der Optik.
Der Kaiserbahnhof
Zum Bahnhof gehört auch das frühere Empfangsgebäude des sogenannten Kaiserbahnhofs.
Heute ist darin eine Touristinformation.
Dort gibt es Fahrkarten und einen Fahrradverleih.
So wird das alte Haus wieder zum Anlaufpunkt für Reisende.

Der Wasserturm und der Tunnel
Auf dem Gelände steht ein alter Wasserturm, der nicht mehr genutzt wird.
Ein Tunnel führt unter den Gleisen hindurch zu den Bahnsteigen.
Über ihn erreicht man Gleis 3 und das frühere Gleis 4 der Städtebahn.
Das Empfangsgebäude der Staatsbahn steht unter Denkmalschutz.

Spuren einer Kleinbahn
Von Rathenow fuhr einst eine schmale Kreisbahn über Senzke nach Nauen.
Auf dem Bahnhofsvorplatz sind noch Reste ihrer Gleise zu sehen.
Diese Überreste stehen heute unter Denkmalschutz.
Sie erinnern an die Zeit, als kleine Bahnen die Dörfer erschlossen.

Die Stadt der Optik
Rathenow gilt als eine der Wiegen der industriellen Optik in Deutschland.
Hier wurden in großem Stil Brillengläser und optische Geräte hergestellt.
Der Platz vor dem Bahnhof trägt den Namen Dunckerplatz.
Seit dem 13. Mai 2013 führt Rathenow offiziell den Namen Stadt der Optik.

Die Weinbergbrücke
Seit der Bundesgartenschau 2015 hat Rathenow ein neues Wahrzeichen.
Die Weinbergbrücke überspannt mit zwei geschwungenen Bögen die Havel.
Sie kostete rund zehn Millionen Euro.
Von ihr hat man einen schönen Blick über den Fluss.

Gartenschauen an der Havel
Im Jahr 2006 fand in Rathenow die Landesgartenschau statt.
Knapp 500.000 Menschen kamen damals in die Stadt.
Im Jahr 2015 war Rathenow einer der Orte der Bundesgartenschau an der Havel.
Die Parks auf dem Weinberg und am Schwedendamm sind bis heute beliebt.

Ankommen in Rathenow
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zur Havel.
Rund um die Kirche St. Marien-Andreas stehen restaurierte Fachwerkhäuser.
Radwege führen am Fluss entlang durch das Havelland.
So ist Rathenow ein guter Start für Touren am Wasser.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Häufige Fragen
An welchen Strecken liegt Rathenow?
Wie viele Fahrgäste hat der Bahnhof?
Was ist im alten Kaiserbahnhof?
Warum Stadt der Optik?
Was ist die Weinbergbrücke?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Der Bahnhof Stendal in der Altmark – weiter an der Strecke nach Westen
→ Berlin Hauptbahnhof: Europas größter Kreuzungsbahnhof – Ortstermin auf fünf Ebenen – die Havelstadt im Süden
